Leipzig - Sie stammen aus Australien, Sibirien oder auch Afrika, doch nun leben sie alle unter einem Dach: Die Tiere im Leipziger Zoo. Gerade der Winter ist für einige der Bewohner eine ungewohnte Jahreszeit. Da stellt sich die Frage: Wie bringt der Tiergarten seine Schützlinge eigentlich sicher durch den Winter?
Die Antwort fällt vielfältig aus, wie "Elefant, Tiger & Co." in seiner neuesten Ausgabe zeigt. Während manch ein Bewohner die kalte Jahreszeit gar in einer Kühlzelle verbringt, kommen andere ganz gut mit ihr klar.
So beispielsweise Moschustier Blue Ivy, die ursprünglich aus Sibirieren stammt. Ganz anders wiederum ihre Nachbarn, die Burma-Leierhirsche. Damit beide im Winter gut versorgt sind, gibt es das sogenannte Waldhaus. Der Zoo hat darin zwei Klimazonen eingerichtet, wie es ETC-Sprecher Christian Steyer (79) beschreibt. "So, dass sich beide wohlfühlen können."
"Wir haben hier die warme Seite, richtig schön mit Deckenheitstrahlern und dickem Stroh und muckeligen 20 Grad. Und dann habe ich hier die andere Seite, die kalte Seite. Da haben wir nur eine Rotlichtlampe und die haben wir nur, damit uns das Futter nicht einfriert", so Tierpflegerin Tana Schleinstock während einer kurzen Tour durch die Hirschbehausung.
Die Leierhirsche seien aktuelle richtige Stubenhocker. Damit sie sich ab und zu mal die Beine vertreten, wird draußen das beliebtere Futter aufgetischt, während drinnen Heu auf sie wartet.
Damit sie sich nicht erkälten: Nashörner dürfen nur etappenweise raus
Ähnlich auch bei den australischen Bennett-Kängurus, die Tierpflegerin Janine Bürger ebenfalls mit Leckereien zum Ausgang lockt. "Also grundsätzlich sind die Kängurus schon recht Kälte-unempfänglich. Die sind vom Fell her so schön muckelig eingepackt, dass die das eigentlich nicht stört. Nun ist es aber wie bei uns Menschen auch: Man kann die schönste Winterjacke an haben, aber es gibt den einen, der mag den Schnee und der andere mag ihn nicht so."
Eine, die den Schnee offenbar richtig gern hat, ist Nashorn-Dama Sarafine, die beim Ausgang ausgelassen herumtollt. So schön das Ganze auch ist, raus geht es auch für die Nashörner nur in Etappen, damit sie sich nicht erkälten. "Wir fassen immer mal an, um zu testen, gerade an den Ohren, wo es dünn ist. Wenn man dann merkt, es ist schon ganz schön kalt, dann war's bisschen zu langen", sagt Tierpflegerin Johanna Schumacher über die Art, wie die Länge der Spielzeiten gemessen wird.
Noch mehr Geschichten aus dem Leipziger Zoo gibt es in der aktuellen Folge von "Elefant, Tiger & Co.", die ab sofort als Video-on-Demand in der ARD-Mediathek erhältlich ist.