Affenjagd bis in Leipziger Wohnhaus: So spektakulär verlief das Einfangen

Leipzig - Nach fünf Tagen ist die verschwundene Affendame Ruma wieder mit ihrem Partner Yenur vereint. Doch das Rätsel um ihr Entkommen aus dem Leipziger Zoo ist noch nicht gelöst. Unter großem Medieninteresse bekunden Tierpfleger und Polizei in einer gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Bartaffen-Gehege ihre Erleichterung über den Fund der vermutlich gestohlenen Äffin.

Aus diesem Gehege wurde Ruma am Ostersonntag vermutlich geklaut.
Aus diesem Gehege wurde Ruma am Ostersonntag vermutlich geklaut.  © EHL Media

Am Ende war es eine Sache von wenigen Minuten: Gegen 7.15 Uhr hatte ein Jogger der Polizei gemeldet, dass auf einem Baum am Rande des Lene-Voigt-Parks ein Affe sitzt.

Das Lagezentrum schickte sofort eine Streife vorbei. Vor Ort identifizierten die Beamten das Tier unschwer als den entführten Bartaffen aus dem Leipziger Zoo.

Nachdem der Hinweis von der Polizei kam, habe man ein schnelles Einsatzteam gebildet, sagte Zoo-Kurator Johannes Pfleiderer.

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In der Zwischenzeit war Affendame Ruma von ihrem Baum geflüchtet und in ein benachbartes Mehrfamilienhaus gelaufen. Was für das Zooteam ein glücklicher Umstand war. "Im Freien wäre das Einfangen viel schwieriger gewesen als in einem Gebäude", erklärte Pfleiderer.

Im Treppenhaus pirschte sich das Zooteam an die verängstigte Äffin heran. Widerstandslos habe sich Ruma mit einem Handkescher einfangen lassen, so Pfleiderer. Das Tier sei augenscheinlich unverletzt gewesen, aber ziemlich entkräftet.

Affendame Ruma noch geschwächt: Polizei sucht Zeugen

Das Medieninteresse auf der Pressekonferenz von Tierpflegerin Janet Pambor (l.), Zoo-Kurator Johannes Pfleiderer (m.) und Polizeisprecher Olaf Hoppe (r.) zu Rumas Rückkehr war groß.
Das Medieninteresse auf der Pressekonferenz von Tierpflegerin Janet Pambor (l.), Zoo-Kurator Johannes Pfleiderer (m.) und Polizeisprecher Olaf Hoppe (r.) zu Rumas Rückkehr war groß.  © Ralf Seegers

Mit gekochten Kartoffeln und Nüssen päppeln die Tierpfleger Ruma zur Stunde auf.

Erleichterung auch bei ihrem Partner Yenur. Er hatte die ganze Zeit nach seiner Gefährtin gesucht und war ziemlich durcheinander, berichtete Tierpflegerin Janet Pambor.

Aktuell sind beide Tiere noch nicht im öffentlichen Bereich ihres Geheges zu sehen. Pambor hofft, dass die Bartaffen am morgigen Freitag so weit stabilisiert sind, dass sie wieder auf der Außenanlage herumtollen können.

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Auch wenn der Affe wieder da ist, laufen die polizeilichen Ermittlungen in dem Fall weiter. "Es laufen derzeit Maßnahmen im Hintergrund", sagt Polizeisprecher Olaf Hoppe.

Ermittelt werde jetzt vor allem im Stadtteil Reudnitz, wo der Affe gefunden wurde. Laut Pfleiderer ist davon auszugehen, dass Ruma nach ihrer Freilassung oder Flucht keine weiteren Wege zurückgelegt habe.

Da Bartaffen bei Aufregung auch laut schreien, hofft die Polizei, dass Zeugen entsprechende Wahrnehmungen gemacht haben könnten.

Wer zwischen Ostersonntag und Donnerstagfrüh gerade im Stadtteil Reudnitz ungewöhnliche Tierlaute gehört hat, möge sich bitte unter folgendem Hinweistelefon melden: 0341/96646666.

Titelfoto: Ralf Seegers

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