Ostseeinsel von Außenwelt abgeschnitten: Eisbrecher darf keine Personen befördern

Hiddensee - Die Fähre nach Hiddensee liegt in der Werft. Ein Eisbrecher hat die Notversorgung der Ostseeinsel übernommen. Das hat jetzt für Verwirrung und Frustration gesorgt.

Passagiere besteigen den Eisbrecher "Swanti" in Schaprode auf Rügen.  © Stefan Sauer/dpa

Der Grund: Die Anzeige eines "besorgten Bürgers", wie es Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens (56, Allianz für Hiddenseer) bei Facebook ausdrückte, hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ostsee auf den Plan gerufen. Die Behörde untersagte den Fährverkehr zwischenzeitlich.

"Die Entscheidung erfolgte in Abstimmung mit der Schiffsuntersuchungskommission (SUK), da das Schiff baulich und betrieblich nicht für die Personenbeförderung ausgelegt ist", teilte das Amt am Mittwochabend mit. Nur in Notfällen, beispielsweise medizinischer Natur, könne eine Ausnahme gemacht werden.

Die Folge: "Leider konnten heute in Vitte und Schaprode Menschen von den Inseln infolge dieser behördlichen Untersagung nicht mehr nach Hause befördert werden" teilte Gens mit, der gegen das Verbot vorging - mit Erfolg.

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Denn der Einspruch führte schließlich dazu, dass "die Fahrten mit dem Eisbrecher auch mit Personen in Notversorgung" ab Donnerstag wieder aufgenommen werden dürfen. Das gelte für Schüler, Arbeitnehmer, medizinische Termine und die Grundversorgung der Insel.

Demnach wurde eine Sondergenehmigung zur Personenbeförderung auf der "Swanti" beantragt. Allerdings gibt es dabei erhebliche Einschränkungen, allein bei der Kapazität, denn der Eisbrecher kann maximal 20 Passagiere an Bord nehmen.

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Eisbrecher darf keine Touristen befördern

Die "Swanti" darf mit einer Sondergenehmigung weiterhin Menschen zwischen Hiddensee und Rügen befördern.  © Stefan Sauer/dpa

Außerdem ist aufgrund der hohen Bordwände und der großen Tritthöhe beim Ein- und Ausstieg eine Beförderung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur bedingt, die Mitnahme von Rollstühlen derzeit gar nicht möglich.

Und natürlich beschränkt sich dieser Not-Fährverkehr weiterhin auf die Insulaner - eine Überfahrt für Touristen und Gäste kann aktuell nicht gewährleistet werden.

"Touristischer Reiseverkehr zur Insel Hiddensee ist daher bis einschließlich Dienstag, den 3. Februar 2026, nicht möglich. Wir bitten Gäste dringend, von einer Anreise abzusehen", mahnte Gens.

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Die Grundversorgung der Insel mit Lebensmitteln und Medikamenten sei jedoch gewährleistet. Am Mittwoch brachte der Eisbrecher "Görmitz" wichtige Versorgungsgüter nach Hiddensee und nahm auf dem Rückweg die "Vitte" in Schlepptau.

Nötig wurde die Notversorgung über die Eisbrecher, nachdem die Personenfähre am Dienstag Leck geschlagen war. Sie befindet sich mittlerweile zur Reparatur in einer Werft in Stralsund.

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