187 Strassenbande: Gzuz ruft Polizisten "Heil Hitler!" zu

Hamburg/Frankfurt am Main - Langsam müsste sich Gzuz (31) von der 187 Strassenbande aus Hamburg mit den Gesetzen bestens auskennen. Doch statt juristischen Konflikten aus dem Weg zu gehen, ist seine Strafakte nun um ein weiteres Kapitel dicker geworden.

Gzuz rappt bei einem Konzert. Seine Wortwahl hat ihm nun eine neue Verurteilung eingebracht. (Archivbild)
Gzuz rappt bei einem Konzert. Seine Wortwahl hat ihm nun eine neue Verurteilung eingebracht. (Archivbild)  © dpa/Philipp von Ditfurth

Wie erst jetzt durch einen Bericht der Pforzheimer Zeitung bekannt wurde, hat das Amtsgericht Frankfurt am Main den Rapper bereits vor Monaten verurteilt.

Im Schnellverfahren erließ das Gericht am 16. Januar einen Strafbefehl gegen Kristoffer Jonas Klauß, wie Gzuz bürgerlich heißt.

Grund dafür: Verwenden von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation und Beleidigung.

Was ist genau vorgefallen?

Wortwahl und rüpelhaftes Benehmen sind schuld!

Bei einer Grenzkontrolle am Frankfurter Flughafen rief Gzuz zu einem Polizisten laut "Heil Hitler!", erklärte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen auf TAG24-Nachfrage.

Das nationalsozialistische Kampfgruß ist in Deutschland laut § 86a StGB verboten.

Bisher ist Gzuz nicht als Anhänger oder Sympathisant der rechtsextremen Szene bekannt. Wieso er "Heil Hitler" gesagt hat, ist unklar. Auf eine TAG24-Anfrage dazu antwortete Gzuz nicht.

Sicher ist: Der Strafbefehl hat ihm eine Geldstrafe von 115 Tagessätze zu je 70 Euro - also insgesamt 8050 Euro - eingebracht.

Gzuz ist wegen anderer Urteile noch auf Bewährung

Im Strafjustizgebäude in Hamburg musste sich Gzuz bereits mehrfach verantworten.
Im Strafjustizgebäude in Hamburg musste sich Gzuz bereits mehrfach verantworten.  © dpa/Markus Scholz

Mit dieser Information lässt sich übrigens Gzuz ungefähres Monatseinkommen berechnen.

Denn vereinfacht ausgedrückt ist der Tagessatz das monatliche Nettoeinkommen geteilt durch 30.

Demnach lässt sich aus 30 Tage mal 70 Euro ein Monatsnettoeinkommen von 2100 Euro ableiten.

Nicht wenig, aber auch nicht unbedingt viel für einen sehr erfolgreichen Rapper. Zum Vergleich: Der Tagessatz von YouTuber und Musiker Leon Machère (27) lag im vergangenen Jahr bei 250 Euro.

Mit dem Strafbefehl ist Gzuz zwar erneut verurteilt, doch wieder mal ist er um eine Gefängnisstrafe herumgekommen.

Erst im Mai war bekannt geworden, dass zu einer Geldstrafe von 4200 Euro verurteilt wurde, weil er auf dem Splash!-Festival sexuell belästigt hatte. Seit Monaten wandelt er auf dünnem Eis.

Bis Ende des Jahres ist der 31-Jährige nämlich auf Bewährung, sagte die Hamburger Oberstaatsanwältin Nana Frombach auf TAG24-Nachfrage.

Weil er einen Supermarkt-Mitarbeiter geohrfeigt hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht Altona im Dezember 2017 zu vier Monaten auf Bewährung. Da Gzuz zu dem Zeitpunkt noch wegen schweren Raubes und Körperverletzung auf Bewährung war, musste er im August vergangenen Jahres zu einer Anhörung, kam aber davon.

Solche Sachen seien immer Einzelfallentscheidungen, erklärt Oberstaatsanwältin Frombach. Bei geringeren Delikten sei es aber unwahrscheinlich, dass ihretwegen aus einer Bewährung wieder eine Haftstrafe wird. Das sei bei dem neuen Strafbefehl von Gzuz vermutlich auch so.

Da hat der Rüpel-Rapper wieder mal Glück gehabt. Was er von der Justiz hält, zeigte er im März, als er gegen das Strafjustizgebäude pinkelte und sich dabei filmen ließ.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/gzuz187_official

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