Buckelwal bekommt lindernde Umstände: "Werden das Tier weiter begleiten - bis zum Schluss"

Niendorf/Wismar/Poel - Anderthalb Wochen versuchten Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen. Nun scheint klar: Seine Situation ist aussichtslos! TAG24 berichtet im Liveticker.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, wo er wohl seine letzten Lebenstage verbringen wird.
Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, wo er wohl seine letzten Lebenstage verbringen wird.  © Marcus Golejewski/dpa

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche.

Als sich der Ozeanriese befreite, strandete er später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Nachdem das Tier daraufhin in verschiedene Richtungen geschwommen war, strandete der Wal am Dienstag kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - ohne Erfolg.

Der Wal-Retter mit dem Selfiestick: Robert Marc Lehmann "ausgeschlossen" und auf 180
Ostsee Der Wal-Retter mit dem Selfiestick: Robert Marc Lehmann "ausgeschlossen" und auf 180

Mittlerweile sind sich die Experten einig: Der Wal wird nicht überleben! Laut Umweltminister Till Backhaus verschlechtert sich sein Zustand zunehmend.

3. April, 13.20 Uhr: Till Backhaus mit klarer Ansage

Um dem Wal die Situation angenehmer zu machen, hat die Feuerwehr am Karfreitag damit begonnen, den Rücken des Meeressäugers mit Wasser zu benetzen. "Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden", sagte Till Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister stellte zudem klar: "Wir werden das Tier weiter begleiten – bis zum Schluss."

3. April, 12.34 Uhr: Feuerwehr benetzt Wal mit Wasser

Wie angekündigt, hat die Feuerwehr damit begonnen, den Buckelwal mit Wasser zu benetzen, wie ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte.

Experten hatten diese Aktion empfohlen, um dem Wal lindernde Umstände zu schaffen.

3. April, 10.02 Uhr: Wal lebt weiterhin

Wie Greenpeace am Freitagmorgen erklärte, lebe der Wal noch. Eine Bootsfahrt zu ihm hinaus aufs Wasser, sei aber nicht geplant, so eine Sprecherin. Vielmehr stehe man in Kontakt mit der Wasserschutzpolizei.

Auch Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) war am Morgen bereits vor Ort und erkundigte sich nach der aktuellen Lage. Er erklärte, dass die Einsatzkräfte dem Wal noch einmal Hilfestellung leisten werden.

"Wir schauen, was wir ihm noch Gutes tun können. Aber dem Wal geht es wirklich ausgesprochen schlecht", erklärte er schließlich.

2. April, 20.51 Uhr: Umweltminister und Co. bekommen Morddrohungen!

Die Emotionen kochen hoch! Wie "BILD" berichtet, soll bei der Polizei eine Anzeige gegen Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) und andere Beteiligte des Wal-Dramas wegen Tierquälerei und unterlassener Hilfeleistung eingegangen sein.

Ministeriumssprecher Claus Tantzen erklärte auf TAG24-Nachfrage allerdings, dass von einer derartigen Anzeige bisher nichts bekannt sei.

Was Tantzen hingegen bestätigte: Mehrere Beteiligte hätten Morddrohungen bekommen! Diese würden geprüft und im Zweifel strafrechtlich verfolgt.

Till Backhaus (67, SPD, r.) und andere Beteiligte des Wal-Drama bekommen inzwischen sogar Morddrohungen.
Till Backhaus (67, SPD, r.) und andere Beteiligte des Wal-Drama bekommen inzwischen sogar Morddrohungen.  © Philip Dulian/dpa

2. April, 16.52 Uhr: Sterbeprozess könne bis zu Wochen dauern

Wie es weitergeht: "Wir sind weiterhin auf Standby", erklärt Maack. Sollte nochmal etwas mit dem Wal passieren, seien sie mit Greenpeace jederzeit dazu bereit, wieder mit ihren Schlauchbooten rauszufahren. "Und ich will gar nicht beginnen zu spekulieren, was passiert, wenn der Wal dort tatsächlich stirbt."

Und wenn der Wal aus irgendeinem Grund doch noch wegschwimmt und sich selbst befreit? "Dann wären wir wieder Teil der Rettungskette, um Sorge dafür zu tragen, dass der Wal in die weitere Ostsee und weiter kommt". Dieser Fall sei allerdings sehr unwahrscheinlich, bestätigt der Experte.

Wie lange so ein Sterbeprozess dauern könnte, sei ganz unterschiedlich. Es könne Stunden, Tage oder Wochen dauern, so Maack. "Wir haben die Entscheidung getroffen, die Natur jetzt Natur sein zu lassen."

