"Timmy" verlässt die Bucht! Barge mit Buckelwal fährt los

Niendorf/Wismar/Poel - Deutschland kann aufatmen: Buckelwal "Timmy" hat es geschafft! Nach mehreren Strandungen in den vergangenen Wochen liegt er nun in seinem in dem mit Wasser gefüllten Lastkahn - der Barge, die ihn in die Nordsee transportieren soll. Den Erfolg darf sich eine private Rettungsinitiative auf die Fahne schreiben. Am Dienstagmorgen startete die tagelang geplante Aktion. Am Mittwoch beginnt die große Reise Richtung Nordsee. TAG24 berichtet im Liveticker.

Buckelwal Timmy hat es in die Barge geschafft! Den Helfern ist die Freude und Erleichterung anzusehen.  © Jens Büttner/dpa

Am 28. April gegen 14.40 Uhr wurde Geschichte geschrieben: Nach mehreren vergeblichen Rettungsversuchen haben es die Helferinnen und Helfer geschafft den Buckelwal "Timmy" in eine Barge zu bewegen.

Jetzt soll er in die Nordsee transportiert werden. Die große Reise soll noch heute beginnen.

Am 23. März war der Wal erstmals auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet.

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28. April, 19.56 Uhr: Buckelwal Timmy geht auf große Reise

In diesen Momenten beginnt die Barge mit Timmy an Bord, sich in Bewegung zu setzen.

Wird der Wal nun endlich die Bucht vor der Insel Poel für immer verlassen?

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28. April, 19.42 Uhr: Fahrt des Wal-Transports weiterhin in Vorbereitung

Rund um den Wal gibt es wohl etwas Bewegung.

Zwei kleine Boote nähern sich der Barge. Noch scheint die nötige Wassertiefe allerdings nicht erreicht.

28. April, 18.44 Uhr: DLRG packt zusammen, Lage bei Timmy unverändert

Wie eine Reporterin vor Ort berichtet, packen die Helfer der DLRG aktuell ihre Sachen zusammen.

Ansonsten liege der Wal weiterhin in der Barge und warte auf seinen Abtransport. In den nächsten ein bis zwei Stunden solle diese außerdem wieder etwas höher gehängt werden. Der Pegel innerhalb des schwimmenden Beckens werde dadurch steigen, auf rund 1,60 bis 1,75 Meter.

28. April, 17.37 Uhr: Timmy liegt in der Barge

Wal Timmy liegt in der Barge.

Luftaufnahme zeigen, wie das Tier auf seinen Abtransport wartet.

Buckelwal Timmy liegt in der Barge und wartet auf seinen Abtransport Richtung Nordsee.  © Stefan Sauer/dpa

28. April, 16.19 Uhr: Tierärztin Tönnies kritisiert Behörden deutlich

Für Timmy ist Dr. Kirsten Tönnies im T-Shirt einfach spontan ins Wasser gesprungen. Der Wal sei etwas wild geworden und habe "ausbrechen" wollen.

Mit der Aktion habe man eine Mauer bilden wollen - mit Erfolg. Timmy ist in der Barge. Inzwischen seien von ihr "mehrere Sandsäcke" an Last abgefallen. Doch feiern geht die Tierärztin des Rettungsteams heute nicht, sondern gleich zurück auf das Boot.

Doch davor richtet die Veterinärin noch eine lautstarke kritische Ansage in Richtung Ministerium. Aus ihrer Sicht könne es nicht sein, dass man dem Tierschutz behördlich so im Wege steht. "Ich sage: Es ist für mich wieder ein Lehrbeispiel, wie in Deutschland durch Behörden und Ministerien Tierschutz verhindert wird. Und wir müssen unsere Kräfte da viel mehr neu sortieren und anders ausrichten. Das ist nicht mehr hinzunehmen. Und dafür alleine hat sich das Ganze hier gelohnt. Damit man darüber spricht."

Die Tierärztin der Initiative Dr. Kirsten Tönnies kritisierte die Behörden nach der erfolgreichen Timmy-Rettung lautstark.  © NEWS5 / Sebastian Peters

28. April, 15.55 Uhr: Technischer Leiter Bohnsack zitiert Oliver Kahn, Timmys Fahrt soll heute Nacht starten

Felix Bohnsack erklärte das geplante weitere Vorgehen.

Um Timmy nun in die Nordsee transportieren zu können, müsse die Barge ein wenig hochgepumpt werden. Man gehe davon aus, dass der Wechsel der Gewässer guttun und Timmys Zustand sich dadurch verbessern werden. Zwar könne er sich in dem Netz nicht frei bewegen, aber seine Muskulatur könne er durchaus auf die Freiheit vorbereiten. Etwa vier Tage brauche man indessen, um den Buckelwal in die Nordsee zu transportieren. Heute Nacht solle die große Reise beginnen.

