Zwei Tote nach Amokfahrt in Leipzig: Täter soll Boxtrainer sein

Leipzig - Nach einer mutmaßlichen Amokfahrt durch die Innenstadt herrscht große Bestürzung in Leipzig.

Ein Großaufgebot der Polizei ist vor Ort in der Leipziger Innenstadt.  © EHL Media

Ein 33-jähriger Deutscher ist gegen 16.45 Uhr am Augustusplatz in Leipzig mit einem VW Taigo in die Grimmaische Straße eingebogen und mit hoher Geschwindigkeit durch eine Menschenmenge gefahren.

Zwei Personen wurden dabei so schwer verletzt, dass sie noch vor Ort beziehungsweise kurze Zeit später verstarben. Laut Polizeiangaben handelt es dabei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.

Der mutmaßliche Tatverdächtige konnte unmittelbar nach der grausamen Tat festgenommen werden.

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Alle weiteren Entwicklungen lest Ihr hier, im TAG24-Liveticker.

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4. Mai, 22.10 Uhr: Ermittler nehmen Tatort unter die Lupe

Gegen 21 Uhr nahm die Kriminaltechnik der Polizeidirektion Leipzig in Zusammenarbeit mit der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Sachsen ihre Arbeit auf.

Es werden Spuren gesichert, um den genauen Ablauf des Geschehens zu rekonstruieren. Wie lange die Arbeiten andauern werden, war noch ungewiss.

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Spurensicherer am Tatort.  © Sebastian Willnow/dpa

4. Mai, 21.48 Uhr: Mutmaßlicher Amokfahrer soll Kindern das Boxen gelehrt haben

Der mutmaßliche Amokfahrer hat nach TAG24-Informationen in einem Leipziger Boxverein vor allem Kinder und Einsteiger trainiert.

"Dazu wollen wir uns nicht äußern", sagte seine Co-Übungsleiterin des Boxvereins gegenüber TAG24 am Telefon.

4. Mai, 21.23 Uhr: Leipziger Stadtrat verwundert über Sicherung der Fußgängerzone

Der Leipziger Stadtrat Eric Recke (BSW) hat sich schockiert über die Amokfahrt in der Innenstadt gezeigt und gleichzeitig die Sicherheitsvorkehrungen bemängelt.

"Es wundert mich, dass die Zufahrt zu der engen Einkaufsstraße nicht mit Pollern oder anderen Barrieren für Fahrzeuge gesperrt war und ich fordere, diese Stelle umgehend zu sichern. Die Menschen konnten kaum ausweichen", schrieb der BSW-Politiker in einer Mitteilung am Abend.

4. Mai, 21.20 Uhr: Tatort weiterhin gesperrt - LVB fahren Umleitungen

Die Grimmaische Straße ist nach der Amokfahrt weiterhin gesperrt.

Während die Ermittler vor Ort Spuren sichern, müssen sich Fahrgäste der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) noch bis Dienstagmorgen auf Umleitungen einstellen. Davon betroffen sind die Tram-Linien 4, 7, 12 und 15 sowie die Buslinie 89.

Alle Infos findet Ihr auf der Website der LVB.

Spurensicherer untersuchen den Tatort.  © Sebastian Willnow/dpa

4. Mai, 21.05 Uhr: Amokfahrer soll Boxtrainer aus Leipzig sein

Nach TAG24-Informationen soll es sich bei dem Amokfahrer um einen Box-Trainer aus Leipzig handeln.

Der 33-Jährige soll nach Angaben aus Behördenkreisen schon in der Vergangenheit psychisch auffällig und polizeibekannt geworden sein. Ein Polizeisprecher konnte die Angaben auf Nachfrage bisher nicht bestätigen.

In Leipzig starben am Montag zwei Menschen.  © Jan Woitas/dpa

4. Mai, 20.58 Uhr: Innenminister Schuster dankt Einsatzkräften

Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) zeigte sich auf einer Pressekonferenz bestürzt über die Todesfahrt durch die Leipziger Innenstadt.

"Die schreckliche Amokfahrt erfüllt einen mit Entsetzen und Trauer zugleich", sagte Schuster und dankte den Einsatzkräften sowie den "besonnenen Passanten" für ihr rasches Eingreifen.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, r.) mit Oberstaatsanwältin Claudia Laube (l.).  © Hendrik Schmidt/dpa

4. Mai, 20.45 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 33-jährigen Tatverdächtigen wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

"Wir gehen von einer Amoktat aus", sagte Oberstaatsanwältin Claudia Laube auf einer einberufenen Pressekonferenz vor Medienvertretern.

Auf einer Pressekonferenz wurden nähere Details zu der Tat bekannt gegeben.  © Hendrik Schmidt/dpa

4. Mai, 20.34 Uhr: Hinweisportal für Zeugen eingerichtet

Für mögliche Zeugen der Amokfahrt hat die Polizei unterdessen ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon eingerichtet.

Unter folgender Rufnummer nimmt die Polizei sachdienliche Hinweise zum Hergang der Todesfahrt durch die Innenstadt entgegen: 034196646666. Online können Hinweise unter sn.hinweisportal.de eingereicht werden.

4. Mai, 20.25 Uhr: Zeugen sollen sich im Gewandhaus melden

Für Zeugen der schrecklichen Tat wurde im Gewandhaus am Augustusplatz eine Betreuungsstelle eingerichtet.

Dorthin sollen sich vom Geschehen betroffene sowie mögliche Zeugen wenden, teilte die Polizei mit. Im Gewandhaus stehen neben Polizeibeamten auch Fachkräfte des Rettungsdienstes zu Verfügung.

Zahlreiche Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte und Betroffene.  © EHL Media

4. Mai, 20.15 Uhr: Sperrkreis in Leipziger Innenstadt eingerichtet

Die Polizei hat im Umkreis um den Tatort einen Sperrkreis eingerichtet.

"Dies betrifft jedweden Zugang zur Grimmaischen Straße vom Augustplatz bis zum Thomaskirchhof. Bitte meiden Sie das Gebiet weitläufig, um den Einsatzkräften den nötigen Raum für die Ermittlungen zu geben", schrieb die Polizei.

Die Polizei konnte den Täter schnappen. Schaulustige wurden gebeten, der Situation fernzubleiben.  © Sebastian Willnow/dpa

4. Mai, 20 Uhr: Video zeigt Festnahme des mutmaßlichen Amokfahrers

In den sozialen Netzwerken sind Videos aufgetaucht, die die Festnahme des mutmaßlichen Täters zeigen.

4. Mai, 19.45 Uhr: MP Kretschmer spricht von "Amokfahrt"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) geht bei dem tragischen Geschehen von einer mutmaßlichen "Amokfahrt" aus.

"Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen", sagte Kretschmer. "Wir werden alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären. Der Rechtsstaat wird mit aller Konsequenz handeln."

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