Gefangen auf dem Autodach: Mann rettet sich nach Teich-Unfall auf den Wagen - aber was dann?

Weißdorf - In eine missliche Lage manövrierte sich am Samstagmorgen ein Mann im Landkreis Hof gleich in mehrfacher Hinsicht.

Nass in der Kälte gefangen: Der Mann konnte sich aufs Autodach aus dem eiskalten Wasser retten. Und hatte Glück, entdeckt worden zu sein.
Nass in der Kälte gefangen: Der Mann konnte sich aufs Autodach aus dem eiskalten Wasser retten. Und hatte Glück, entdeckt worden zu sein.  © NEWS5 / Fricke

Zuerst kam sein Auto in einer Linkskurve von der glatten Fahrbahn ab und krachte in einen angrenzenden Teich, durchbrach die dortige - noch dünne - Eisschicht und versank.

Der Fahrer selbst konnte sich selbstständig aus seinem Wagen befreien und stieg aufs Dach des Fahrzeugs. Zwar ging es für ihn von dort aus vorerst nicht weiter, dennoch hätte bereits hier einiges noch schlimmer ausgehen können.

"Er hatte Glück, dass er so nah am Rand zum Stehen gekommen ist und nicht auch noch unter die Eisschicht gerutscht ist", so Stefan Dietel, Einsatzleiter der Feuerwehr in Weißdorf. "Mit einer Streckleiter und Leinen konnten wir den Mann dann retten."

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Die Feuerwehr nutzte dabei die Leiter als eine Art Brücke vom Ufer zum Fahrzeug. Während am Festland Einsatzkräfte die Konstruktion sicherten, stieg einer der Kameraden zu dem Verunglückten und half ihm aus seiner ungünstigen Situation.

Laut den Kräften vor Ort blieb der Mann durch den Unfall offenbar weitgehend unverletzt, wurde jedoch wegen einer leichten Unterkühlung medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.

Dass es so glimpflich verlief, war Resultat mehrerer Faktoren

Mit einer Streckleiter wurde der Unglücksfahrer von der eingesetzten Feuerwehr aus seiner misslichen Lage gerettet.
Mit einer Streckleiter wurde der Unglücksfahrer von der eingesetzten Feuerwehr aus seiner misslichen Lage gerettet.  © NEWS5 / Fricke

"Im Moment sind wir bei etwa null Grad, das Wasser ist noch etwas kälter", umschreibt Jörg Angermann, Einsatzleiter der BRK Wasserrettung, die Situation für den Mann. "Eine Unterkühlung kann sehr schnell passieren und auch sehr schwere gesundheitliche Schäden mit sich führen."

Wie es passieren konnte, dass der Wagen von der Fahrbahn abkam, gilt es nun erst einmal zu ermitteln.

Die eingesetzten Helfer wollen sich darüber kein Urteil bilden, sie haben andere Prioritäten: "Wie und was sind jetzt Spekulationen, wir sind erstmal glücklich, dass es so glimpflich ausgegangen ist", so Angermann. "Blech kann man ersetzen", so sein Fazit.

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Ähnlich urteilt auch Dietl: "Diese Person hatte auf jeden Fall einen Schutzengel, dass er die Tür aufbekommen hat und aufs Dach gekommen ist. Auch, dass er überhaupt bemerkt worden ist."

Auf der Straße hätte es nämlich nur wenige Spuren gegeben, die auf den Unfall hingewiesen hätten.

"Man kühlt bei diesen Temperaturen schnell aus, vor allem mit nasser Kleidung. Und das kann schnell lebensgefährlich werden", so Dietl weiter.

Taucher und ein Kran sorgten schließlich dafür, dass auch das Auto aus dem Teich gehoben werden konnte.

Titelfoto: NEWS5 / Fricke

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