Leipzig - Seit Jahresbeginn befinden sich Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband in Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für Sachsens Nahverkehr. Für das Wochenende hat die Gewerkschaft die nächsten Warnstreiks angekündigt, auch in Leipzig. Nun äußerte Oberbürgermeister Burkhard Jung eine große Sorge: Was, wenn bei der diesjährigen Buchmesse gestreikt wird?
Seine Befürchtungen äußerte Jung (67, SPD), als es während der Leipziger Ratsversammlung einmal mehr um Sonderzüge für die Buchmesse ging, die vom 19. bis 22. März stattfindet.
Ja, mindestens eine Sonderverbindung werde zur Verfügung gestellt, an weiteren werde gearbeitet. Angesichts der Masse an Besuchern im vergangenen Jahr räumte das Stadtoberhaupt jedoch ein: "Wir werden nicht die Zahl Züge anbieten können, die nicht zu Wartezeiten führen. So ehrlich muss man sein."
Seine größte Sorge seien jedoch ohnehin nicht das Fehlen zusätzlicher Züge. "Meine größte Sorge ist, dass bei der Buchmesse gestreikt wird", so Jung.
Ein Warnstreik direkt zur Buchmesse? Tatsächlich hatte Verdi die Mitarbeiter der Leipziger Verkehrsbetriebe schon während der Messe 2024 zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Zahlreiche Bahnen und Busse fielen aus. Die Linie 16, die zu den Messehallen fährt, konnte jedoch weiter betrieben werden.
Weitere Verhandlungsrunde für den 9. März angesetzt
Nun also wieder die Sorge vor Arbeitsniederlegungen. Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) kommen am 9. März zu ihrer nächsten Verhandlungsrunde zusammen. In Vorbereitung darauf hat die Gewerkschaft für Freitag und Samstag zu Warnstreiks aufgerufen. Zwei Tage lang soll Leipzigs Nahverkehr still stehen.
Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Liam Pape, dass man bereits bei der letzten Verhandlungsrunde gemerkt habe, dass der erste Warnstreik am 2. Februar Wirkung gezeigt habe. "Die Arbeitgeber haben Teile der Gegenforderungen vorerst vom Tisch genommen, etwa die Forderung nach der 40-Stunden-Woche."
Gleichzeitig bestehe bei anderen Punkten weiterhin keinerlei Verhandlungsbereitschaft. Sollte bei der Runde am 9. März keine Einigung gefunden werden, muss weiter verhandelt werden - und es könnten weitere Streiks drohen.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe warnten am Dienstag, dass es angesichts der angekündigten Streiks am Freitag und Samstag zu "Einschränkungen und Ausfällen" kommen werde. Das Unternehmen bittet Kunden, sich aktuell über die Auskunftssysteme über ihre Verbindungen zu informieren. Aktuelle Infos gebe es zudem über die App LeipzigMove sowie in den Verkehrsmeldungen unter www.L.de.