Leipzig - Wie weiter mit dem Leipziger Stadtbad? Während die Verwaltung seit Jahren nach einer Lösung sucht, um das historische Gebäude an der Eutritzscher Straße zu halten, dringt die SPD nun selbst mit einem Plan vor: Dem Verkauf des Stadtbads. Bei der Ratsversammlung am Mittwoch wurde schon einmal vorgefühlt.
"Was kostet uns das Stadtbad - jetzt und in Zukunft?", so die Anfrage der Sozialdemokraten. "Uns geht's bei dieser Anfrage vor allen Dingen darum, dass wir gemeinsam mal darüber reden, wie es sich weiter entwickeln kann", erklärte Stadträtin Christina März.
Dabei bemerkte die Sozialdemokratin jedoch auch unumwunden: "Wir haben große Zweifel daran, wie das die Stadt in den nächsten Jahren bewerkstelligen soll."
2024 hatte die Verwaltung zuletzt erklärt, eine Vorlage für die Entwicklung des Stadtbads einbringen zu wollen. Ein Jahr zuvor hatte ein Gutachten für zwei Lösungswege Kosten in Höhe von 80 Millionen Euro ergeben. Seitdem herrschte Funkstille.
Wie Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke nun erklärte, arbeite die Stadt weiterhin an Lösungen, da sie mit den bisherigen Optionen nicht zufrieden gewesen sei. Dabei werde inzwischen auch eine Kombination aus Hotel und Bad geprüft, da die Eutritzscher Straße 17-19 ebenfalls zur Verfügung steht.
"Am Ende ist aber jede Sanierung, die mit Wasser zu tun hat, unglaublich teuer. Wir reden von 80 Millionen Euro und mehr", so der Bürgermeister.
Bürgermeister schließt Verkauf nicht aus
Aktuell komme ein Verkauf nicht in Frage, da der Stadtrat per Beschluss entschieden habe, Eigentümer zu bleiben. Schülke räumte jedoch ein, dass es bei einer Lösung von Hotel plus Bad die Expertise eines professionellen Betreibers brauche. Gänzlich auszuschließen scheint der Verkauf also nicht.
SPD-Fraktionschefin Anja Feichtinger hatte zuvor bereits angekündigt, den Verkauf des Stadtrats auch in die Planung für den nächsten Doppelhaushalt einbringen zu wollen.
"Wir wollen nicht, dass das Stadtbad weiter verfällt. Wir wollen wieder Leben und Zukunft in dieses Gebäude bringen", erklärte die Stadträtin.
Das Stadtbad brauche wieder eine realistische Perspektive. "Denn Nichtstun ist ebenfalls eine Entscheidung und bei einem historischen Gebäude ist es leider eine Entscheidung, die jedes weitere Jahr schwieriger und teurer wird."