Frau wacht im Hotel nackt und ohne Erinnerung neben Wildfremdem auf

London - Die Nacht des 10. Mai im Jahr 2015 sollte das Leben von Emily Hunt für immer verändern. Sie erwachte vollkommen nackt in einem Luxus-Hotel, während ein Fremder neben ihr lag.

Emily (41) beschloss, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
Emily (41) beschloss, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.  © Twitter/emilyinpublic

Fünf Jahre lang kämpfte die heute 41-Jährige für Gerechtigkeit. Emily hatte sich viel anhören müssen: Dass sie eine Lügnerin sei, dass es kein Vergehen gegeben hätte und so weiter.

Doch was genau war geschehen?

Am Tag des Vorfalls traf Emily ihren Vater gegen Mittag in einem Restaurant. Die beiden aßen gemeinsam, bevor er zum Flughafen musste. Emily blieb im Restaurant zurück, berichtet die britische Webseite Mirror.

Hier schwand die Erinnerung der damals 36-Jährigen. Das Nächste, was sie bewusst erlebte, war, dass sie am darauffolgenden Tag nackt neben einem fremden Mann in einem Hotelzimmer aufwachte.

Dieser war angezogen, hielt eine Fernbedienung in der Hand und lachte über das, was er soeben auf dem Bildschirm sah. Sie fragte ihn völlig verwirrt, wer er denn sei. Er stellte sich ihr als Christopher vor und dass die beiden sich in dem Fünf-Sterne-Hotel Town Hall befänden.

Aus Angst rief die Britin ihren Ex-Mann an, mit dem sie nach wie vor befreundet war. Dieser sprach mit dem ominösen Mann namens Christopher. Anschließend wandte sich Emily an eine Freundin, die die Polizei alarmierte. Die 41-Jährige floh aus dem Zimmer, auf dem Weg die Treppe hinunter erlitt sie eine Panik-Attacke.

Der Mann, der sich als Christopher Killick (40) herausstellte, sagte den Beamten, er habe Emily in einer Bar getroffen. Das Paar sei ins Hotel gegangen und habe einvernehmlichen Sex gehabt.

Emily Hunt behauptet, Christopher habe ihr Drogen verabreicht

Über ihre Erlebnisse schreibt und spricht sie. Emily ist oft in Fernsehberichten zu sehen.
Über ihre Erlebnisse schreibt und spricht sie. Emily ist oft in Fernsehberichten zu sehen.  © Crowdjustice/emilyhunt

Emily sträubt sich gegen diese Behauptungen. Der Fremde habe sie unter Drogen gesetzt, um sie zu vergewaltigen, sagte sie. Doch es steht Aussage gegen Aussage, die Polizei glaubte ihr nicht. (TAG24 berichtete).

Zudem hatten Bilder einer Überwachungskamera gezeigt, wie sie den Tatverdächtigen freiwillig küsste.

Die Frau gab nicht auf. Jahrelang versuchte sie, Aufmerksamkeit für ihre Geschichte zu erlangen. Denn Christopher gab später zu, dass er Emily heimlich nackt gefilmt habe. Das sei seiner Ansicht nach zwar "moralisch falsch", aber nicht illegal gewesen.

Der Mann übergab der Polizei das rund 62-sekündige Video. Er gab zu, neben ihr masturbiert zu haben, als sie schlief. Das Video sei zu seinem privaten Vergnügen entstanden.

Aus Mangel an Beweisen konnte er nicht der Vergewaltigung angeklagt werden. Doch Emily verlangte, dass man Christopher wegen Voyeurismus vor Gericht stellte. Trotz des Videos sah die Staatsanwaltschaft es nicht als notwendig, Maßnahmen zu ergreifen.

Obwohl Voyeurismus nach dem Sexualdeliktgesetz von 2003 ein Verbrechen ist, erklärte die Strafverfolgungsbehörde, dass das Filmen einer Person nackt in einem privaten Raum kein Vergehen sei, wenn sie eingewilligt habe, nackt betrachtet zu werden. Emily ging dagegen vor, sammelte über Crowdjustice Geld, um die Verhandlung zahlen zu können.

Das Urteil sorgte für Entsetzen, lud es doch zahlreiche Männer ein, heimlich Frauen nackt zu filmen, wenn sie so ungeschoren davonkommen konnten.

Fünf Jahre nach der Tat kommt es zur Verhaftung

Doch im Jahr 2020 entschied ein Gericht in einem ähnlichen Fall zugunsten der Frau. Daraufhin wurde Emilys Fall wieder aufgerollt, es kam zur Verhaftung von Christopher. Die Film-Aufnahmen seien illegal, er hätte nicht die Erlaubnis dazu gehabt. Vor Gericht bekennt er sich schuldig. 

Nach fünf Jahren des ständigen Hin und Her ein Sieg für die 41-Jährige. Viele Dinge sind zwar noch unklar, zum Beispiel, wie genau sie in das teure Hotel kam, doch es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer nach all dem, was Emily die vergangenen Jahre ertragen musste.

Der Voyeur wurde gegen eine Kaution freigelassen und angewiesen, Emily nicht zu kontaktieren, bevor er im nächsten Monat verurteilt wird.

Titelfoto: Twitter/emilyinpublic

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