Trump sei Dank: Deutsche sehen USA immer mehr als Bedrohung

Berlin/Washington, D. C. - Seit knapp einem Jahr ist Donald Trump (79) wieder Präsident der Vereinigten Staaten, sorgt dabei nicht nur innen-, sondern zuletzt speziell auch außenpolitisch für massive Unruhen. Das scheint auch bei den Deutschen für Umdenken zu sorgen. In einer neuen Umfrage sehen immer mehr Bürger die USA und deren Staatsoberhaupt eher als Bedrohung - und nicht als Verbündete.

Donald Trump (79) ist in Deutschland nicht gerade beliebt.  © dpa/AP | Markus Schreiber

Der Angriff auf Venezuela samt Präsidenten-Entführung, wiederholte Strafzoll-Ankündigungen, die heftigen Drohungen in Richtung Iran sowie das harte Bestreben, Grönland einzugliedern, sorgen international für diplomatische Spannungen.

Und auch in Deutschland blickt man mit Sorgenfalten über den Atlantik. 61 Prozent der Deutschen gaben nun in einer repräsentativen INSA-Umfrage an, Trump und die USA eher als Bedrohung für Deutschland wahrnehmen.

Laut der im Auftrag der Bild durchgeführten Befragung sieht nur noch knapp jeder Vierte (24 Prozent) den Republikaner als Verbündeten. 15 Prozent der mehr als 1000 Umfrage-Teilnehmer enthielten sich bei diesem Thema.

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Etwas weniger deutlich war die Verteilung bei der Antwort auf die Frage, ob die Bundesregierung im Umgang mit Trump "(eher) auf mehr Härte oder (eher) mehr Kooperation setzen" sollte.

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Militärschiffe patrouillieren in den Fjorden der Hauptstadt von Grönland.  © dpa/PA Wire | Ben Birchall

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Dennoch sprach sich mehr als die Hälfte (52 Prozent) eher für einen Kurs der Härte gegenüber dem 79-Jährigen aus. 31 Prozent wollten indes eher auf Kooperation setzen. Der Rest der Befragten (17 Prozent) enthielt sich.

Zuletzt hatte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (58) die Europäer zum Umdenken und härterer Trump-Gegenwehr aufgefordert. Der Demokrat gilt als möglicher Herausforderer der Republikaner bei der nächsten US-Wahl.

"Es ist Zeit, ernst zu machen und mit der Komplizenschaft Schluss zu machen. Es ist Zeit, aufzustehen, standhaft zu sein und Rückgrat zu zeigen", forderte Newsom am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Ich hätte einen Haufen Knieschoner mitbringen sollen für die ganzen Staatenlenker." Trump mit Ehrungen zu überhäufen, sei "erbärmlich".

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