Herzstillstand und allergischer Schock drohen! Vorsicht vor diesem Fisch in Nord- und Ostsee

Hamburg - Er wird nur rund 50 Zentimeter groß, doch dieser Fisch hat es in sich! Das Petermännchen zählt zu den giftigsten Tieren Europas.

Das Petermännchen schwimmt durch das Wasser.
Das Petermännchen schwimmt durch das Wasser.  © allexxandar/123RF

Heimisch ist der Fisch an der Nord- und Ostseeküste. Besonders im seichten Gewässer fühlt sich das Petermännchen wohl.

Oft sind nur die Augen zu sehen. Es versteckt sich gerne im Sand oder Schlamm und ist daher für Menschen kaum sichtbar.

Doch ein Tritt auf das kleine Petermännchen kann schmerzhafte Folgen haben. Kommen Urlauber mit den Giftdrüsen an den Rückenflossen in Berührung, merken sie dies durch einen stechenden Schmerz.

Dabei löst das Gift eine Immunreaktion aus, die beim Menschen Gelenkschmerzen und Schwellungen hervorrufen kann.

Zudem können Symptome wie Fieber, Atemnot, Erbrechen, Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Im allerschlimmsten Fall kann es sogar zu einem allergischen Schock oder einem Herzstillstand kommen.

"Eine solch starke allergische Reaktion ist aber sehr selten", erklärte Doktor Martin Ebbecke, Toxikologe des Giftinformationszentrum-Nord in einem Fit-for-Fun-Interview.

"Die Hauptsymptome sind der Schmerz in der betroffenen Stelle sowie die Auswirkungen einer möglichen Infektion, die folgen kann."

Der Fisch fühlt sich besonders im seichten Wasser wohl.
Der Fisch fühlt sich besonders im seichten Wasser wohl.  ©  wrangel/123RF

Der Experte rät, bei einem Stich schnell an Land zu kommen und vorsichtig den Stachel zu ziehen.

"Dazu empfiehlt sich die Temperaturschockmethode, bei welcher die betroffene Stelle kurz erhitzt wird, um so die Giftmoleküle zu zerstören", erklärte Ebbecke.

Anschließend sollte der Stich gekühlt und ein Arzt aufgesucht werden. Im Normalfall ist der Schmerz nach zwei Tagen verflogen.

"Was viele Personen nicht wissen: Dass der Schmerz an der Stelle nach ein paar Wochen wieder auftreten kann", sagte der Toxikologe. "Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung."

Der Experte gibt zudem noch einen passenden Rat und empfiehlt Badeschuhe. Denn besonders beim Waten durch das seichte Wasser sei die Gefahr groß. Jährlich sind rund 30 bis 40 Personen von einem Tritt auf das Petermännchen betroffen.

"Am häufigsten verletzen sich Badegäste oder Wattwanderer an den oberen Stacheln, die das Petermännchen eigentlich vor Angreifern schützen sollen. Auch Angler ohne spezielle Handschuhe können leicht in diese reinfassen", sagte Ebbecke.

Titelfoto: wrangel/123RF

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