Ministerpräsident Schulze: "Lifestyle-Teilzeit"-Debatte ist zu pauschal

Von Inga Jahn

Magdeburg - Aus Sicht von Sachsen-Anhalts neu gewähltem Ministerpräsidenten Sven Schulze (46, CDU) ist die Debatte um den Teilzeit-Anteil in Deutschland zwar wichtig, aber derzeit zu allgemein.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (46, CDU) sieht den Begriff "Lifestyle-Teilzeit" kritisch.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (46, CDU) sieht den Begriff "Lifestyle-Teilzeit" kritisch.  © Britta Pedersen/dpa

"Wir müssen sehr klar aufpassen, dass wir hier nicht pauschal urteilen", sagte der CDU-Politiker in der ARD-Polit-Talkshow "Hart aber fair". Den Begriff "Lifestyle-Teilzeit" sieht er kritisch.

Schulze betonte, dass es die individuelle Entscheidung eines jeden Menschen sei, wie viel er arbeitet - etwa, weil er Angehörige pflegt oder sich um Kinder kümmert. Die Arbeit von Teilzeit-Kräften sei ebenso gut, wie die von Menschen, die Vollzeit arbeiten, sagte er.

"Ich würde schon sagen, dass in Sachsen-Anhalt die Menschen - wie in ganz Deutschland - sehr fleißig sind", so Schulze in der Fernseh-Debatte.

Kein Bürgergeld ohne Gegenleistung: Neuer FDP-Plan gegen Arbeitslosigkeit
Magdeburg Politik Kein Bürgergeld ohne Gegenleistung: Neuer FDP-Plan gegen Arbeitslosigkeit

Deutschland habe in der Vergangenheit auch ausgemacht, dass die Bevölkerung "vielleicht schon immer ein bisschen mehr" gemacht habe als andere.

Es sei nicht möglich, dass die Menschen im Land weniger arbeiten und dafür den gleichen Lohn bekommen wie in Vollzeit, sagte der CDU-Politiker. Derzeit ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hoch, gleichzeitig sind die Prognosen für das Wirtschaftswachstum schlecht.

Das Land sei "in einer schwierigen Phase", so Schulze. Um künftig soziale Sicherheit gewährleisten zu können, müsse das Land auch wirtschaftlich gestärkt werden, sagte der CDU-Politiker. Dazu gehöre auch mehr Arbeit.

Teilzeitquote in Deutschland 2025 bei rund 40 Prozent

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) forderte, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten sollten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) forderte, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten sollten.  © Boris Roessler/dpa

Seit Monaten zielen Forderungen aus der Union bis hin zu Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) auf mehr Arbeitsmoral in Deutschland ab.

Zuletzt hatten Teile der Union gefordert, den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit einzuschränken und mit der Formulierung "Lifestyle-Teilzeit" für Aufregung gesorgt.

Merz hatte unter anderem beim Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle gefordert, dass die Menschen in Deutschland mehr arbeiten. Andere Parteien kritisierten die CDU für ihre Forderungen.

Causa Borris: Ermittlungen gegen Magdeburgs Oberbürgermeisterin dauern an
Magdeburg Politik Causa Borris: Ermittlungen gegen Magdeburgs Oberbürgermeisterin dauern an

Die Teilzeitquote in Deutschland lag 2025 mit rund 40 Prozent auf Rekordniveau. Das führte nach Erkenntnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aber nicht dazu, dass das Arbeitsvolumen insgesamt gesunken ist.

Denn Teilzeitbeschäftigte arbeiten demnach heute mehr Stunden als in früheren Jahren, zuletzt im Durchschnitt gut 18 Wochenstunden.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

Mehr zum Thema Magdeburg Politik: