Leipziger Amokfahrer hielt sich bis kurz vor Tat in Psychiatrie auf! Verletzte außer Lebensgefahr

Leipzig - Am Tag nach der mutmaßlichen Amokfahrt durch die Innenstadt in Leipzig herrscht große Bestürzung.

Ein Großaufgebot der Polizei ist auch am Dienstag noch in der Leipziger Innenstadt vor Ort.  © EHL Media

Ein 33-jähriger Deutscher war am Montag gegen 16.45 Uhr am Augustusplatz mit seinem Wagen in die Grimmaische Straße eingebogen und mit hoher Geschwindigkeit durch eine Menschenmenge gefahren.

Zwei Personen wurden dabei so schwer verletzt, dass sie noch vor Ort beziehungsweise kurze Zeit später verstarben. Laut Polizeiangaben handelt es sich dabei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.

Der Tatverdächtige konnte unmittelbar nach der grausamen Tat festgenommen werden.

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5. Mai, 14.22 Uhr: Staatskanzlei ordnet Trauerbeflaggung an

Sachsens Staatsregierung hat im Gedenken an die Opfer der Amokfahrt die Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Die Flaggen sollen demnach an allen sächsischen Behörden und Dienststellen auf halbmast hängen.

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5. Mai, 13.42 Uhr: Mehr als 1000 Menschen nehmen an Uni-Andacht teil

Knapp 700 Menschen haben in der Universitätskirche St. Pauli den Opfern der Amokfahrt gedacht, Hunderte weitere standen vor den geöffneten Toren und lauschten von den Fluren.

Die "martialische Tat", nur einen Steinwurf von der Uni entfernt, "raubt uns die Leichtigkeit des Daseins", sagte der Uni-Prediger Andreas Schöne. "Es hätte ein guter Tag werden können, dann dieser Riss." Die Rektorin Eva Inés Obergfell richtete dankende Worte vor allem an die Ersthelferinnen und Ersthelfer, die "getröstet, beigestanden und andere versorgt haben".

Die Universitätskirche St. Pauli war während der Andacht bis auf den letzten Platz belegt.  © Jan Woitas/dpa

5. Mai, 13.35 Uhr: Laut OB Jung "niemand mehr in Lebensgefahr"

Am Rande der Gedenkveranstaltung im Paulinum teilte Oberbürgermeister Jung mit, dass sich keine der am Montag schwer verletzten Personen mehr in Lebensgefahr befinde: "Wir müssen jetzt nicht befürchten, dass es weitere Todesopfer gibt."

Auch ein "sehr schwer verletzter" Mann aus Spanien sei inzwischen in Sicherheit. "Ich hoffe, dass ich ihn besuchen kann in den nächsten Tagen", so der SPD-Politiker.

5. Mai, 13.19 Uhr: Oberbürgermeister Jung legt Trauerkranz am Augustusplatz nieder

Nach seinem Eintrag in das für die nächsten zwei Wochen im Neuen Rathaus ausliegende Kondolenzbuch hat sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung auf den Weg zum Augustusplatz gemacht.

Dort legte er inmitten der zahlreichen Blumen und Kerzen nahe des Uni-Gebäudes und damit auch unweit des Tatortes einen großen Kranz mit der Aufschrift "In tiefer Trauer" ab.

Burkhard Jung (68, SPD) auf dem Augustusplatz.  © EHL Media

5. Mai, 12.12 Uhr: Amokfahrer hielt sich bis zuletzt in Psychiatrie auf

Wie TAG24 vom sächsischen Sozialministerium erfuhr, hatte sich der Amokfahrer kürzlich freiwillig in stationäre psychiatrische Behandlung begeben. Nach einem "kurzen Aufenthalt" sei er Ende April entlassen worden, es hätten keine "medizinischen Gründe" vorgelegen, den Mann gegen seinen Willen in der Klinik festzuhalten.

Während seines Aufenthalts sei von dem 33-Jährigen keine Eigen- oder Fremdgefährdung ausgegangen. Bezüglich der genauen Therapie beruft sich das Ministerium auf die ärztliche Schweigepflicht. Nach TAG24-Informationen soll es sich bei der Einrichtung um das Sächsische Krankenhaus Altscherbitz handeln.

Der MDR hatte zuvor berichtet, dass sich der Amokfahrer bis Sonntag in einer Psychiatrie aufgehalten habe. Dies hatte die Polizei gegenüber TAG24 dementiert.

Der 33-jährige Amokfahrer soll bis zuletzt in einer nordsächsischen psychiatrischen Klinik in Behandlung gewesen sein.  © EHL Media

5. Mai, 11.56 Uhr: Kommunen sagen, Städte können nicht zu Festungen ausgebaut werden

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat nach der Amokfahrt in Leipzig auf den Konflikt zwischen Sicherheit und Offenheit in Städten verwiesen und betont, dass sich solche Taten trotz Sicherheitskonzepten nie vollständig verhindern lassen.

