Experten sind sich sicher: Buckelwal wird bald sterben

Niendorf/Wismar/Poel - Seit über einer Woche versuchen Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen. Nun scheint klar: Seine Situation ist aussichtslos! TAG24 berichtet im Liveticker.

Nachdem sich der Wal am Montagabend selbst befreit hatte, strandete er am Dienstag erneut kurz vor der Insel Poel.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche.

Als sich der Ozeanriese befreite, strandete er später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Nachdem das Tier daraufhin in verschiedene Richtungen geschwommen ist, strandete der Wal am Dienstag kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - ohne Erfolg.

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Am Mittwoch dann die Überzeugung der Experten: Der Wal wird sich nicht mehr freischwimmen können! Das Tier soll nun in Ruhe gelassen werden.

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1. April, 16.15 Uhr: Greenpeace ist sicher - Wal ist erheblich geschwächt

"Nach gemeinsamer Einschätzung unserer Experten und beteiligten Fachleuten müssen wir davon ausgehen, dass das Tier erheblich geschwächt ist", teilte die Umweltorganisation am Nachmittag mit.

Die mehrfachen Strandungen sowie eine deutlich reduzierte Vitalität und fehlende Reaktionen auf äußere Reize würden darauf hin deuten.

In solchen Situationen führen Eingriffe häufig nicht zu einer nachhaltigen Rettung, sondern würden das Leiden des Tieres nur verlängern.

"Ein natürlicher Verlauf - so schwer es auch zu akzeptieren ist - entspricht in vielen Fällen, auch hier am ehesten, dem Tierwohl."

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Der Buckelwal liegt noch immer gestrandet kurz vor der Insel Poel - weitere Rettungsversuche soll es nicht geben - das Tier werde nun in Ruhe gelassen.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

1. April, 14.42 Uhr: Experten werden sich bis zum Ende kümmern

Der Taucheinsatzleiter von Sea Shepherd rief die Bevölkerung dazu auf, das Tier in Ruhe zu lassen.

"Man sollte dem majestätischen Tier aus Pietätsgründen die Ruhe lassen", so der Taucheinsatzleiter. Damit der Wal sterben könne.

Umweltminister Backhaus ergänzte: "Wir haben uns intensiv um den Wal gekümmert und wir werden uns auch bis zum Ende kümmern."

1. April, 14.33 Uhr: Diskussion um das restliche Netz

Umweltminister Till Backhaus äußerte sich auch zu den Vorwürfen, dass das restliche Netz nicht aus dem Maul des Wals befreit wurde: "Dem Wal wurden 50 bis 60 Meter Netz entfernt. Wir wissen nicht, wie viel noch drin ist."

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hatte sich das Netz angeschaut und ein Stück zum Ziehen, dran gelassen. Irgendjemand hätte es aber herausgenommen, so der Umweltminister.

Wie viel Netz sich noch im Maul des Wals befinde, weiß keiner.

1. April, 14 Uhr: Experten sind sich ihrer Methode sicher

Auf der Pressekonferenz bekräftigten die Experten noch einmal, dass sie sich immer wieder mit Kollegen aus dem Ausland besprochen haben.

Diese hätten ihnen immer wieder bestätigt, dass ihr Vorgehen absolut richtig war.

In den kommenden Tagen soll der Wasserspiegel weiter sinken, um die 10 bis 15 Zentimeter. Die Aussicht, dass der Wal von dieser Stelle nochmal freikomme, sei sehr gering. Das Tier noch einmal zu animieren, sich freizuschwimmen, würde an Tierquälerei grenzen.

Am Mittwochmorgen um 6 Uhr war der Wasserspiegel wohl am höchsten. Dies wäre seine letzte Chance gewesen, teilten die Experten mit, jedoch ging keine Aktivität von dem Wal aus.

"Wir haben die vergangenen Tage alles versucht, was möglich war. Doch die Situation ist jetzt eine andere", sagte Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace.

Für ihn sei die Situation des Wals ein Spiegel der Gesellschaft, wie die Menschen mit der Natur umgehen würden.

Till Backhaus (r-l, SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace und Sven Biertümpfel, Taucheinsatzleiter Sea Shepherd, sind sich einig, die Situation des Wals ist so gut wie aussichtslos.  © Philip Dulian/dpa

1. April, 13.27 Uhr: Absperrzone um Wal errichtet - Tier wird wahrscheinlich dort sterben!

Die Experten sind sich auf der Pressekonferenz einig: Dem Wal geht es zunehmend schlechter. Zudem wird der Wasserstand noch weiter fallen. Aus eigener Kraft wird sich der Wal nicht mehr retten können.

