Netflix-Doku feiert den Kult: "Filme - Das waren unsere Kinojahre"

München - Die Macher des Netflix-Erfolgs "Spielzeug - Das war unsere Kindheit" haben ein neues Gebiet für ihre Doku-Serie gefunden: Kultfilme.

Die Macher von "Spielzeug – Das war unsere Kindheit" ("The Toys that made us") starten ihre neue Doku auf Netflix.
Die Macher von "Spielzeug – Das war unsere Kindheit" ("The Toys that made us") starten ihre neue Doku auf Netflix.  © Courtesy of Netflix

Nur wenige Tage nachdem die dritte Staffel von der im Original benannten Reihe "The Toys that made us" online ging, legten sie gleich noch einen drauf: "The Movies that made us" (Deutscher Titel: "Filme - Das waren unsere Kinojahre").

Traditionell besteht eine Staffel auch in diesem Spin-Off (Ableger) aus vier Episoden.

Zum Einstieg haben sie sich vier absolute cineastische Klassiker ausgesucht: "Dirty Dancing", "Kevin - Allein zu Haus", "Ghostbusters - Die Geisterjäger" und "Stirb langsam".

Das Besondere an diesen Dokumentationen: An die Stars selbst kamen die Macher meist nicht ran. Aber Not macht erfinderisch.

Also sprachen sie mit Produzenten, Nebendarstellern, Drehbuchautoren, Regisseuren, Set-Mitarbeitern - also im Grunde mit jedem, außer den ganz großen Gesichtern der Filme. Einzige Ausnahme ist "Ghostbusters", wo Hauptdarsteller Dan Aykroyd auch geistiger Vater und Autor des Filmes war - und darum jede Gelegenheit nutzt, über sein Werk zu sprechen.

Wie man es aus der Spielzeug-Doku-Variante kennt, werden auch hier wieder Produktionsbedingungen, Streitereien, Probleme, Konflikte und Herausforderungen besprochen, bei denen nicht nur Außenstehender kopfschüttelnd denken: "Es grenzt an ein absolutes Wunder, dass der Film überhaupt existiert."

Beispiel: Dass sich beim Set von "Dirty Dancing" die beiden Hauptdarsteller Patrick Swayze und Jennifer Grey nicht gerade gut leiden konnten, ist hinlänglich bekannt. Dass der Produzent nach Sicht der Rohfassung sagte "Verbrennt die Negative und kassiert die Versicherung", spricht da schon eine deutliche Sprache.

"Kevin - Allein zu Haus" wurde sogar bereits während des Drehs eingestampft und die komplette Crew gefeuert.

Trailer screenshot?

Nah am Original und immer noch beliebt: Seit dem Jahr 2010 findet im Lake Lure in North Carolina das "Dirty-Dancing"-Festival um den Kultfilm statt.
Nah am Original und immer noch beliebt: Seit dem Jahr 2010 findet im Lake Lure in North Carolina das "Dirty-Dancing"-Festival um den Kultfilm statt.  © Tele5/dpa

Es wird schonungslos offen über alle Produktions-Debakel gesprochen. Kann man ja rückwirkend auch machen - man hatte schließlich Erfolg.

Sowohl vor als auch hinter der Kamera wird ganz klar mit ausreichend Abstand und einem gewissen Augenzwinkern auf die Filme geblickt.

Man erfährt Dinge wie, dass die Villa der McCallisters aus "Kevin - Allein zu Haus" komplett in einer Turnhalle und teilweise in (!) einem Pool nachgebaut werden musste, damit die Crew drehen konnte - obwohl das Budget für den Film nie genehmigt wurde.

Oder dass jede Szene, in der jemand "Ghostbusters" sagte, auch mit dem alternativen Wort "Ghostbreakers" gedreht werden musste - während Coca Cola den Geisterjäger-Film verhindern wollte.

Oder dass Bruce Willis von den Zuschauern des "Stirb langsam"-Trailers so wenig ernst genommen wurde, dass man ihn von den Kino-Postern verbannte und nur das "Nakatomi Plaza"-Hochhaus abbildete.

Es gibt hunderte dieser Geschichten in vier Episoden. Anekdoten, die Tricks, mit denen die Filmcrew die Produktionsfirmen überlisten musste und Aufnahmen von den Dreharbeiten. Und eine Sache haben alle vier Filme in dieser ersten Staffel gemeinsam: Niemand glaubte an den Erfolg.

Fazit: Wie auch schon der Vorgänger "The Toys that made us" präsentiert sich auch "The Movies that made us" in gewohnt unterhaltsamer, informativer und humorvoller Art. Als Zuschauer erhält man in dieser "leichten Fernsehkost" tiefe Einblicke in bestimmte Abläufe, spannende Geschichten und - mit dem Wissen, dass alles gut ausging - hervorragende Geschichten vom Scheitern und Kämpfen. Wer ein Fable für Popkultur hat, kann nur sagen: Daumen hoch.

Titelfoto: Montage: Netflix + Tele5/dpa

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