Von 30 auf 365 Euro? Wird Bewohnerparken in Leipzig bald extrem teuer?

Leipzig - Immer größere Autos bedeuten immer weniger Platz in Großstädten: Eine Gleichung, die sich unbedingt auch in höheren Gebühren für Nutzern vom Bewohnerparken niederschlagen soll - finden zumindest die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Städtetag. Auch in Leipzig wird Bewegung in diese Sache kommen.

Bewohnerparken in der Humboldtstraße im Zentrum-Nord: Hier dürfen Bewohner für 30,70 Euro jährlich an 365 Tagen im Jahr ihr Auto abstellen.
Bewohnerparken in der Humboldtstraße im Zentrum-Nord: Hier dürfen Bewohner für 30,70 Euro jährlich an 365 Tagen im Jahr ihr Auto abstellen.  © Nico Zeißler

Für die Verwaltungsgebühr von 30,70 Euro im Jahr können sich Autobesitzer, die in den festgelegten Bewohnerparkbereichen A bis G in Innenstadtnähe gemeldet sind, einen Parkausweis ausstellen lassen. Viel zu wenig, findet die Umwelthilfe und fordert eine deutschlandweite Mindestgebühr von 360 Euro. Also knapp das Zwölffache vom derzeitigen Stand.

Menschen, die nicht zwingend auf ihr Auto angewiesen sind, sollen ihren Pkw-Besitz aufgrund der höheren Abgaben hinterfragen, hieß es. Aber selbst 360 Euro seien immer noch niedrig im Vergleich zu Bus- oder Bahntickets, findet die DUH.

Als Vorbild wird unter anderem Freiburg gesehen, das durchschnittlich 360 Euro verlangt, für besonders große SUVs und Pick-ups sogar 480 Euro.

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In Sachsen wird derzeit an einer Gebührenordnung gearbeitet, teilte das Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt auf TAG24-Anfrage mit. Aktuell gilt die Bundesregelung. Der Freistaat will in der Folge die Kompetenz eigener Regelungen auf die sächsischen Städte übertragen, wovon Leipzig auch Gebrauch machen will, so die Behörde weiter.

Stand jetzt sei vorgesehen, die Regelung im "Langfristkonzept Ruhender Verkehr in der Stadt Leipzig" zu betrachten. "Die Bearbeitung dieses Konzeptes soll in diesem Jahr beginnen." Daraus ergibt sich eine Gebührenordnung, die vom Stadtrat beschlossen werden muss.

Stadt Leipzig plant weitere Bewohnerparkbereiche in Zentrumsnähe

Im Zentrum-West - wie hier in der Gottschedstraße Richtung Elsterstraße - könnte das Bewohnerparken ausgebaut werden.
Im Zentrum-West - wie hier in der Gottschedstraße Richtung Elsterstraße - könnte das Bewohnerparken ausgebaut werden.  © Juliane Bonkowski

Unabhängig einer angedachten neuen Gebührenordnung - und somit möglicherweise auch einer Preiserhöhung für Parkausweise - laufen aktuell Untersuchungen, die Bewohnerparkbereiche auszuweiten.

Im Zentrum-West betrifft dies den Bereich zwischen Jahnallee/Ranstädter Steinweg, Goerdelerring, Käthe-Kollwitz-Straße und Friedrich-Ebert-Straße, im Musikviertel ist eine Erweiterung bis zur Wundtstraße angedacht.

Später sollen auch die Gebiete Seeburgviertel, Graphisches Viertel, Bachstraßenviertel, Anger-Crottendorf und Zentrum-Süd hinsichtlich möglicher Bewohnerparkzonen untersucht werden.

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2021 wurden laut Angaben des Ordnungsamts insgesamt 4955 Bewohnerparkausweise erteilt. Bis Ende April 2022 waren es 840 (ohne Umschreibungen durch Fahrzeug- oder Halterwechsel).

Titelfoto: Bildmontage: Nico Zeißler

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