Long-Covid, Müllmänner, Abschiede: Die Geschichten des Jahres 2021 in Sachsen

Sachsen - Das Nachrichtengeschäft ist schnelllebig. Das liegt zwar in der Natur der Sache, doch schade ist es manchmal trotzdem. Deshalb haben wir auch für den zweiten (und letzten) Teil unseres Jahresrückblicks nachgehakt, was aus unseren Geschichten der letzten zwölf Monate geworden ist. Wie ist es den Menschen hinter diesen Geschichten seitdem ergangen? Hat sich die Situation verbessert, verschlimmert oder radikal verändert? Hier könnt Ihr es nachlesen... 2021 – was für ein Jahr!

Im Januar ging es Sachsens ältestem Ehepaar noch gut: Charlotte (102) und Gerhard Wünsche (99). Der damals 98-jährige Waggonbau-Schlosser und Ex-Handballer stemmte sogar noch regelmäßig Hanteln.
Im Januar ging es Sachsens ältestem Ehepaar noch gut: Charlotte (102) und Gerhard Wünsche (99). Der damals 98-jährige Waggonbau-Schlosser und Ex-Handballer stemmte sogar noch regelmäßig Hanteln.  © Nikolai Schmidt

10. Januar: Ältestes Ehepaar jetzt durch Straße getrennt

Sie sind das wohl älteste Ehepaar Sachsens: Charlotte (102) und Gerhard Wünsche (99) aus Görlitz-Biesnitz feierten im Juni ihren 72. Hochzeitstag. Bei uns verrieten sie das Geheimnis ihrer Methusalem-Liebe: "Wir haben immer gern und viel getanzt", sagte Gerhard.

Doch das geht jetzt nun nicht mehr. "Mein Mann musste dieses Jahr operiert werden. Dann ist er auch noch schwer gestürzt, hat sich die Rippen gebrochen", erzählt Charlotte. Seitdem sind die beiden getrennt. Gerhard wird gleich gegenüber ihres gemeinsamen Hauses im ASB-Seniorenheim gepflegt. "Er ist sehr schwach geworden", sagt seine Ehefrau traurig.

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Jeden Tag besucht ihn Charlotte eine Stunde lang vis-a-vis der viel befahrenen Straße. "Das Überqueren ist schwer genug, weil es keine Ampel gibt. Dann muss ich auch immer noch eine Viertelstunde warten, bis das Corona-Testergebnis für den Heimzutritt vorliegt."

Auch Charlotte selbst ist nicht mehr gut zu Fuß, braucht zunehmend Hilfe: "Zum Glück gehen die Kinder für mich einkaufen."

Ob die beiden Eheleute wohl je wieder in trauter Zweisamkeit zusammen unter einem Dach leben können?

Pinguin-Patenschaften boomen und Messen werden geplant

Sylke Kucharkowski (51) hat derzeit vier Patenschaften im Amerika-Tierpark in Limbach-Oberfrohna. Dazu gehört auch ein Humboldt-Pinguin.
Sylke Kucharkowski (51) hat derzeit vier Patenschaften im Amerika-Tierpark in Limbach-Oberfrohna. Dazu gehört auch ein Humboldt-Pinguin.  © Bildmontage/Steffen Füssel/Ralph Kunz

10. Januar: Immer mehr Paten

Die große Nachfrage nach Patenschaften in den Zoos und Tierparks hält auch weiter an. So legte der Zoo Leipzig dieses Jahr bislang um 64 (auf insgesamt 2758) zu.

"Wir hatten Anfang Dezember 2020 'nur' 296, jetzt bereits 337 Tierpatenschaften", sagt Thomas Paarmann (54) von den Tierparkfreunden Chemnitz.

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Der Amerika-Tierpark in Limbach-Oberfrohna verzeichnete bis Ende November 28 neue, das Wildgehege Moritzburg zehn neue Patenschaften. In den Zoos Hoyerswerda und Dresden blieb die Nachfrage zunächst auf Vorjahresniveau.

"Das 'Weihnachtsgeschäft' beginnt jedoch jetzt erst. Das heißt, es kommen noch einige hinzu", so Gudrun Brammer von den Zoo-Freunden Dresden kurz vorm Fest. Die Patenschafts-Preise änderten sich jedoch nicht.

24. Januar: Nicht zu vergessen - die Messen!

Messen? Die hatten sich 2021 fast alle gegessen. In Leipzig und Dresden hagelte es Absagen. Die Branche lässt sich ihren Optimismus aber nicht nehmen: Die Planungen für die Leipziger Buchmesse 2022 sind in vollem Gange.

"Wir sind davon überzeugt, dass die Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März in unseren Messehallen stattfinden kann", erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

In Dresden würde man gern auch durchstarten. Aufgrund der pandemischen Lage sind jedoch im Januar 2022 die "SachsenKrad – Motorradmesse" und die "Reisemesse" abgesagt und die Hochzeitsmesse "JAwort" sowie die Jobmesse "KarriereStart" verschoben worden.

