Leipzig - Wintereinbruch in Leipzig und wieder einmal müssen Verkehrsteilnehmer gegen den Schnee ankämpfen. Vor allem Radfahrer haben es dabei schwer, müssen immer wieder über verschneite Wege und Radspuren manövrieren und sich dabei unnötigen Risiken aussetzen. Nicht ohne Grund, wie die Stadtverwaltung nun erklärte.
Denn wie aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Linken-Anfrage zu lesen ist, fehlt es der sogenannten "Radstadt Leipzig" bisweilen an einem Konzept, Radwege von Schnee und Eis freizuhalten. Das Mobilitäts- und Tiefbauamt müsse dazu zunächst ein winterdienstlich zu betreuendes Radwegenetz erarbeiten.
Lediglich "langfristig" werde angestrebt, den Winterdienst auch auf verkehrswichtigen Radverkehrsverbindungen der Stadt zu erbringen, also auch diese zu räumen und Salzlösung aufzubringen. "Die Wege müssen für den erforderlichen Einsatz von Salzlösung geeignet sein. Darüber hinaus müssen die Flächen durchgängig maschinell befahrbar sein und durchgängig bedient werden", heißt es dazu weiter.
Radstreifen auf der Straße würden durch die Stadtreinigung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zwar schon mit betreut und "so gut es geht von Schnee freigehalten". Da der Schnee beim Räumen jedoch an den äußersten Fahrbahnrand geschoben wird, landet er letztlich oftmals auf der Radspur und bedeckt diese teilweise oder sogar in Gänze.
Sind benutzungspflichtige Radwege nicht geräumt beziehungsweise gestreut, könnten Radfahrer zwar auf die Autospur ausweichen. Dadurch geraten sie jedoch wieder in Konflikt mit dem motorisierten Verkehr und sind zusätzlichen Risiken ausgesetzt.
Auf gemeinsamen Geh- und Radwegen müssen Radfahrer gegebenenfalls schieben
Der Winterdienst auf öffentlichen Straßen und städtischen Anliegerflächen wird in Leipzig durch den Eigenbetrieb Stadtreinigung übernommen.
Gehwehe sind per Winterdienstsatzung durch die Anlieger freizuhalten. Diese müssen in einer Breite von mindestens 1,20 Meter geräumt und bestreut werden.
Bei gemeinsamen Geh- und Radwegen dürfen Radler auch diesen geräumten Bereich nutzen. Die Stadt betont jedoch, dass Fußgänger dann Vorrang haben. "Gegebenenfalls müssen die Radfahrer dann absteigen und das Fahrrad schieben."