Wirre Rede im Rathaus: CDU-Stadtrat fordert Sicherheit für Schulkinder und bricht in Gelächter aus
Leipzig - Wirrer Moment am Mittwoch in der Leipziger Ratsversammlung. Während einer Rede für mehr Sicherheit und den Schutz von Schulkindern im Lene-Voigt-Park brach CDU-Stadtrat Lucas Schopphoven plötzlich in amüsiertes Gelächter aus. Die Szene sorgte für so viel Irritation, dass sich sogar Oberbürgermeister Burkhard Jung (67, SPD) einen Kommentar nicht verkneifen konnte.
Alles in Kürze
- CDU-Stadtrat bricht während Rede über Schulkindersicherheit in Gelächter aus
- Lene-Voigt-Park in Leipzig sorgt durch Müll und Wohnungslosen-Siedlung für Unmut
- Drei zusätzliche Laternen sollen Weg zur Wilhelm-Busch-Schule beleuchten
- Linken-Stadträtin fordert Konzept zur Sicherheitsverbesserung im Park
- Errichtung der Laternen beschlossen, aber erst für 2027/28 geplant

Und das aus gutem Grund, denn das Thema ist alles andere als zum Lachen. Der Lene-Voigt-Park sorgt in letzter Zeit durch jede Menge Müllablagerungen für Unmut. Im Osten des Parks hat sich zudem eine Art Wohnungslosen-Siedlung um die Tauschbox "Tauscho" gebildet. Eingesessene Anwohner berichteten TAG24, dass sie sich in dem Areal heute alles andere als sicher fühlen.
Besprochen wurde in der Sitzung nun die Errichtung drei zusätzlicher Laternen im Osten des Lene-Voigt-Parks, um den Weg zur Wilhelm-Busch-Schule für Schulkinder besser zu beleuchten.
Auch Schopphoven schien sich des Ernstes der Lage zunächst durchaus bewusst. "Es geht um die Sicherheit unserer Kinder", tönte er lautstark und mit jeder Menge Polemik.
Während die Mehrheit des Stadtrats sowie die Verwaltung Planung und Umsetzung des Vorhabens im Doppelhaushalt 2027/28 festhalten wollten, forderte die CDU, dass die Laternen noch bis zum Winterbeginn 2025 stehen sollten. "Während andere diskutieren, schaffen wir Fakten", prustete der Stadtrat.
Als Schopphoven dann noch großspurig erklärte, seine Partei handle "jetzt", wenn Eltern sich Sorgen machen, musste er bereits Kichern. Der Christdemokrat fing sich zunächst wieder. Doch als er dann noch betonte, Leipzig kümmere sich um seine Kinder, konnte er sich nicht mehr halten. Damit nicht genug: Einige seiner Fraktionskollegen stimmten gleich noch mit ein.

Linken-Stadträtin spricht Klartext: "Würde meine Kinder nicht durch den Lene-Voigt-Park schicken"

Die Szene wirkte so bizarr, dass selbst OB Jung sich einen verwirrten Blick nicht verkneifen konnte und Schopphoven schließlich mit ernstem Ton darauf hinwies: "Sie weckten den Eindruck, sie meinten den Antrag nicht ernst."
Deutlicher formulierte es Linken-Stadträtin Olga Naumow, sprach von großen sozialen Problem in dem Areal, gerade um den Bereich der Tauschbude "Tauscho". "Jeder, der dort schon mal vorbei ist, weiß, wie viele wohnungslose Menschen dort leben, die den Tauscho nutzen, weil sie dort ihre Kleidung herbekommen. Ich würde meine Kinder nicht durch den Lene-Voigt-Park schicken, weil ich Angst hätte."
Statt über Laternen zu reden, forderte Naumow ein Konzept, um die Sicherheit im Park zu erhöhen und die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern. OB Jung ergänzte zu der Debatte noch, dass der Antrag der CDU schlichtweg nicht umsetzbar sei. Hintergrund: Leipzigs Haushalt ist noch immer nicht bestätigt, Gelder dafür vorerst nicht vorhanden.
Die Errichtung der Laternen wurde schließlich beschlossen, allerdings mit dem realistischen Ziel 2027/28.

Derweil rückten am Mittwoch Reinigungstrupps im Lene-Voigt-Park an und räumten den Bereich um den "Tauscho". Zelte und andere Obdachlosen-Behausungen wurden abgerissen. Nachdem die Aktion abgeschlossen war, rückten die Wohnungslosen erneut mit ihrem Hab und Gut an und richten sich vorerst in "Lene's Gärten" ein.
Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa/dpa-tmn