Der Buckelwal liegt noch immer auf einer Sandbank.
Der Buckelwal liegt noch immer auf einer Sandbank.  © Marcus Golejewski/dpa

2. April, 16.45 Uhr: Weiterer Einsatz von Lehmann als Taucher hätte laut Greenpeace nichts gebracht

Nach Angaben von Thilo Maack hänge noch immer ein Teil eines Stellnetzes am Kopf des Wals. Ob genau dieses Netzteil dazu geführt hat, dass sich der Gesundheitszustand des Tieres verschlechtert? "Das ist nicht auszuschließen, aber es ist auch nicht auszuschließen, dass es eine Mischung an Stressoren ist, die der Wal ausgesetzt ist", so der Experte.

Auch YouTuber und Meeresbiologen Robert Marc Lehmann unterstützte vor allem zu Beginn der Rettungsmission als Taucher im Wasser. Ob dieser nochmal hätte tauchen müssen, um den Wal von seiner Sandbank zu bringen?

"Taucher hätten nichts gebracht", erklärt Maack deutlich. "Das wäre stressig für das Tier und gefährlich für den Taucher gewesen." Schließlich handle es sich bei dem gestrandeten Buckelwal um ein Wildtier, schildert der Experte weiter.

2. April, 16.30 Uhr: Experte erklärt die Hintergründe zum Abbruch der Wal-Rettung

Neben Befürwortern gibt es auch reichlich Kritik dafür, dass die Rettungsaktion rund um den Wal von den Experten eingestellt wurde. Wie es zu dieser Entscheidung kam?

Nach langer Beratung stellten die Experten fest: "Nur noch mit sehr hohem Aufwand konnte man überhaupt eine Reaktion vom Wal bekommen. Und das war der Punkt, dass wir gesagt haben, wir müssen jetzt akzeptieren, dass die Natur hier ihren Lauf nehmen muss", erklärt Thilo Maack von Greenpeace.

Bereits gestern Abend sei seine Atemfrequenz sehr unregelmäßig gewesen. "Es ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hier der letzte Ort für ihn", erklärt der Experte weiter. "Ich kann für mich sagen: Wir haben das Beste, was wir machen konnten, entschieden und gemacht."

2. April, 14.05 Uhr: Kein Konzept von Robert Marc Lehmann

Laut Backhaus werde die Situation in täglichen Lagebesprechungen bewertet und abgewogen. "Bis zur letzten Minute werden alle ernst zu nehmenden Hinweise, die dem Tier helfen könnten, entgegengenommen und geprüft", so der Umweltminister.

Es bestehe auch weiterhin Kontakt zum YouTuber und Meeresbiologen Robert Marc Lehmann. "Ein prüffähiges Gesamtkonzept von ihm, wie dem Wal noch zu helfen wäre, liegt bislang nicht vor", wird Backhaus in einer Mitteilung des Umweltministeriums zitiert.

2. April, 13.57 Uhr: Bevorstehende Bergung wird vorbereitet

Im Laufe des Tages soll laut Umweltminister ein Vermessungsboot die Umgebung des Tieres sondieren. Es soll sich um vorbereitende Maßnahmen handeln, um den Tierkörper später bergen zu können.

Bei der Vermessung soll das Tier möglichst nicht gestört werden. "Die bereits eingerich­tete Walwache wird aufrechterhalten. Ich habe die Koordi­nation aller Maßnahmen zur Chefsache erklärt", so Till Backhaus.

2. April, 13.45 Uhr: Wal hat sich nicht bewegt

Wie das Umweltministerium mitteilt, befinde sich der Wal noch an derselben Stelle, an der er sich am Dienstag festgeschwommen hatte.

"Am Morgen konnte beobachtet werden, dass der Wal etwa alle fünf Minuten atmet", so Umweltminister Till Backhaus (67, SPD).

Um den Wal wurde eine 500-Meter-Sperrzone errichtet. Laut Wasserschutzpolizei habe in der Nacht zu Donnerstag keiner versucht, diese Zone zu betreten.

Der Wal hat sich seit Dienstag nicht mehr freigeschwommen.
Der Wal hat sich seit Dienstag nicht mehr freigeschwommen.  © Florian Manz / Greenpeace

2. April, 9.22 Uhr: Der Buckelwal lebt noch

Wie Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, gegenüber TAG24 bestätigte, gibt der Ozeanriese noch Lebenszeichen von sich. "Der Wal atmet", so der Sprecher.

Genauere Angaben zum Gesundheitszustand können nicht gemacht werden. "Die Polizei ist auf 300 Meter Entfernung, das ist schon eine ganze Ecke", erklärte Tantzen.

Titelfoto: Marcus Golejewski/dpa

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