"Das tut mir aufrichtig leid": Schafroth entschuldigt sich für Flaggen-Skandal in Grönland
Von Frederick Mersi
Memmingen/Nuuk - Nach heftiger Kritik aus Grönland wegen eines US-Flaggen-Drehs für die NDR-Satiresendung "Extra 3" hat sich Kabarettist Maxi Schafroth (41) dafür entschuldigt.
In der Situation sei der satirische Kontext "nicht erkennbar" gewesen, sagte Schafroth der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat einige irritiert, das tut mir aufrichtig leid."
Schafroth hatte sich während des Drehs auf Grönland als US-Regierungsmitglied ausgegeben und versucht, eine US-amerikanische Flagge auf einem öffentlichen Platz zu hissen. Dafür wurde ihm ein Bußgeld aufgebrummt, wie der NDR bestätigte - allerdings ohne Schafroths Namen zu nennen.
"1000 Kronen, das sind ungefähr 130 Euro, die konnte ich direkt auf der Polizeiwache in bar bezahlen", sagte der Kabarettist der dpa.
"Ich saß dort relativ lange, auch weil die grönländische Polizei darum bat, andere "Extra 3"-Videos zu sehen, um unsere Arbeit zu verstehen, und ich war erleichtert, dass sie lachen mussten, als ich als Priester mit einem E-Scooter "Habemus papam" rufend über den Petersplatz gefahren bin."
Schafroth suchte das direkte Gespräch mit den Menschen in Nuuk
Ihm sei auch "nicht wurst, wie die Leute reagieren", betonte Schafroth. "Wir wollen nicht gegen die Menschen arbeiten, auf deren Seite wir sind, sondern mit ihnen." Da Nuuk, die Hauptstadt von Grönland, "sehr überschaubar" sei, habe er am Donnerstagmorgen noch die Möglichkeit gehabt, "mit den Leuten hier direkt zu sprechen und auch im Kulturzentrum, wo der Mast steht, die Sache persönlich zu klären".
Er habe die Menschen in Grönland bei dem Dreh diese Woche als "sehr offen und warmherzig" kennengelernt, sagte Schafroth. "Wir haben ja bis auf die Sache mit der Flagge von den Einheimischen ja auch gute Reaktionen erfahren, dort wo es eben als Satire eingeordnet werden konnte."
Satire soll nicht gegen Grönländer gerichtet sein
Laut NDR war "das weltweit diskutierte Vorgehen der USA" Anlass für die Satire. "Zu keinem Zeitpunkt sollte der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer", erklärte der Sender und bedauerte, falls dies so wahrgenommen wurde.
US-Präsident Trump (79) hatte mehrfach die Annexion Grönlands angedroht. Beim WEF in Davos kündigte er überraschend einen Rahmen für die Zukunft der Insel an, nahm angedrohte Strafzölle zurück und begründete seinen Anspruch mit der Gefahr, dass Russland oder China die Insel übernehmen könnten.
Titelfoto: INA FASSBENDER / AFP