Mit Blick auf die Skeptiker der Aktion fiel Bohnsack ein bekanntes Zitat des Ex-Nationalkeepers Oliver Kahn (56) ein: "Eier! Wir brauchen Eier!" Und die habe man bis jetzt ziemlich gut bewiesen. "Das kann ich im Namen der Initiative, der DLRG und natürlich des Ministeriums und Herrn Backhaus persönlich dazu sagen!"

28. April, 15.29 Uhr: Till Backhaus und Constanze von der Meden weinen vor Glück

Till Backhaus zeigte sich enorm erleichtert am Mikrofon. "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich habe auf dem Schiff geweint", sagte der Minister zu der erfolgreichen Rettungsaktion von Timmy.

Backhaus dankte zunächst den beiden Geldgebern Walter Gunz und Karin Walter-Mommert - hätten diese beiden nicht an Timmy geglaubt, hätte man diesen Erfolg heute nicht feiern können, so der Politiker. Trotz aller Schwierigkeiten habe man sich letztlich gut eingespielt, ergänzte er. "Danke an die freiwillige Feuerwehr und DLRG. Und ja, viele Individualisten sind dabei gewesen, das ist die Wahrheit. Aber am Ende zählt das Ergebnis."

Dem konnte Constanze von der Meden - die Anwältin der Rettungsinitiative - nur zustimmen. "Die Bilder sprechen Bände. Er ist alleine rein geschwommen. Er hat uns gezeigt, er will leben. Wir wünschen ihm ganz viel Kraft nach Hause zu kommen." Auch sie bei dem entscheidenden Moment "voller Emotion und total berührt" gewesen. "Ich könnte anfangen zu weinen", so die Anwältin.

Wissenschaftler hatten Timmy abgeschrieben, betonte Backhaus außerdem. Gerade sie hätten aus seiner Sicht sehen sollen, wie Timmy alleine in die Barge geschwommen war und sich nun lebendig zeigt. "Ich persönlich wünsche ihm eine gute Reise! Es war eine hervorragende Idee. Er fühlt sich in der Barge pudelwohl, das habe ich gesehen. Wenn er seine Mutter wieder trifft, dann kriegt er Ärger, weil er falsch abgebogen ist", witzelte der Minister vor Erleichterung.

Dass der Transport in die Nordsee gelingt, diesbezüglich sei Backhaus guter Dinge. Schließlich würden die Verantwortlichen das nicht zum ersten Mal machen. Zudem sei das Experten-Team weiterhin mit dabei. Final erklärte er, dass die Rettung des Tieres aber erst der Anfang sei. Man müsse sich nun wichtigen Fragen stellen: "Wie gehen wir mit unseren Meeren um? Wie gehen wir mit unserer Umwelt um?"

Till Backhaus und Constanze von der Meden zeigten sich sehr erleichtert an den Mikrofonen.  © Helena Dolderer/dpa

28. April, 15.09 Uhr: Till Backhaus grinsend auf Boot

Till Backhaus ist die Freude über den Erfolg anzusehen!

Der Minister ist mit einem Boot auf dem Weg an Land, um sich den Kameras und Mikrofonen zu stellen.

28. April, 15 Uhr: Wie geht es Timmy?

Nach erfolgreicher Platzierung in der Barge, stellt sich die Frage: Wie geht es Buckelwal Timmy?

Es wird ein Statement erwartet, in dem diese sowie weitere offene Fragen beantwortet werden sollen.

Buckelwal Timmy hat es in die Barge geschafft. Nun könne er in die Nordsee transportiert werden.  © Philip Dulian/dpa

28. April, 14.44 Uhr: Timmy ist in der Barge!

Die Rettungsaktion ist gelungen!

Timmy liegt in der Barge. Die Helfer trauen ihren Augen kaum, klatschen sich ab und jubeln! Vereinzelte Retter kämpfen mit Tränen der Rührung. Die Reise in die Nordsee kann somit starten.

Rund einen Monat nach Timmys erster Strandung auf einer Sandbank vor Niendorf soll er nun in die Freiheit begleitet werden.

Der Wal schwamm eigenständig in die Barge!  © Screenshot Instagram/karinwaltermommert

28. April, 14.33 Uhr: Timmy bewegt sich!

Nach mehreren Anschubs-Versuchen durch die Helfer hat sich Timmy bewegt!

Mit etwas holprigen Bewegungen hat sich der Wal nach vorne bewegt. Das sorgt für Begeisterung bei den Helfern. Er ist nun ganz nah dran an der Barge. Laut Luftbildern sei er nur noch wenige Meter davon entfernt.

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