Buckelwal Timmy immer wieder in Bewegung: Tier wird offenbar freigespült

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Niendorf/Wismar/Poel - Wochenlang versuchten Rettungskräfte, einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen - ohne Erfolg. Seit mehr als zwei Wochen liegt der Ozeanriese nun schon vor der Insel Poel, doch nun wird tatsächlich noch mal ein neuer Rettungsversuch unternommen. TAG24 berichtet im Liveticker.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, doch am Donnerstag startete eine neue Rettungsaktion.
Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, doch am Donnerstag startete eine neue Rettungsaktion.  © Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Obwohl sich der Ozeanriese zwischenzeitlich doch befreien konnte, strandete er kurz darauf mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). Auch hier konnte er sich lösen.

Das Tier schwamm daraufhin in verschiedene Richtungen, strandete schließlich am Dienstag vor zwei Wochen (31. März) kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - jedoch ohne Erfolg.

Da der Ozeanriese tagelang an der gleichen Stelle lag, lautete die Expertenmeinung, dass der Wal an dieser höchstwahrscheinlich auch sterben würde.

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Es folgte jedoch eine erstaunliche Wendung: Eine Privatinitiative will den Buckelwal in ihre Obhut nehmen und das Tier befreien!

Am Donnerstag startete die geplante Aktion, die am heutigen Freitag fortgesetzt wird.

17. April, 16.56 Uhr: Meeressäuger wird offenbar von Schlick befreit

Immer wieder ist zu sehen, dass Rettungskräfte direkt neben dem Wal ein Gerät unter Wasser halten. Offenbar handle es sich dabei um ein Gerät, dass den Schlick am Meeressäuger entfernen könne. Das Freispülen hat damit offenbar begonnen. Wird der Sand und Schlick unter Timmy entfernt, kann schließlich Platz für die Luftkissen geschaffen werden, die den Wal anheben sollen.

17. April, 16.30 Uhr: Timmy zeigt jetzt auch seine Seitenflossen

Es scheint, als ob der Buckelwal immer aktiver wird. Während bislang nur die Fluke des Tiers zu sehen war, bewegt er nun auch deutlich sichtbar seine Flipper - also die Seitenflossen. Die Bewegung des Tier ist so heftig, dass selbst die Tücher auf dem Rücken des Wals teilweise verrutschen.

Immer wieder ist die Fluke des Wals zu sehen.
Immer wieder ist die Fluke des Wals zu sehen.  © Bernd Wüstneck/dpa

17. April, 16.10 Uhr: Buckelwal soll mit Salbe behandelt werden

Neben den Tüchern, die der Haut des Wals gut tun, soll Timmy nun auch mit einer Salbe behandelt werden. Diese soll Risse in der Haut minimieren. Dadurch soll auch ein später geplantes Anheben des Tiers so schonend wie möglich stattfinden können. Das Anheben werde vermutlich erst morgen erfolgen.

Zudem sei nach Angaben von NEWS5 auch ein Taucher im Wasser gewesen, der mit dem Wal kommuniziert hat. Dieser habe dazu Wal-Geräusche imitiert, woraufhin das Tier offenbar Reaktion zeigte.

17. April, 15.56 Uhr: Wal-Rettungsmaßnahme nur geduldet, nicht genehmigt

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich mitten im Wal-Drama mit einer juristischen Erläuterung an die Öffentlichkeit gewandt. "Das Land hat keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt – und konnte eine solche auch nicht erteilen, da hierfür keine rechtliche Grundlage besteht", teilte Backhaus im Gespräch mit dpa mit.

Das vorgelegte Konzept der privaten Rettungsinitiative sei rechtlich als Anzeige einer Inobhutnahme zu bewerten. "Unsere Aufgabe war es daher, dieses zu prüfen und zu entscheiden, ob es untersagt werden muss oder geduldet werden kann", so der Politiker weiter.

"Entscheidend war die Frage, ob dem Tier durch die geplanten Maßnahmen unzumutbare zusätzliche Leiden entstehen." Das vorgelegte Konzept verfolge einen vorsichtigen Ansatz. Nach rechtlicher Prüfung sei deshalb entschieden worden, die Maßnahme zu dulden.

17. April, 15 Uhr: Timmy bewegt sich wieder

Aktuell sind keine Helfer mehr am Wal. Lediglich drei größere Laken liegen weiterhin auf dem Tier, um die Haut zu vor der Sonne zu schützen. Plötzlich ist erneut zu sehen, wie sich der Buckelwal bewegt! Zwar ist seine Schwanzflosse diesmal nicht in der Luft. Doch es ist zu erkennen, dass Timmy diese unter Wasser bewegt. Dadurch hat er einen kleinen Satz nach vorne gemacht.

