Anholt (Dänemark) - Der Kadaver von Buckelwal "Timmy" liegt seit Samstag an einem Strand der Insel Anholt. Die Obduktion steht noch aus, aber ein Mitglied der Rettungsinitiative spricht jetzt über die Tracker-Daten.
Seit über zwei Wochen sind die dänischen Behörden schon im Besitz des Trackers, der wohl die Informationslücke darüber schließen könnte, was mit Timmy seit der Freilassung am 2. Mai geschehen ist.
Das Gerät soll von den Dänen an Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) übergeben werden. Ministeriumssprecher Claus Tantzen bestätigte gegenüber TAG24, dass die darauf enthaltenen Daten im Anschluss veröffentlicht werden sollen.
Jeffrey Foster, der als einziges Mitglied der Rettungsinitiative die Freilassung miterlebt hat, verriet der Bild nun vor dieser Veröffentlichung, welche Daten der Tracker geliefert haben soll.
Laut Foster handele es sich bei dem Gerät um einen Splash 10-F-296 der Firma Wildlife Computers. Das soll nach Herstellerangaben 490 Tage Daten senden und speichern, unter anderem die Position und die Tauchtiefe.
Foster behauptet gegenüber der Bild, im Besitz von Daten zu sein.
"Über einen Zeitraum von sechs Tagen zeichnete der Tracker mehr als 50 Positionsübertragungen und mehr als 30 Tiefenaufzeichnungen mithilfe des CLS-Satelliten-Trackers auf", so der Walexperte.
"Timmy" soll 240 Kilometer geschwommen sein
Laut Foster sei "Timmy" einmal bis auf eine Tiefe von 150 Metern und mehrfach auf rund 50 Meter abgetaucht.
Der Wal sei seit der Freilassung mehr als 240 Kilometer weit geschwommen. Den Kurs des Wals habe Foster nicht genannt. Auch darüber, wie er die Daten empfangen haben will, hüllte sich der Free-Willy-Chef in Schweigen.
Überprüfen lassen sich diese Angaben wohl erst, wenn das Ministerium die Daten des Trackers veröffentlicht.
Sollten die Aussagen Fosters zutreffen, lebte der Ozeanriese bis zum 8. Mai. Am 14. Mai strandete "Timmys" Kadaver 75 Meter vor der Küste der dänischen Insel Anholt, die rund 300 Kilometer vom Ort der Freilassung entfernt in der Ostsee liegt.