Berlin - Seit Beginn des Jahres gilt in Deutschland das neue, mitunter hochumstrittene Wehrdienstgesetz. Mehr als 200.000 junge Menschen erhielten seitdem einen Fragebogen zur Musterung. Zwar zeigen insbesondere zahlreiche Männer Interesse, doch viele Bögen bleiben auch unausgefüllt. Es drohen saftige Bußgelder.
Für nach dem 31. Dezember 2007 geborene Männer besteht seit 1. Januar dieses Jahres die Pflicht, die sogenannte Bereitschaftserklärung auszufüllen – und bei Vorladung zur Musterung zu erscheinen. Auch gleichaltrige Frauen kriegen den Fragebogen zugesendet, sind allerdings nichts verpflichtet, diesen auszufüllen.
Unter den betroffenen jungen Männern zeigen sich viele zögerlich: Wie der Spiegel aktuell berichtet, haben bislang nur 86 Prozent von ihnen das Formular innerhalb von vier Wochen ausgefüllt. Nach dem Verstreichen dieser Frist und der ersten Mahnung folgten weitere fünf Prozent, die den Fragebogen online ausfüllten.
Fast jeder Zehnte weigert sich also komplett, der gesetzlichen Ausfüll-Pflicht nachzukommen. Wer "ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig die Bereitschaftserklärung nicht richtig oder nicht vollständig abgibt, könne mit einer Geldbuße belegt werden", schreibt der Spiegel unter Berufung auf Angaben der Bundeswehr. Wer auch die zweite Frist verstreichen lässt, dem soll wohl ein Bußgeld von 250 Euro drohen!
2025 hieß es vom Wehrressort noch, dass sogar Strafen in Höhe von bis zu 1000 Euro möglich werden könnten.
Hälfte aller betroffenen Männer zeigt Interesse an Wehrdienst
Mit der Quote von rund 91 Prozent ausgefüllten Fragebögen sei man dennoch zufrieden, ließ das Verteidigungsministerium verlauten.
In diesen müssen die Befragten auf einer Skala von 1 bis 10 ihre Bereitschaft für den Wehrdienst angeben. Immerhin rund die Hälfte der Männer, die bislang geantwortet haben, soll zumindest Interesse bekunden.
Mithilfe des neuen Gesetzes und der Fragebögen soll die Bundeswehr von 185.000 auf bis zu 270.000 aktive Soldaten wachsen – und das in nur knapp zehn Jahren, bis 2035. Dazu sollen rund 200.000 Reservisten kommen.