"Einziger Pluspunkt ist ihr G-Punkt": Berliner Politikerin wehrt sich gegen sexistischen Zeitungsartikel

Berlin - Was hat sich "Tichys Einblick" denn da geleistet? In Ausgabe 10/2020 des seit 2014 erscheinenden Magazins wurde die Berliner Politikerin Sawsan Chebli (42) extrem frauenverachtend und sexistisch beleidigt.

CSU-Politikerin Dorothee Bär (l.) und Staatssekretärin Sawsan Chebli.
CSU-Politikerin Dorothee Bär (l.) und Staatssekretärin Sawsan Chebli.  © Bernd von Jutrczenka, Kay Nietfeld / dpa Pool/dpa

"Was spricht für Sawsan? Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können", schreibt der männliche Autor über die deutsche Politikerin palästinensischer Herkunft.

Sawsan Chebli (SPD) wurde auf den Artikel aufmerksam und teilte entsprechende Screenshots auf Twitter.

"Ein besonders erbärmliches, aber leider alltägliches Beispiel von Sexismus gegen Frauen in der Politik", schrieb die 42-Jährige zu ihrem Tweet.

Daraufhin bekam sie unterstützende Kommentare von Frauen und Männern, die den wahrscheinlich satirisch gemeinten Artikel ebenfalls als Sexismus kritisierten.

"Manchmal möchte ich einfach nur im Strahl kotzen", antwortete die Sozialdemokratin Derya Türk-Nachbaur. "Was ist das denn für ein widerlicher Dreck?", fragte der Unternehmer Mathias Richel.

Ein weiterer Nutzer kritisierte das Magazin als "Käseblatt" und kommentierte: "Fragile Men, die nur Geschlecht als Argumentation verwenden können."

Politiker und Twitter-Nutzer unterstützen Staatssekretärin Sawsan Chebli

Dorothee Bär reagiert und verlässt Ludwig-Erhard-Stiftung

Roland Tichy verfasste den Beitrag zwar nicht selbst, verantwortet als Publizist allerdings die journalistischen Inhalte von "Tichys Einblick". Da er außerdem Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung ist, zog Cheblis CSU-Kollegin Dorothee Bär (42) bereits Konsequenzen aus der sexistischen Äußerung und zog sich aus der Stiftung zurück.

"Derartige Ausfälle sind unerträglich und mit den Zielen der Stiftung absolut unvereinbar. Ludwig Erhards Ansinnen wäre heute sicher nicht die Herabwürdigung von Frauen, sondern das Fördern weiblicher Karrieren", sagte Bär dem Handelsblatt.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Twitter Screenshot @SawsanChebli

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