Buckelwal "Timmy" soll mit Heringen und Shrimps gefüttert werden: Retter-Team setzt Arbeit fort

Niendorf/Wismar/Poel - Wochenlang versuchten Rettungskräfte, einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen - ohne Erfolg. Fast drei Wochen lag der Ozeanriese vor der Insel Poel, ehe er sich am Montag ein Stück bewegte. Wie geht es weiter? TAG24 berichtet im Liveticker.

Am Dienstagmorgen waren Mitglieder des Rettungsteams beim Wal im Wasser. Sie benetzten den Rücken des Tieres immer wieder mit Feuchtigkeit.  © Jens Büttner/dpa

Nachdem der Buckelwal am 23. März auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Obwohl sich der Ozeanriese zwischenzeitlich doch befreien konnte, strandete er kurz darauf mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern). Auch hier konnte er sich lösen.

Das Tier schwamm in verschiedene Richtungen, strandete schließlich am 31. März kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - jedoch ohne Erfolg.

Da der Ozeanriese tagelang an der gleichen Stelle lag, lautete die Expertenmeinung, dass der Wal an dieser höchstwahrscheinlich sterben würde. Es folgte eine erstaunliche Wendung: Eine Privatinitiative wollte den Buckelwal in ihre Obhut nehmen und das Tier mit allen Mitteln befreien!

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Entsprechende Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, doch am Montag (20. April) befreite sich der Buckelwal selbst, ehe er noch am selben Tag wieder zum Liegen kam.

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21. April, 13.17 Uhr: Meeresbiologe fordert erneut, Wal in Ruhe zu lassen

Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter hat sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erneut dafür ausgesprochen, den Buckelwal "strikt in Ruhe zu lassen".

Zwar äußerte er Verständnis für den Wunsch, das Tier retten zu wollen. Er betonte aber: "Ich glaube, es geht mittlerweile tatsächlich am Wohl des Wals vorbei."

Am Ende des Tages handele es sich bei "Timmy" um ein Wildtier. "Wildtiere sterben überall auf der Welt. Das ist nicht leicht für die Öffentlichkeit zu ertragen, und wir haben uns mit diesem Wal ja alle auch ein Stück weit emotional verbunden", räumte er ein.

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Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter plädiert dafür, den Wal in Ruhe zu lassen. (Archivfoto)  © Serdar Dogan/dpa

21. April, 12.53 Uhr: Dr. Jenna Wallace erhebt schwere Vorwürfe

Während die Spülarbeiten am und unter dem Wal aktuell unterbrochen sind, hat sich die abgereiste Tierärztin Dr. Jenna Wallace via Facebook zu den Gründen ihrer Flucht geäußert.

Sie richtete unter anderem heftige Worte gegen zwei Mitglieder des Rettungsteams. Die Details findet Ihr im Artikel: "Wal-Expertin klärt über ihre Flucht auf und erhebt schwere Vorwürfe".

21. April, 11.30 Uhr: DLRG lässt Drohne im Hafen aufsteigen

Die Arbeiten am Wal gehen weiter. Inwiefern die Unterspülung des Tieres Wirkung zeigt, lässt sich noch nicht sagen.

Mitglieder der DLRG haben indes vom nahegelegenen Hafen aus eine Drohne starten lassen, um sich aus der Vogelperspektive ein Bild der Lage zu machen.

21. April, 10.53 Uhr: Retter-Team versucht, den Wal zu entlasten

Derzeit sind wieder mehrere Mitglieder der Rettungsinitiative beim Wal im Wasser. Mithilfe eines Spülgeräts versuchen sie, den Wal zu unterspülen beziehungsweise den Schlick unter ihm zu entfernen.

So soll die Last auf die Organe des Tieres reduziert werden. Die von der Initiative konstruierte Plattform samt Bagger ist mittlerweile wieder näher an den Wal herangerückt.

Die von der Initiative konstruierte Plattform samt Bagger ist mittlerweile wieder näher an den Wal herangerückt.  © Jens Büttner/dpa

21. April, 10.24 Uhr: Wal "Timmy" soll Nahrung angeboten bekommen

Laut Umweltminister Till Backhaus soll dem Buckelwal Nahrung in Form von Heringen und Shrimps angeboten werden.

Zudem sollen die Rettungsinitiative ihre Arbeit fortsetzen. Um den Wal zu entlasten, werde größeres Saug- und Spülgerät eingesetzt, so der Politiker.

21. April, 9.34 Uhr: Buckelwal zeigt aktuell viel Bewegung

Die Mitglieder des Rettungsteams haben sich aus dem Wasser zurückgezogen - Buckelwal "Timmy" ist wieder allein.

Weiterhin zeigt er viel Bewegung. Ob er versucht, sich freizuschwimmen oder mithilfe seiner Brustflossen selbst zu benetzen, kann nur gemutmaßt werden.

21. April, 9.22 Uhr: Buckelwal "Timmy" schlägt mit Brustflossen

Der Wal zeigt sich in den vergangenen Minuten sehr aktiv: Immer wieder bewegt er seine Brustflossen, auch Flipper genannt. Regelmäßig stößt er Wasser aus seinem Blasloch, wie im Livestream zu sehen ist.

Derzeit sind zwei Mitglieder des Rettungsteams bei ihm im Wasser. Sie benetzen den Rücken des Tieres immer wieder mit Feuchtigkeit.

21. April, 9.12 Uhr: Wasserpegel sinkt, Buckelwal ragt deutlich hervor

Während im Retter-Team Chaos herrscht, wird die Situation für Buckelwal "Timmy" immer dramatischer. Im Livestream und auf aktuellen Fotos ist der sinkende Wasserstand klar zu erkennen. Der Ozeanriese ragt deutlich aus dem Wasser heraus.

Laut Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) soll der Wasserstand am Dienstag zwischen 20 Zentimeter unter und 25 Zentimeter über Normalhöhennull (NHN) betragen.

Der Wal ragt am Dienstag deutlich weiter aus dem Wasser hervor als am Montag. Der Wasserstand sinkt.  © Jens Büttner/dpa

21. April, 8.33 Uhr: Sprecherin des Retter-Teams ist zurückgetreten

Auflösungserscheinungen im Retter-Team: Christiane von Gregory, die Sprecherin der Privatinitiative, ist zurückgetreten.

"Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen", erklärte sie in einer Mitteilung.

Und weiter: "Wir haben gezeigt, was möglich ist, wenn eine Gemeinschaft zusammenhält und ihre Kräfte bündelt. Da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für uns jedoch nicht mehr möglich ist, mache ich den Weg frei."

Die genauen Hintergründe sind aktuell noch unklar. Am Montag war allerdings bereits die eigens aus Hawaii gekommene Walexpertin Dr. Jenna Wallace abgereist.

21. April, 8.06 Uhr: Lagebesprechung soll klären, wie es weitergeht

Gegenüber NEWS5 erklärte Umweltminister Backhaus, dass zeitnah eine Lagebesprechung stattfinde, bei der geklärt werde, wie es weitergehen soll. "Die Initiative muss zeigen, wie sie weitermachen wollen", betonte der Politiker.

Der ursprüngliche Plan, das Tier mithilfe von Pontons und einer Plane aufs offene Meer zu ziehen, sei weiterhin eine Option. Backhaus verdeutlichte aber: "Priorität hat Tierwohl und Tierschutz."

Daher müsse auch noch einmal der aktuelle Gesundheitszustand des Wals untersucht werden. Er hoffe weiter auf eine Lebendrettung, unterstrich der Minister.

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