Ein Schwimmbagger hatte den Hafen von Kirchdorf auf der Insel am Mittag verlassen und am frühen Nachmittag auf dem Meer in der Nähe des Meeressäugers Position bezogen. Ob tatsächlich noch heute mit dem Freispülen begonnen wird und die Luftkissen zum Einsatz kommen, ist nicht bekannt.

Die Plane, mit der der Wal transportiert werden soll, liegt im Hafen von Kirchdorf. Die Vorbereitungen für den erneuten Rettungsversuch des vor der Ostsee-Insel Poel liegenden Buckelwals laufen weiter.
Die Plane, mit der der Wal transportiert werden soll, liegt im Hafen von Kirchdorf. Die Vorbereitungen für den erneuten Rettungsversuch des vor der Ostsee-Insel Poel liegenden Buckelwals laufen weiter.  © Philip Dulian/dpa

17. April, 13.45 Uhr: Mehrere Helfer wieder beim Wal

Aktuell sind wieder mehrere Helfer beim Wal im Einsatz. Der Ponton näherte sich zwischenzeitlich bis auf etwa 20 Meter Timmy, stoppte jedoch, als der Wal erneut seine Fluke aus dem Wasser hob.

Tücher auf dem Rücken des Buckelwals schützen das Tier vor der Sonne.
Tücher auf dem Rücken des Buckelwals schützen das Tier vor der Sonne.  © Jens Büttner/dpa

17. April, 12.20 Uhr: Rettungsversuch verzögert sich

Was bereits vor Ort gemunkelt wurde, bestätigte Media-Markt-Gründer Walter Gunz, der zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert die erneute Rettungsaktion finanziert, jetzt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Man sei "einen Tag hinten dran", da am ersten Einsatztag nicht alle geplanten Maßnahmen umgesetzt werden konnten.

Der ursprüngliche Zeitplan - Freispülen des Tieres am Donnerstag und Abtransport Richtung Atlantik am Freitag - ist damit nicht mehr haltbar.

Geplant sei weiterhin, den Wal auf einer Plane zwischen zwei Pontons zu transportieren. Dafür muss das Tier zunächst mit Luftkissen angehoben werden, nachdem zuvor Schlick unter ihm entfernt wurde. Anschließend sollen die Pontons von einem Schlepper ins offene Meer gezogen werden.

17. April, 12.09 Uhr: Weitere Details nicht bekannt gegeben

Wie genau es nun weitergeht, bleibt auch nach der Pressekonferenz unklar. Das Helferteam bat um Verständnis, dass derzeit nur eingeschränkt Informationen nach außen gegeben werden. Oberste Priorität habe es, die Maßnahmen vor Ort sorgfältig umzusetzen und die Einsatzkräfte zu schützen.

Zugleich betonten die Verantwortlichen, grundsätzlich transparent arbeiten zu wollen. Einblicke seien etwa über die Livestreams möglich, weitere Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

17. April, 12 Uhr: Tierärztin kritisiert frühere Maßnahmen

Weiter betonte die Tierärztin, dass bestimmte Maßnahmen wie das Abdecken mit den nassen Tüchern "schon längst hätte passieren müssen […] schon von Anfang an". Diese Maßnahmen seien entscheidend, denn: "Diese Haut regeneriert sich wieder im Salzwasser." Weswegen man aktuell auch mit einer bestimmten Salzwasser-Mischung den Wal benetzte.

Trotz ungewissem Ausgang zeigt sich das Team vorsichtig optimistisch: "Wir wissen alle nicht, wie es ausgeht", aber man sei "momentan guter Hoffnung" und habe "nach bestem Wissen gehandelt für das Tier".

17. April, 11.50 Uhr: Tierärztin: "Das ist kein In-Ruhe-sterben-Lassen!"

Bei der Pressekonferenz betonte die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert, dass das Tierwohl oberste Priorität habe. Kritik, man verlängere das Leiden des Wals, weist sie zurück: "Das hier ist kein In-Ruhe-sterben-Lassen, wie immer behauptet wird, gerade bei all den Lärmeinflüssen."

Im Gegenteil, die Tierärztin spricht von einem "Gefängnis" für Timmy in der Bucht vor der Insel Poel. Zumal der Wal laut ihr weiterhin "eine reelle Chance" habe.

Davon habe sie sich selbst überzeugt. "Ich war gestern und heute beim Wal. Er spürt unsere Energie und dass wir ihm helfen wollen, davon bin ich überzeugt!"

Titelfoto: Jens Büttner/dpa

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