Bitteres Ergebnis für Grünen: So fiel die Europawahl im Ländle aus!

Stuttgart/Fellbach - Ein bitterer Abend für die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (75). Die CDU hat die Europawahl in Baden-Württemberg klar gewonnen.

Bereits am 6. Juni begann die Europawahl. In Deutschland wurde am 9. Juni gewählt und ausgezählt.
Bereits am 6. Juni begann die Europawahl. In Deutschland wurde am 9. Juni gewählt und ausgezählt.  © Bernd Weißbrod/dpa

Die Christdemokraten kamen laut dem vorläufigen Endergebnis auf 32,0 Prozent der Stimmen. Die Grünen erzielten nur noch 13,8 Prozent und rutschten auf Platz drei, wie in der Nacht zu Montag aus Zahlen auf der Internetseite des Statistischen Landesamts in Fellbach bei Stuttgart hervorging.

Die AfD ist mit 14,7 Prozent zweitstärkste Kraft - trotz wochenlanger bundesweiter Negativschlagzeilen über mögliche Verbindungen der AfD-Kandidaten nach Russland und China. Die SPD erreichte den Angaben zufolge im Land 11,6 Prozent, die FDP 6,8 Prozent. Die erst im Januar gegründete Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kam den Angaben zufolge aus dem Stand auf 4,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg ist nach Daten des Landesamts leicht gestiegen. Demnach gingen in diesem Jahr im Südwesten 66,4 Prozent der Menschen wählen. Vor fünf Jahren waren es 64,0 Prozent gewesen.

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2019 war die CDU auch schon mit damals 30,8 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz gelandet, gefolgt von den Grünen mit 23,3 Prozent. Die SPD kam auf 13,3 Prozent, die AfD erhielt 10 Prozent und die FDP 6,8 Prozent der Stimmen.

Bei der Europawahl durften diesmal landesweit 7,8 Millionen deutsche Staatsbürger ihre Stimme abgeben. Dem Statistischen Landesamt zufolge leben rund 830.000 Bürgerinnen und Bürger aus anderen EU-Staaten im Südwesten, die entscheiden konnten, ob sie in Deutschland oder in ihrem Herkunftsstaat wählen wollten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (75, Bündnis 90/Die Grünen) dürfte von den Wahlergebnissen mehr als enttäuscht sein.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (75, Bündnis 90/Die Grünen) dürfte von den Wahlergebnissen mehr als enttäuscht sein.  © Marijan Murat/dpa

Hans-Ulrich Rülke: "Uhr der Grünen im Ländle ist abgelaufen"

Manuel Hagel (36, CDU) gab zusammen mit seiner Frau seine Stimme ab.
Manuel Hagel (36, CDU) gab zusammen mit seiner Frau seine Stimme ab.  © Bernd Weißbrod/dpa

Auch bundesweit gewann die CDU klar die Europawahl. Landeschef Manuel Hagel (36) sieht die Politik seiner Partei durch die Hochrechnungen gestützt. "Die Menschen vertrauen der CDU – sie stärken unseren Kurs für die bürgerliche Mitte", erklärte Hagel. Die CDU stehe für Stabilität, Vernunft und Zusammenhalt. "Das war unser Angebot, das traut man uns zu und dafür wurden wir heute gewählt."

Anton Baron (36), der Vorsitzende der AfD im baden-württembergischen Landtag sieht die Politik seiner Partei durch das Ergebnis der Europawahl bestätigt. Die Menschen interessierten "herbeifabulierte vermeintliche Skandale" nicht, sie setzten sich lieber mit tatsächlicher Politik auseinander: "Und AfD-Politik überzeugt dabei", so der Fraktionschef.

Der Fraktionschef der FDP im Landtag, Hans-Ulrich Rülke (62), zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei. "Trotz der Ampel in Berlin haben wir Liberale in Baden-Württemberg praktisch nichts verloren. Vermutlich wird die FDP in Baden-Württemberg wieder der stärkste FDP-Landesverband", teilte Rülke mit.

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"Die Grünen in Baden-Württemberg verlieren brutal – noch mehr sogar als im Bundesdurchschnitt. Das zeigt klar, dass die Uhr der Grünen im Ländle abgelaufen ist." Die Liberalen jedenfalls würden 2026 eine bürgerliche Landesregierung in Baden-Württemberg anstreben, so Rülke.

Titelfoto: Bildmontage: Marijan Murat/dpa, Bernd Weißbrod/dpa

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