Leiche in Metallkiste in der Elbe gefunden: Wer ist der Mann?

Dessau-Roßlau - Fast auf den Tag genau vor drei Jahren wurde in der Elbe bei Dessau-Roßlau eine grüne Metallkiste mit einer männlichen Leiche darin gefunden (TAG24 berichtete). Bisher konnte von den Ermittlern weder die Identität des Getöteten geklärt, noch der oder die Täter gefunden werden.

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt fertigte ein rekonstruiertes Portrait an. So könnte der Mann vor seinem Tod ausgesehen haben.
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt fertigte ein rekonstruiertes Portrait an. So könnte der Mann vor seinem Tod ausgesehen haben.  © Polizei

Am Mittag des 5. Juli 2016 machte ein Paddler auf der Elbe eine schreckliche Entdeckung. Er informierte die Polizei über eine Kiste, in der sich möglicherweise eine Leiche befindet. Beamte der Wasserschutzpolizei konnten dies wenig später bestätigen.

Sofort wurden Ermittlungen in die Wege geleitet, um zu klären, wer der Mann ist und wie er zu Tode kam. Länderübergreifend wurden Vermisstenfälle abgeglichen - ohne Treffer. "Der Leichnam weist Verletzungen auf, wonach der bislang Unbekannte Opfer eines Tötungsverbrechens geworden ist", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann mehrere Wochen vor dem Fund ums Leben kam.

Er wird wie folgt beschrieben:

Verwirrung um Sarafina und ihre Zwillinge: Leben sie gar nicht mehr im Wollny-Haus?
Sarafina Wollny Verwirrung um Sarafina und ihre Zwillinge: Leben sie gar nicht mehr im Wollny-Haus?
  • etwa 45 bis maximal 60 Jahre alt
  • zirka 1,80 Meter groß und athletisch
  • etwa 75 Kilogramm schwer
  • Tätowierung "Michaela" in schwarzer Farbe auf dem linken Unterarm
  • goldener Ring am rechten Ringfinger mit der Gravur "Michaela"

Metallkiste wurde von der A9-Elbbrücke ins Wasser geworfen

Der Getötete trug ein "Michaela"-Tattoo auf dem linken Unterarm und einen goldenen Ring am rechten Ringfinger, ebenfalls mit der Gravur "Michaela".
Der Getötete trug ein "Michaela"-Tattoo auf dem linken Unterarm und einen goldenen Ring am rechten Ringfinger, ebenfalls mit der Gravur "Michaela".  © Polizei

Bisherige Ermittlungen ergaben, dass die bis 1991 in großer Stückzahl produzierte Metallkiste von der Elbbrücke der Autobahn 9 zwischen Coswig und Vockerode samt Leiche in den Fluss geworfen wurde. Bis dorthin muss sie in einem Fahrzeug transportiert worden sein.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben bereits eine sogenannte Isotopenanalyse und eine Gesichtsweichteilrekonstruktion in Auftrag gegeben. "Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich der Unbekannte seit mindestens zehn Jahren in Deutschland aufhielt, jedoch ursprünglich nicht aus in Mitteleuropa stammt", heißt es in einer Mitteilung.

Bis etwa zu seinem 35. Lebensjahr soll der Mann in Südosteuropa, also Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Serbien usw.) aufgewachsen sein und gelebt haben, bevor er nach Deutschland kam. Hier soll er eher im Landesinneren und nicht an der Küste wohnhaft gewesen sein.

Polizei benötigt Eure Hilfe

Die bisherigen 331 Hinweise brachten noch keinen Erfolg. Auch Ausstrahlungen bei "Kripo live" und "Aktenzeichen XY...ungelöst" blieben erfolglos.

Daher wollen die Ermittler wissen: Wer ist der Mann? Wer hat ihn vor dem 5. Juli 2016 bzw. wo wurde er bis dahin gesehen? Wer kann Angaben zum Ring, der Metallkiste und der Tätowierung machen? Wer hat vor oder am 5. Juli Beobachtungen an der Elbbrücke zwischen Coswig und Vockerode gemacht?

Hinweise nimmt die Polizei unter 03406000291, per Email an lfz.pi-de@polizei.sachsen-anhalt.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

In dieser Metallkiste wurde die Leiche gefunden. Die beiden Abbildungen befanden sich als Aufkleber auf der Innenseite des Deckels.
In dieser Metallkiste wurde die Leiche gefunden. Die beiden Abbildungen befanden sich als Aufkleber auf der Innenseite des Deckels.  © Polizei
Die Metallkiste wurde am oder vor dem 5. Juli 2016 von der Elbbrücke auf der A9 zwischen Vockerode und Coswig ins Wasser geworfen.
Die Metallkiste wurde am oder vor dem 5. Juli 2016 von der Elbbrücke auf der A9 zwischen Vockerode und Coswig ins Wasser geworfen.  © Google Maps

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