"Was ist Geld gegen Menschenleben": Luxus-Hotelier überrascht mit Forderung trotz Mega-Verlusten

München/Krün - Während von überall Klagen und Forderungen nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommen, überrascht die Aussage eines Hoteliers aus Oberbayern.

Dietmar Mueller-Elmau (67), Geschäftsführer des Schloss Elmau in Krün bei Garmisch-Partenkirchen (Bayern), aufgenommen am 2014 vor dem Haupteingang des Schlosses.
Dietmar Mueller-Elmau (67), Geschäftsführer des Schloss Elmau in Krün bei Garmisch-Partenkirchen (Bayern), aufgenommen am 2014 vor dem Haupteingang des Schlosses.  © Stephan Jansen/dpa

"Jetzt mit Öffnungen von Hotels zu beginnen, wäre fahrlässig und reiner Populismus", sagte Dietmar Mueller-Elmau (67), Chef des 5-Sterne-Hotels "Schloss Elmau" gegenüber der Bild-Zeitung.

"Angesichts der Corona-Mutationen ist das Risiko, dass viele Menschen sterben werden, viel zu hoch", so Mueller-Elmau weiter. Es sei besser eine Woche länger zuzusperren und 100 Menschenleben zu retten.

Der Hotelier ist trotz immenser wirtschaftlicher Folgen gegen eine vorschnelle Öffnung. Kein einziger Gast im Hotel, 300 Mitarbeiter in Kurzarbeit: Das spürt Mueller-Elmau deutlich.

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"Ich verliere pro Tag 50.000 Euro, etwa 1,5 Millionen Euro im Monat. Und wir haben das Hotel seit März 2020, mit Ausnahme des Sommers, acht Monate zu. Ich bin kein russischer Oligarch. Aber was ist Geld gegen Menschenleben", so der 67-Jährige im Interview.

Von der Bank gab es eine Kreditlinie bis zu 10 Millionen Euro. So häuft sich der Hotelier Schulden an, die er in fünf Jahren zurückzahlen muss.

Trotzdem sollte man keine Lockerungen veranlassen, solange es keine gesicherten wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Mutationen gibt, findet Mueller-Elmau und stellt sich hinter den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (54, CSU).

Angesichts der derzeitigen Lage rechnet Mueller-Elmau damit, sein Hotel im Juni wieder öffnen zu können.

Das Luxus-Hotel "Schloß Elmau" mit 162 Zimmern, sieben Restaurants und sechs Spas wurde unter anderem bekannt, weil es 2015 den G7-Gipfel mit Barack Obama beherbergte.

Titelfoto: Stephan Jansen/dpa

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