Kanzler Merz warnt in Davos vor neuer Weltordnung: "Das ist kein gemütlicher Ort"

Davos - Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor einer ungemütlichen, neuen Weltordnung gewarnt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) sprach am Donnerstagmorgen auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos (Schweiz).  © Markus Schreiber/AP/dpa

"Wir erleben den Beginn einer neuen Ära", erklärte Merz zu Beginn seines Auftritts am Donnerstagmorgen. Seinen Vortrag hielt der Bundeskanzler dabei auf Englisch, zwischendurch fasste er seine wichtigsten Punkte jedoch in deutscher Sprache zusammen.

Merz bezeichnete die neue Weltordnung dabei als "Ära der Großmächte", die sich vor allem durch Stärke, Macht und auch Gewalt charakterisiere: "Das ist kein gemütlicher Ort." Dies spiegle sich laut Merz vor allem in der aktuellen Außenpolitik der US-Regierung wider, die er als eine Reaktion auf einen drohenden Verlust der globalen Vormachtstellung bezeichnete.

Damit die EU in einer solchen neuen Weltordnung nicht an Bedeutung verliert, forderte der CDU-Chef die EU-Staaten auf, "entschlossen und souverän" zusammenzustehen. Deshalb sei es notwendig, "massiv" in die Verteidigungsfähigkeit zu investieren und "zügig" die Wirtschaftskraft zu stärken.

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Während Merz mit Verweis auf die deutsche Geschichte gleichermaßen vor einer nur auf Macht basierenden Welt warnte, stellte er sich dennoch klar auf die Seite der USA. Die NATO könne für die Vereinigten Staaten laut Merz der "größte Wettbewerbsvorteil" im Streben nach mehr Macht sein.

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Der Bundeskanzler warnte vor einer Weltordnung, die nur auf Macht basiert.  © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Dass US-Präsident Donald Trump (79) bereits am Mittwoch seine angedrohten Zölle zurückgenommen und einen gewaltsamen Einmarsch in Grönland ausgeschlossen hatte, bezeichnete Merz am Donnerstag als die "richtige Richtung". Er sei dankbar, dass die USA die von Russland ausgehende Gefahr in der Arktis-Region ernst nehme und kündigte an, dass Deutschland und die EU für die dortige Sicherheit "mehr tun" werden.

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