"Es wird eine Sperrzone um den Wal festgelegt", so Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Sowohl Schiffe als auch Drohnen dürfen sich dem Tier nicht nähern.

Der Wal soll in Ruhe gelassen werden, um nicht weiter gestresst zu werden. Die aktuelle Situation sei aussichtslos.

Die Polizei richtet rund um den Wal eine Sperrzone ein.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

1. April, 11.24 Uhr: Experten überprüfen Gesundheitszustand des Wales

Am Vormittag näherte sich ein Schlauchboot von Greenpeace mit Experten an Bord dem Buckelwal, um seinen gesundheitlichen Zustand zu überprüfen.

Auf Anfrage von TAG24 teilte Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace mit, dass Informationen zum Gesundheitszustand des Wals und zum weiteren Vorgehen in einer Pressekonferenz um 13 Uhr bekannt gegeben werden.

Der Buckelwal sitzt am Mittwochvormittag immer noch vor der Insel Poel fest, die Experten beobachten weiter seinen Gesundheitszustand.  © Marcus Golejewski/dpa

1. April, 8.05 Uhr: Polizei überprüft Zustand des Wales

Die Wasserschutzpolizei geht am Mittwochmorgen davon aus, dass sich der Buckelwal noch immer in der Kirchsee direkt vor der Insel Poel befindet.

Auch wenn er in der Nacht laut Sprecher "sehr aktiv" gewesen sei, wollen zwei Polizisten von einem Boot aus überprüfen, wie es dem Meeressäuger geht.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor in der Bucht vor der Insel Poel.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

1. April, 6.14 Uhr: Experten geben Hoffnung nicht auf

Auch wenn die Prognosen schlecht aussehen, wollen die Experten den Buckelwal vor der Ostseeküste Wismars nicht aufgeben. "Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut. Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass der Wal sich aus eigenem Antrieb wieder in Bewegung setzt", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Umweltministeriums und der beteiligten Organisationen.

Am Dienstagabend und in der Nacht zu Mittwoch gab es keine weiteren Rettungsaktionen. "Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben", so ein Sprecher des Ministeriums. Die Lage sei aber weiterhin kritisch.

Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace sagte: "Wir hoffen, dass ihm Ruhe erneut die Möglichkeit gibt, dass er die Kraft zusammennimmt und da noch mal freischwimmt." Das Tier sei aktiv und versuche freizukommen.

31. März, 19.35 Uhr: Wie geht es weiter?

Auch eine Sprecherin von Greenpeace bestätigt im Gespräch mit NEWS5: Für heute sind keine weiteren Maßnahmen mehr geplant. "Wir haben gesehen, dass Ruhe ihm gutgetan hat in der Vergangenheit. Wir hoffen, dass es auch jetzt ausreicht, dass er sich noch mal freischwimmen kann", so die Expertin.

Auch die Boote von Greenpeace sind mittlerweile wieder an Land. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, aber die Gesamtprognose sieht nicht gut aus", teilt die Sprecherin ihre Einschätzung. Aktuell liege er ungünstig, was das Wegschwimmen erschwert.

Wie es morgen weitergeht? Der Wal soll weiter beobachtet werden. "Wir werden schauen, was das Beste für das Tier ist und was wir machen können."

31. März, 18.16 Uhr: Offenbar keine weitere Aktion mehr für heute geplant

Bereits seit mehreren Stunden befindet sich der Wal nun an derselben Stelle vor der Insel Poel. Erneut aufs Boot wollen sich die Experten heute offenbar nicht mehr begeben.

Claus Tantzen, Sprecher vom Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, erklärt auf Nachfrage von TAG24: "Heute wird da nichts mehr passieren. Man wird dem Wal die Möglichkeit geben, aus eigenem Antrieb aufzuschwimmen."

Ein Vorhaben, das bereits am Tag zuvor teilweise verfolgt wurde. "Wenn er wollte, könnte er", ist sich der Experte sicher. Hin und wieder ist zu sehen, wie sich der Wal im Wasser etwas bewegt. Auch ein dumpfes Brummen ist ab und an zu hören. Wie es morgen weitergeht, werde aktuell noch intensiv beraten.

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