Zoff ums Leipziger Stadt-Logo geht weiter: "Ist keine akzeptable Antwort" - Bürger-Petition vorerst abgeschmettert

Leipzig - Im November stellte die Stadt Leipzig ein neues Logo und Corporate Design vor. Das stieß in der Bevölkerung auf Kritik, unter anderem weil das Stadtwappen kein Teil mehr davon ist. Der Fotograf Ron Kuhwede (46) startete eine Online-Petition, an der sich mehr als 16.000 Personen beteiligten.

Der Leipziger Fotograf Ron Kuhwede (46) wünscht sich, dass das Stadtwappen ins Logo zurückkehrt.  © André Telling

Darin forderte er eine Bürgerbeteiligung oder Abstimmung zum Stadt-Logo, eine vorläufige Rückkehr zum alten Design und eine transparente Offenlegung der Entscheidung- und Kostenstrukturen.

Offiziell eingereicht wurde die Petition laut Kuhwede am 6. November. Eine Antwort der Stadt ließ fast fünf Monate auf sich warten.

Der Oberbürgermeister Burkhard Jung (67) antwortete schließlich dem Fotografen. Das Schreiben liegt TAG24 vor.

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Eine klare Positionierung zu einer möglichen Bürgerbeteiligung kommt darin nicht vor. "Das ist keine akzeptable Antwort an über 16.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner", so Kuhwede am Donnerstag.

Der OB verteidigte die Entscheidung für das neue Corporate Design. Jung erklärte, dass das Stadtwappen bestehen bleibe und weiterhin bei offiziellen Schreiben, wie Urkunden oder Zeugnissen, verwendet wird. Das neue Design sei nötig gewesen, da das alte nicht mehr zeitgemäß war und beispielsweise auf Social Media nicht funktionierte.

"Ein wichtiges Ziel des neuen Corporate Designs ist ein einheitliches Erscheinungsbild, das verdeutlicht, welche Angebote und Dienste die Stadt den Einwohnerinnen und Einwohnern anbietet", fügte er an.

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Im November wurde das Corporate Design der Stadt Leipzig geändert. Auch die Webseite bekam ein großes Update.  © Bildmontage: Jan Woitas/dpa

Ron Kuhwede reicht seine Petition beim Sächsischen Landtag ein

Der Oberbürgermeister Burkhard Jung (67) verteidigt das neue Design.  © Sebastian Kahnert/dpa

Ron Kuhwede (46) stellte die Antwort des Oberbürgermeisters nicht zufrieden. "Es geht mir nicht darum, das neue Logo um jeden Preis rückgängig zu machen", sagte er. Vielmehr setze er sich dafür ein, dass solche Entscheidungen "nicht hinter verschlossenen Türen getroffen werden".

Der Leipziger Fotograf gibt nicht auf. Als nächsten Schritt kündigte er an, eine Petition an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags einzureichen.

Darin fordert er:

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  • Eine nachträgliche öffentliche Bürgerbeteiligung zum bereits eingeführten Erscheinungsbild der Stadt Leipzig

  • Vollständige Transparenz über alle Entscheidungs- und Kostenstrukturen des Rebrandings

  • Rechtliche Prüfung der Wappenverwendung durch die zuständige Rechtsaufsichtsbehörde

In seiner Antwort listete Burkhard Jung (67) die Kosten von insgesamt 665.000 Euro genauer auf. So habe die Entwicklung des Designs inklusive Logo und Website-Design rund 390.000 Euro verschlungen, die Entwicklung der Schrift kostete rund 93.000 Euro, die Umsetzung auf Leipzig.de rund 114.000 Euro. Das ist zwar eine sehr hohe Summe, laut Jung steht sie im bundesweiten Vergleich aber im unteren Mittelfeld.

Details über die Entscheidungsstrukturen nannte er nicht und verwies darauf, dass der Stadtrat über den Grundsatzbeschluss zur Einführung eines neuen Corporate Designs entschieden hat. Deswegen bliebt die Forderung in der Petition.

Kuhwede erhofft sich nun vom Landtag, dass er die Kommunalaufsicht einschaltet.

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