Expertin über festsitzenden Buckelwal: "Sieht nicht gut aus"

Niendorf/Wismar/Poel - Seit über einer Woche versuchen Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen. Am Dienstag strandete der Wal erneut! TAG24 berichtet im Liveticker.

Nachdem sich der Wal am Montagabend selbst befreit hatte, strandete er am Dienstag erneut kurz vor der Insel Poel.
Nachdem sich der Wal am Montagabend selbst befreit hatte, strandete er am Dienstag erneut kurz vor der Insel Poel.  © NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche.

Als sich der Ozeanriese befreite, strandete er später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Nachdem das Tier daraufhin in verschiedene Richtungen geschwommen ist, strandete der Wal am Dienstag kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten Boote ihn zum Schwimmen zu animieren - ohne Erfolg. Am Mittwoch soll der Buckelwal weiter beobachtet werden, sofern er noch da ist.

31. März, 19.35 Uhr: Wie geht es weiter?

Auch eine Sprecherin von Greenpeace bestätigt im Gespräch mit NEWS5: Für heute sind keine weiteren Maßnahmen mehr geplant. "Wir haben gesehen, dass Ruhe ihm gutgetan hat in der Vergangenheit. Wir hoffen, dass es auch jetzt ausreicht, dass er sich nochmal freischwimmen kann", so die Expertin.

Auch die Boote von Greenpeace sind mittlerweile wieder an Land. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, aber die Gesamtprognose sieht nicht gut aus", teilt die Sprecherin ihre Einschätzung. Aktuell liege er ungünstig, was das Wegschwimmen erschwert.

Wie es morgen weitergeht? Der Wal soll weiter beobachtet werden. "Wir werden schauen, was das beste für das Tier ist und was wir machen können."

31. März, 18.16 Uhr: Offenbar keine weitere Aktion mehr für heute geplant

Bereits seit mehreren Stunden befindet sich der Wal nun an der selben Stelle vor der Insel Poel. Erneut aufs Boot wollen sich die Experten heute offenbar nicht mehr begeben.

Claus Tantzen, Sprecher vom Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, erklärt auf Nachfrage von TAG24: "Heute wird da nichts mehr passieren. Man wird dem Wal die Möglichkeit geben, aus eigenem Antrieb aufzuschwimmen."

Ein Vorhaben, das bereits am Tag zuvor teilweise verfolgt wurde. "Wenn er wollte, könnte er", ist sich der Experte sicher. Hin und wieder ist zu sehen, wie sich der Wal im Wasser etwas bewegt. Auch ein dumpfes Brummen ist ab und an zu hören. Wie es morgen weitergeht, werde aktuell noch intensiv beraten.

31. März, 16.27 Uhr: Lehmann teilt Nachricht von Meeresbiologin

Laut der neuseeländischen Meeresbiologin, Ingrid Visser, müsse das restliche Netz unbedingt aus dem Maul des Wales entfernt werden, ansonsten würde das Tier immer wieder stranden.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Schwertwal- und Orca-Forschung.

YouTuber und Meeresbiologe Robert Marc Lehmann teilte die Nachricht der Wal-Expertin in seiner Instagram-Story.

Der Influencer versuchte am Donnerstag selbst, das Netz zu entfernen, ist aber gescheitert.

Die Frage eines Journalisten, ob man da noch etwas machen könne, verneinte er. „Das ist fest. Ich habe daran gezogen. Es ist fest“, so die Einschätzung des YouTubers.

Walforscher Fabian Ritter empfiehlt Rescue Teams aus dem Ausland einzufliegen, sollte man tatsächlich versuchen, das Netz noch zu entfernen.

31. März, 15.05 Uhr: Wie geht es weiter?

Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace erklärte auf der Pressekonferenz, dass die aktuelle Situation des Wals mit der von gestern vergleichbar sei.

Der Wal würde zwar aufsetzen, doch wenn er wolle, würde er losschwimmen können. Vielleicht sei das Tier aktuell auch ruhebedürftig und geschwächt.

Nun müssten die Experten "die Karten neu legen" und bewerten, wie sie am besten weitermachen. Dafür würde auch wieder mit externen Wissenschaftlern gesprochen werden.

Experten aus dem Ausland haben der Gruppe vor Ort inzwischen mitgeteilt, dass sie in der Situation am Montag genau richtig gehandelt hätten.

Aktuell beratschlagen sich die Experten über das weitere Vorgehen und wollen auf eine Strategie zwischen Ruhe und Motivation setzen. Momentan gehe die Tendenz dahin, dass der Wal die Chance haben soll, selbst zu entscheiden, wann er losschwimmen wolle.

