Umfrage: Merz unbeliebt wie noch nie, große Mehrheit hält AfD für Gefahr

Mainz - Die Beliebtheit von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist seit einiger Zeit im freien Fall und hat nun einen neuen Tiefstwert erreicht. Zugleich zeigt eine aktuelle Umfrage für das ZDF-Politbarometer, dass eine große Mehrheit der Deutschen die in Teilen rechtsextreme AfD für eine "Gefahr für die Demokratie" hält und in großer Sorge wegen der im Herbst anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland ist.

Erst unlängst wurde Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei einer Rede vor Delegierten des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ausgebuht.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag 1340 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Personen.

Das Ergebnis dieser repräsentativen Umfrage: Auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 erhält der Bundeskanzler hinsichtlich Sympathie und Leistung lediglich den Wert minus 1,7 - seine bislang schlechteste Bewertung im ZDF-Politbarometer.

Verglichen mit dem Wert von Anfang Mai verschlechterte sich Merz um minus 1,5, wie der Mainzer Fernsehsender am Freitag mitteilte.

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Auch andere Repräsentanten der Bundesregierung sind im Ranking auf ihren bislang schlechtesten Wert gefallen, so etwa Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Dennoch führt der 66-Jährige mit 1,3 (minus 0,5) weiter die Top-Ten-Liste der beliebtesten Politikerinnen und Politiker an.

Auch Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) fallen auf ihre bislang schlechtesten Werte im ZDF-Ranking: Wadephul liebt bei 0,1 (minus 0,3) und Klingbeil bei 0,7 (minus 0,2).

Das bröckelnde Ansehen vieler Kabinettsmitglieder spiegelt sich auch in den Ergebnissen der traditionellen Projektion der Forschungsgruppe Wahlen "wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre" wider.

In diesem Fall käme die AfD auf 26 Prozent (Minus 1 im Vergleich zu Anfang Mai) und wäre damit die stärkste Kraft im Parlament. CDU/CSU kämen zusammen auf 24 Prozent (Minus 1), die Grünen auf 15 Prozent (plus 2), die SPD auf 12 Prozent (unverändert), die Linke auf 12 Prozent (plus 1). "Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit", ergänzte ein Sprecher.

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Allgemein wird die Arbeit der Bundesregierung von einer großen Mehrheit der Deutschen als "eher schlecht" bewertet.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Wäre am kommenden Sonntag "wirklich" Bundestagswahl, so würde die AfD als stärkste Partei ins Parlament einziehen.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Zwei Drittel der Befragten gegen AfD-Ministerpräsidenten

Eine deutliche Mehrheit hält die in Teilen rechtsextreme AfD für eine "Gefahr für die Demokratie".  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Angesichts Zustimmungswerte von mehr als 40 Prozent für die AfD bei Umfragen hinsichtlich der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (6. September) fragten die Mannheimer Forscher auch nach den Einstellungen zu der in Teilen rechtsextremen Partei.

Generell sehen demnach 72 Prozent der Deutschen "in der AfD eine Gefahr für die Demokratie". Darunter seien "74 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten", ergänzte ein Sprecher.

Gelänge es der AfD, in Ostdeutschland einen Ministerpräsidenten zu stellen, fänden das rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten schlecht.

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Zudem haben 65 Prozent die Sorge, dass es negative Auswirkungen für ganz Deutschland haben könnte, wenn es der AfD gelänge, in einem ostdeutschen Bundesland die Regierung zu stellen.

Rund zwei Drittel der Befragten sind gegen einen etwaigen von der AfD gestellten Ministerpräsidenten.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Viele haben zudem die Sorge, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD in Ostdeutschland schlecht für ganz Deutschland wäre.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Nicht nur in Sachsen-Anhalt wird gewählt: Am 20. September finden zudem die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und die Abgeordnetenhauswahl in Berlin statt.

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