Robert Marc Lehmann verhöhnt Kritiker: "Noch nie hat ein Wal so gut meine Miete gezahlt"
Anholt (Dänemark) - Tierschützer Robert Marc Lehmann (43) hat sich nach der Obduktion des Buckelwals "Timmy" erneut zu Wort gemeldet und seine Kritiker verspottet.
Kaum einer hat während der monatelangen Wal-Odyssee so polarisiert wie Lehmann - und auch nach dem Tod des Tieres stichelt der YouTuber in alle Richtungen.
Dem 43-Jährigen wurde während der Rettung vor Niendorf im März Selbstdarstellung vorgeworfen. Unter anderem deswegen, weil er einen Selfiestick mit zum gestrandeten Wal nahm.
Inzwischen hat Lehmann etliche Videos zu dem Thema veröffentlicht, aus Sicht vieler Kritiker die Tragödie bestmöglich monetarisiert.
Schon vor zwei Wochen veröffentlichte der Influencer ein Video mit den Worten "Mein wirklich allerletztes Video zum Wal". Es folgten weitere.
Und Lehmann gibt unumwunden zu: "Noch nie hat ein Wal so gut meine Miete gezahlt wie Timmy."
Er verstehe die Aufregung deshalb aber nicht. "Erstens kann ich machen, was ich will, Punkt eins. Zweitens, der Wal interessiert mich und euch auch und die Einordnung sicherlich auch", meint er.
Und dann folgen noch ehrlichere Sätze: "Ich rede einfach gerne darüber und die Videos klicken sich massiv gut. Ich verdiene damit Zehntausende Euros. Warum sollte ich damit aufhören? Nur weil ich mich selbst darstelle und die Kuh melke ohne Ende? Das machen ja alle Anderen auch", so Lehmann.
Robert Marc Lehmann bezeichnet Rettungsinitiative als "Heiopeis"
Mit den "Anderen" meint der Tierschützer unter anderem Medien, die nonstop berichtet haben. "Also, ich möchte gar nicht wissen, wie viele Millionen diese Leute mit den Livestreams und so verdient haben, die ja Stars geworden sind im Internet und dafür gefeiert werden. Also von daher, ich bin der Boss", sagt der Meeresbiologe.
Nach dieser Einordnung folgte dann noch eine Meinung zu den Obduktionsergebnissen. Hier zählt der 43-Jährige zunächst die Ergebnisse auf: guter Ernährungszustand, keine Verletzungen, kein Geisternetz. "Mit der Tatsache, dass ich diesen Wal ja live erlebt habe, [...] hätte die halt echt eine Chance gehabt. Die größer war als meine geschätzten 0,1 Prozent", meint Lehmann.
"Wie kann es sein, dass dieser Wal einen verdammten Monat da herumgelegen hat und da 50 verschiedene Heiopeis dran herumgedoktert haben und irgendeinen Kikifax gemacht haben?", fragt er sich.
Das sei aus seiner Sicht "absoluter Wahnsinn".
Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