"Es gibt sogenannte Zufahrtssperren, das sind diese Betonblöcke oder ähnliche Hindernisse, die eben solche Taten verhindern sollen", sagt Pressesprecher Alexander Handschuh. Doch hundertprozentige Sicherheit werde es trotz Sicherheitskonzepten in Städten und Gemeinden und auch bei Veranstaltungen nie geben können. "Wir können die nicht zu Festungen ausbauen."

Dem stimmte auch OB Burkhard Jung zu: Städte müssten Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben und würden Sicherheitsvorkehrungen daher sehr genau abwägen, sagte er am Dienstag. Nun müsse geprüft werden, wo Barrieren und Poller für besseren Schutz sinnvoll sind.

Die Amokfahrt führte vom östlichen Rand der Grimmaischen Straße bis hin zur Thomaskirche auf der westlichen Seite.  © TAG24

5. Mai, 11.45 Uhr: Leipziger Hort richtet Sprechstunde für Kinder ein

Angesichts der tragischen Ereignisse am Montag hat der Hort der Addis-Abeba-Schule in Leipzig eine Sprechstunde für seine Kinder eingerichtet.

Die Schützlinge des Hortes würden dieser Tage besonders achtsam begleitet und Fragen altersgerecht beantwortet, um ihnen Sicherheit zu geben und darauf zu achten, dass sie sich wohl und geschützt fühlen, hieß es in einer Mitteilung, die TAG24 vorliegt.

Das Hort-Team hat Eltern zudem darum gebeten, auch zu Hause offen über Ängste zu sprechen, zuzuhören und Kinder zu beruhigen.

5. Mai, 11.29 Uhr: Sachsens Opferbeauftragte will Betroffenen helfen

Die sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich bietet den Betroffenen der Amokfahrt Unterstützung an. Sie fungiert als Anlaufstelle für Opfer/Betroffener schwerer Gewalttaten und vermittelt geeignete Angebote.

Falls Ihr die Hilfe in Anspruch nehmen wollt, meldet Euch unter der Nummer 0351/56455099 oder per Mail bei opferbeauftragte@sms.sachsen.de.

5. Mai, 10.49 Uhr: Täter saß laut Medienberichten bis Sonntag in der Psychiatrie

Nach Informationen des MDR soll sich der 33-jährige Täter noch bis Sonntag in einer psychiatrischen Einrichtung befunden haben und erst kurz vor der Tat entlassen worden sein.

Der Leipziger Polizeisprecher Moritz Peters dementierte dies gegenüber TAG24.

5. Mai, 10.39 Uhr: Leipzig gedenkt der Opfer

Im Gedenken an die Opfer der Amokfahrt hat die Stadtverwaltung die Flaggen vor dem Neuen Rathaus auf Halbmast gesetzt. Darüber hinaus soll ab 12.30 Uhr ein Kondolenzbuch in der Unteren Wandelhalle des Rathauses ausgelegt werden, in welches sich auch der Oberbürgermeister eintragen wird.

Im Laufe des Morgens haben bereits Dutzende Leipzigerinnen und Leipziger am Augustusplatz Blumen und Kerzen abgelegt. In der Aula der benachbarten Unikirche St. Pauli (Paulinum) ist um 12.30 Uhr eine offene Andacht geplant.

Am Augustusplatz werden Blumen und Kerzen für die Opfer der Amokfahrt ausgelegt.  © Christian Grube
Die Flaggen vor dem Neuen Rathaus wurden auf Halbmast gesetzt.  © Christian Grube

5. Mai, 10 Uhr: Leipzig will Sicherheit in der Innenstadt prüfen

Wie Stadt-Sprecher Matthias Hasberg sagte, soll die Zufahrtsstelle am östlichen Ende der Grimmaischen Straße geprüft werden. Diese hatte der Amokfahrer vom Augustusplatz aus offenbar ungehindert passieren können.

Man wolle nun die Sicherheitsvorkehrungen an der Einfahrtsstelle unter die Lupe nehmen und "das gesamte Sicherheitskonzept Innenstadt noch einmal auf den Prüfstand stellen", so Hasberg.

Hier begann die Amokfahrt des 33-Jährigen.  © Jan Woitas/dpa

5. Mai, 9.38 Uhr: Michael Kretschmer bei Gedenkandacht in Nikolaikirche erwartet

Die christlichen Gemeinden der Messestadt laden die Bürgerinnen und Bürger am Dienstagabend um 17 Uhr zu einer ökumenischen Gedenkandacht in die Nikolaikirche ein.

"Im Zentrum der Zusammenkunft steht das Bedürfnis, dem kollektiven Erschrecken gemeinsam zu begegnen", so eine Sprecherin der Kirche. "Es geht darum, den Betroffenen tiefe Solidarität und Mitgefühl zu zeigen."  

Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) wird auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) bei der öffentlichen Andacht erwartet.

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