"Dafür gebührt ihm Respekt!": Markus Söder lobt Spahns Rücktritts-Entscheidung
Von Marco Hadem
München/Berlin - Am Samstag kündigte Jens Spahn (46, CDU) nach einer Debatte über Leihmutterschaft seinen Rücktritt an. CSU-Ministerpräsident Markus Söder (59) zollte dem Fraktionsvorsitzenden Respekt für diese Entscheidung.
Dies sei "eine persönliche Entscheidung, dafür gebührt ihm Respekt. Ich danke Jens Spahn für die sehr gute Zusammenarbeit, gerade in schwierigen Zeiten", sagte der 59-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München.
Auch CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek (61) lobte die Lebensleistung von Spahn ausdrücklich. Er habe "großen Respekt" vor dem Schritt, den Spahn jetzt gegangen sei. Spahn habe verschiedenste Ämter begleitet und sich in einer sicherlich schwierigen Situation nochmals nach vorne bewegt.
Zugleich erinnerte Holetschek an die "Verpflichtung für den Schutz und die Würde zum Lebensbeginn des Kindes".
Das sei tatsächlich etwas, "was mich bewegt bei all der Diskussion, die schon richtig ist, dass wir das Verbot der Leihmutterschaft sehen und all die Dinge. Es ist ein Kind auf die Welt gekommen, das möglicherweise irgendwann mal auch sehen wird, was in dieser Zeit passiert ist."
Spahn tritt mit Schreiben an Unionsfraktion zurück
Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte zuvor in einem Schreiben an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag mitgeteilt, von seinem Amt zurücktreten zu wollen.
Ihm sei in den vergangenen Tagen bewusst geworden, dass sein persönliches Glück, eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar sei mit seinem politischen Amt, heißt es darin.
Spahn war zuletzt immer stärker unter Druck geraten, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in den USA in Anspruch genommen hatten.
Auch Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz (70) hatte einen Rücktritt gefordert.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

