Nach 53 Jahren Qualhaltung im Aquazoo: Orca Lolita wird in die Freiheit entlassen

Miami - Happy-End für Lolita. Knapp 53 Jahre lang musste die Orca-Dame in einem Delfinarium in Florida leben, eingepfercht auf engstem Raum, ohne Artgenossen. Ihr trauriges Schicksal berührte viele. Nun bahnt sich eine Wende an: Der Schwertwal soll schon bald in die freie Wildbahn entlassen werden.

Trauriges Schicksal: 53 Jahre lang lebte Schwertwal Lolita in einem Aquazoo in den USA. Nun soll sie in die Freiheit entlassen werden. (Archivbild 2014)
Trauriges Schicksal: 53 Jahre lang lebte Schwertwal Lolita in einem Aquazoo in den USA. Nun soll sie in die Freiheit entlassen werden. (Archivbild 2014)  © ganesh005/123rf

Schon länger machten Tierschützer auf Lolitas trauriges Schicksal aufmerksam und trommelten für die Freilassung des 56 Jahre alten Schwertwals. Doch die Betreiber des Miami Seaquariums wiegelten stets ab.

Am Donnerstag dann die Wende: Wie die Zeitung "Miami Herald" berichtet, präsentierte Bürgermeisterin Daniella Levine Cava im Beisein von Park-Managern und Aktivisten von "Friends of Lolita" einen Plan, der vorsieht, dass der Schwertwal in den Pazifik entlassen wird.

Möglich macht es ein vermögender Naturfreund. Jim Irsay (63), der unter anderem das NFL-Football-Team Indianapolis Colts besitzt, erklärte sich bereit den Wal-Umzug zu aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Geschätzte Kosten: rund 20 Millionen Euro.

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Man hoffe in 18 bis 24 Monaten Lolita in die Freiheit entlassen zu können. Football-Millionär Irsay: "Wir haben keine feste Zeitvorgabe. Je früher, desto besser, aber wir haben es nicht eilig wie bei einer Feuerwehrübung."

Im Miami Seaquarium war Lolita der Star, musste an Shows teilnehmen. Doch zuletzt lebte sie dort ohne Artgenossen.
Im Miami Seaquarium war Lolita der Star, musste an Shows teilnehmen. Doch zuletzt lebte sie dort ohne Artgenossen.  © 123rf/kmiragaya
Es bleibt zu hoffen, dass Lolita sich an das Leben in der Natur gewöhnt.
Es bleibt zu hoffen, dass Lolita sich an das Leben in der Natur gewöhnt.  © ventdusud/123rf

Wie geht es nun weiter für Lolita?

Orcas sind hochsozial: Die Tiere leben in Gruppen mit bis zu 50 Tieren. In freier Wildbahn werden sie bis 80 Jahre alt.
Orcas sind hochsozial: Die Tiere leben in Gruppen mit bis zu 50 Tieren. In freier Wildbahn werden sie bis 80 Jahre alt.  © tjwvandongen/123rf

Bislang lebt die Orca-Dame in Gesellschaft zweier Delfine. Wenn es nach dem Willen der Walschützer geht, soll das auch so bleiben. Man wolle deswegen alle drei Tiere gemeinsam auswildern.

Der Wal-Umzug wird zur logistischen Herausforderung: In einer eigens konstruierten Transportbox sollen Lolita und die beiden Delfine zunächst per Truck zum Flughafen transportiert werden. Dann geht es mit einem Flugzeug - die Rede ist von einer Boeing 747 oder einer C-130 Hercules - an die US-Pazifikküste.

In einem mit Netz abgesperrten Bereich soll sich Lolita, die seit ihrem sechstem Lebensjahr in Aquarien lebt, ganz behutsam an den Ozean gewöhnen.

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"Wir müssen ihr wieder beibringen, wie man Fische fängt. Sie weiß nicht mehr, wie das geht, sie war zu lange in Gefangenschaft", sagte Walfreund Jim Irsay. Tiertrainer sollen Lolita bei ihrem Weg in die Freiheit unterstützen.

Doch der Plan ruft auch Kritiker auf den Plan: Viele fühlen sich an das Schicksal Keikos erinnert, dem Schwertwal der im Kino-Film "Free Willy" mitspielte. Das Orca-Männchen lebte ebenfalls in Gefangenschaft, wurde dann nach öffentlichem Druck ausgewildert. Wenige Monate später war der 27-jährige Keiko tot, starb wohl an den Spätfolgen der jahrelangen Qualhaltung.

Orcas sind soziale Tiere und leben für gewöhnlich in Gruppen. Solche Schulen können bis zu 50 Tiere umfassen. In freier Wildbahn können die Tiere bis zu 80 Jahre alt werden. Mit 56 ihren Jahren gilt Keiko als ältester in Gefangenschaft lebender Schwertwal überhaupt.

Titelfoto: Montage: tjwvandongen/123rf, 123rf/kmiragaya, ganesh005/123rf

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