Umweltminister Dr. Till Backhaus (r.) und Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace sprachen über die aktuelle Lage des Wals.
Umweltminister Dr. Till Backhaus (r.) und Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace sprachen über die aktuelle Lage des Wals.  © NEWS5 / René Schröder

31. März, 14.28 Uhr: Der Buckelwal sitzt wieder fest!

Nicht schon wieder! Auf einer Pressekonferenz bestätigten die Experten, dass der Buckelwal erneut festsitzt.

"Der Wal hat sich leider nicht an seine Route gehalten und ist falsch abgebogen und in die Kirchsee geschwommen", erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.

Der Wal befindet sich in der Einmündung der Insel Poel, allerdings konnten die Schlauchboote das Tier davon abhalten, noch weiter in Richtung des Hafens der Insel Poel zu schwimmen.

Nun muss über die weiteren Maßnahmen beratschlagt werden, ob dem Tier entweder Ruhe gegönnt wird oder ob heute noch ein weiterer Animierungsversuch zum "Freischwimmen" gestartet werde.

Der Buckelwal schwamm in die Kirchsee der Insel Poel und setzte sich dort wieder fest.
Der Buckelwal schwamm in die Kirchsee der Insel Poel und setzte sich dort wieder fest.  © Screenshot: Vesselfinder.com

31. März, 13.45 Uhr: Schlauchboote sind noch auf dem Wasser

Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Wismar gegenüber TAG24 mitteilte, sind sowohl Schlauchboote von Greenpeace als auch von der Wasserschutzpolizei in der Wismarer Bucht unterwegs.

Trotz des starken Windes und Wellengangs begleiten die Boote das Tier. Wenn die Wettervorhersage stimmt und der Wind nicht weiter zunimmt, können die Schlauchboote auch draußen bleiben, so der Sprecher.

Die Boote halten sich in der Umgebung des Buckelwals auf. Momentan schwimme der Ozeanriese in der Nähe der Kirchsee bei der Insel Poel.

Rettungskräfte sind am Dienstag mit Booten unterwegs.
Rettungskräfte sind am Dienstag mit Booten unterwegs.  © NEWS5 / René Schröder

31. März, 12.05 Uhr: Wal schwimmt in ungünstigem Gebiet

Derzeit befindet sich der Ozeanriese östlich der Insel Walfisch, nahe der Einfahrt zu einer schmalen Bucht der Insel Poel. Bei dieser Einfahrt befindet sich eine Flachwasserstelle.

"Die Wasserschutzpolizei und wir versuchen zu verhindern, dass er da reinschwimmt", sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack im Gespräch mit TAG24.

Ziel sei es, den Buckelwal aus der Wismarer Bucht zu leiten. Anschließend wird im Austausch mit dem ITAW, dem Meeresmuseum und den zuständigen Behörden das weitere Vorgehen besprochen.

Der Meeresbiologe wird gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus um 14 Uhr eine Pressekonferenz in Wismar abhalten.

Meeresbiologe Thilo Maack klärt um 14 Uhr über das weitere Vorgehen auf.
Meeresbiologe Thilo Maack klärt um 14 Uhr über das weitere Vorgehen auf.  © TAG24/Tobias Bruns

31. März, 11.30 Uhr: Drohne verfolgt den Buckelwal

Wie Claus Tantzen, Sprecher des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommerns, gegenüber TAG24 berichtet, herrsche Sichtkontakt zum Buckelwal.

"Es ist eine Drohne aufgestiegen, um den Wal zu verfolgen. Dabei hat sich herausgestellt, dass er in Richtung von sehr flachem Wasser unterwegs ist. Greenpeace versucht mit einem Schlauchboot, den Wal von dem Flachwasser fernzuhalten", so Tantzen.

31. März, 10.43 Uhr: Greenpeace auf dem Weg zum Wal

Wie eine Greenpeace-Sprecherin gegenüber TAG24 berichtete, schwimme der Wal in Richtung der Insel Poel.

Die Experten von Greenpeace wurden gebeten, mit ihrem Schlauchboot den Einsatz auf dem Wasser zu unterstützen, da sie damit auch in das flachere Wasser fahren können.

"Wir wollen verhindern, dass er wieder ins Flachwasser gelangt", so die Sprecherin.

31. März, 10.18 Uhr: Der Wal ist zurück in der Wismarer Bucht

Das gibt's doch nicht! Der Buckelwal hat schon wieder die falsche Richtung eingeschlagen und wurde in der Wismarer Bucht gesichtet. Die Wasserschutzpolizei konnte die Sichtung gegenüber TAG24 bestätigen.

"Wir versuchen herauszubekommen, wo er jetzt genau ist und wo er hinwill", so der Sprecher.

Titelfoto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Mehr zum Thema Ostsee: