Anzeige gegen Kraftklub-Frontmann: So hat die Staatsanwaltschaft entschieden

Kraftklub beim Konzert am 11. Juni vor dem Marx-Monument.
Kraftklub beim Konzert am 11. Juni vor dem Marx-Monument.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Kraftklub-Sänger Felix Brummer bleibt das Gericht erspart. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Stadtrat Martin Kohlmann (40, Pro Chemnitz) hatte im Juni Anzeige gegen Felix Brummer wegen Beleidigung erstattet (TAG24 berichtete).

Denn beim Konzert am 11. Juni am Marx-Monument soll der 27-Jährige folgende Worte ans Publikum gerichtet haben: "... das geht übrigens auch raus an die ganzen Vollidioten, die sich 'ne ganze Weile (unverständlich) versammelt haben, von Pro Chemnitz und PEGIDA oder wie die alle heißen. Fick-Finger..." Danach hätte das Publikum "Nazis raus" gerufen.

Wie die Freie Presse berichtet, sieht die Staatsanwaltschaft Chemnitz den Tatbestand der Beleidigung als nicht erfüllt an. Die Äußerungen seien unter anderem von der künstlerischen Darstellungsfreiheit gedeckt und stünden in unmittelbaren Kontext zu einem der aufgeführten Lieder. Die Nennung von Pegida und Pro Chemnitz sei offensichtlich beispielhaft gewesen und die Grenzen zur Schmähkritik seien nicht überschritten worden.

Martin Kohlmann gab auf Anfrage der Freien Presse an, er halte die Begründung der Verfahrenseinstellung für rechtlich nicht haltbar und er prüfe, "ob es sich lohnt, dagegen vorzugehen".

Stadtrat und Anwalt Martin Kohlmann (Pro Chemnitz)
Stadtrat und Anwalt Martin Kohlmann (Pro Chemnitz)  © Sven Gleisberg

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