Deutsche Satire-Show sorgt für Skandal in Grönland: "Schäm dich! Du Idiot!"
München/Nuuk - Mit so viel Gegenwind hatten die Macher der NDR-Satire-Show "Extra 3" wohl nicht gerechnet!
Komiker Maxi Schafroth (41), der unter anderem Synchronsprecher der TV-Figur "Pumuckl" ist, versuchte am Mittwoch im Rahmen eines Drehs zu der Sendung, in Grönlands Hauptstadt Nuuk die US-Flagge zu hissen.
Auf einem Video auf "X" ist zu sehen, wie ihn Mitarbeiter des örtlichen Kulturzentrums davon abhalten.
Mit der Aktion wollte man offenbar die Übernahmefantasien von Donald Trump (79) aufs Korn nehmen. Die Einheimischen fanden diesen Scherz jedoch alles andere als witzig.
"Wenn Sie unsere Werte nicht respektieren, warum sind Sie dann in Nuuk?!", schrieb der grönländische Aktivist Orla Joelsen auf "X". "Das hat hier in Grönland auf Facebook heftige Emotionen ausgelöst. Schäm dich! Du Idiot!"
Joelsen schrieb weiter, dass sich Schafroth als Vertreter der US-Regierung ausgeben habe. Die Polizei sei über den Vorfall informiert worden.
Grönländischer Aktivist ätzt gegen NDR-Satire-Show
"Extra 3"-Eklat in Grönland: NDR entschuldigt sich nach US-Flaggen-Aktion
Gegenüber "t-online" bestätigte der Norddeutsche Rundfunk die Aktion, die im Rahmen von Dreharbeiten für "Extra 3" stattgefunden habe.
"Dabei hat ein Mitglied des Teams vorgegeben, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen. Dafür wurde vor Ort ein Bußgeld verhängt", so eine NDR-Sprecherin. Auf Fotos ist eindeutig zu erkennen, dass es sich bei dem "Mitglied" um Komiker Schafroth handelt.
Die NDR-Sprecherin sagte, dass zu keinem Zeitpunkt der Eindruck entstehen sollte, dass die Grönländer und Grönländerinnen Ziel der Satire seien. "Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein."
Einer Augenzeugin zufolge soll sich der 41-Jährige wirklich als Vertreter der US-Regierung ausgegeben haben. "Er hat Angst bekommen, als er sah, wie groß der Gegenwind war", sagte die Augenzeugin gegenüber "t-online".
"Er hat eine Menge Chaos verursacht, gerade in der angespannten politischen Situation." Viele Menschen könnten nun denken, dass es sich tatsächlich um einen US-Vertreter gehandelt habe, meinte die Frau.
Titelfoto: INA FASSBENDER / AFP (Montage)

