"So, wo samma, sag'n die N*ger": Münchner OB Reiter verwendet N-Wort im Stadtrat

München - Als ob er mit der FC-Bayern-Problematik nicht schon genug um die Ohren hätte, passiert Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD) kurz vor der Kommunalwahl ein weiterer Fauxpas: Das N-Wort. Während einer Stadtratssitzung.

Stolpert über einen früheren Kult-Gag des Anarcho-Künstlers Fredl Fesl: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD).
Stolpert über einen früheren Kult-Gag des Anarcho-Künstlers Fredl Fesl: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD).  © Peter Kneffel/dpa

Als er bei der Vollversammlung am Mittwoch die Tagesordnungspunkte durchging, murmelte er etwas geistesabwesend den Satz "So, wo samma, sag'n die N*ger".

Dieser Satz ist – wenn auch in seiner aus der Zeit gefallenen Entstehung nicht rassistisch gemeint – alles andere als unproblematisch.

Denn die früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze, nach der früher sogar Bier-Mischgetränke in Bayern benannt waren, gilt inzwischen zu Recht als verpönt.

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Das Zitat selbst stammt aus einem Jahrzehnte alten Sketch des bayerisch-anarchischen und gesellschaftskritischen Musik-Kabarettisten Fredl Fesl (1947-2024).

Reiter entschuldigte sich in einem schriftlichen Statement und verwies auf den Ursprung bei dem niederbayerischen Sänger.

"Es lag mir in keiner Weise daran, Menschen zu verletzen oder abzuwerten" heißt es darin. Er bittet alle, die sich durch seine Aussage nun jedoch so behandelt fühlen, um Entschuldigung.

Ihm sei bewusst, dass der Münchner Stadtrat 2022 mit dem "N-Wort ächten"-Beschluss deutlich gemacht habe, dass diese Verwendung als rassistisch abzulehnen ist.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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