In den vergangenen zwei Jahren konnte die Leipziger Buchmesse nicht stattfinden, die Planungen für den kommenden März laufen dennoch auf Hochtouren. (Archivbild)
In den vergangenen zwei Jahren konnte die Leipziger Buchmesse nicht stattfinden, die Planungen für den kommenden März laufen dennoch auf Hochtouren. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wer nicht musizieren kann, wird Impfarzt

Uwe Großmann arbeitet beim Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ASR). Durch die Papiermüll-Zunahme muss er immer vollere blaue Tonnen entsorgen.
Uwe Großmann arbeitet beim Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ASR). Durch die Papiermüll-Zunahme muss er immer vollere blaue Tonnen entsorgen.  © Kristin Schmidt

28. Februar: Plus an Papier

Sowohl in der Landeshauptstadt als auch im halb so großen Chemnitz wird sich die Papiermüll-Zunahme wohl fortsetzen. "Der Anteil von Altpapier aus privaten Chemnitzer Haushalten beträgt wie in den Vorjahren circa 15 Prozent", weiß Beate Bodnár vom städtischen Entsorger ASR.

Allerdings gab es letztes Jahr 97.464 Tonnen Müll, 19.136 Tonnen mehr als 2019. Somit ein Plus von 2870,4 Tonnen Papiermüll. Die 2021er Zahlen veröffentlicht der ASR erst im neuen Jahr.

Dresden ist schneller: "Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Altpapier-Sammelmenge um etwa 1500 Tonnen erhöht (2020: 20.644 Tonnen)", so eine Stadtsprecherin. Ausgenommen ist aber der Dezember.

Durchs rege Weihnachtsversandgeschäft fällt hier extra viel Papiermüll an.

21. März: Singender Impfarzt oder impfender Sänger?

Die Pandemie hebt das Leben des Leipziger Sängers Daniel Knauft (47) weiterhin aus den Angeln. Statt mit dem gefeierten Vokalensemble Amarcord weltweit Konzerte zu geben, spritzt er als Arzt jetzt Covid-19-Impfstoffe. Der Bass: "Über 3500 Impfungen konnte ich schon verabreichen."

Als Aktivist an der Impffront erlebte er Momente des Glücks, aber auch tiefen Frust: "Meinen schlimmsten Einsatz hatte ich im September. Da saß ich mit einem Team einen halben Tag rum und lediglich drei Leute kamen zum Impfen." Wenig später kippte die Situation komplett. Massenandrang! Sicherheitskräfte mussten ihn und seine Mitstreiter abschirmen.

Lichtblicke waren für Knauft die wenigen Konzerte, die Amarcord geben konnte. Er grübelt: "Mir graut's bei dem Gedanken, wie unsere Musikwelt nach der Pandemie aussehen wird. Befreunde Künstler und Ensembles geben bereits jetzt auf, suchen sich andere Jobs."

Amarcord möchte 2022 sein 30-jähriges Bestehen feiern. Der Sänger: "Wir haben wunderbare Aktionen geplant. Hoffentlich können die stattfinden..."

Daniel Knauft (47) wurde im ablaufenden Jahr an mehreren Standorten in Leipzig eingesetzt, um den Corona-Impfstoff zu verabreichen.
Daniel Knauft (47) wurde im ablaufenden Jahr an mehreren Standorten in Leipzig eingesetzt, um den Corona-Impfstoff zu verabreichen.  © Ralf Seegers

Eben noch flauschige Küken, nun bekommen sie selbst Nachwuchs

Beatrix Rudolph (59) mit ihrem fünfköpfigen Federvieh-Nachwuchs. Der entwickelte sich binnen 21 Tagen bei konstant 38 Grad in der Brutmaschine.
Beatrix Rudolph (59) mit ihrem fünfköpfigen Federvieh-Nachwuchs. Der entwickelte sich binnen 21 Tagen bei konstant 38 Grad in der Brutmaschine.  © Bildmontage/privat

18. April: "Küken" legen schon Eier

Pünktlich zu Ostern schlüpften im Wohnzimmer von Unternehmensberaterin Beatrix Rudolph (59) in Görlitz fünf Küken – ausgebrütet in einem für 80 Euro extra angeschafften Inkubator: "Meine beiden Enkelinnen im Alter von vier und sechs Jahren sollten einmal hautnah das 'Wunder des Lebens' erleben."

Inzwischen sind die Hennen Flöckchen, Blacky, Schneewittchen, Lady Grey und der Hahn im Korb Henry II. "prachtvoll dick und rund geworden". Die Hühner legen wie im Kinderlied "jeden Tag ein Ei". "Und das bereits seit August und damit einen Monat früher als gedacht. Miss Blacky beschert uns an etwa jedem dritten Tag sogar ein großes Doppelei mit zwei Dottern", freut sich Hühner-Mama Beatrix.

Ihrem Gacker-Quintett hat sie einen hypermodernen Hi-Tech-Stall spendiert und den Auslauf im Garten vergrößert.

Nur wenn sie ihre Hennchen zu intensiv krault, wird Henry II. eifersüchtig und verteidigt seinen Harem pickend.

Tanzschulen und Reisebüros: Corona macht's ihnen nicht leicht

Jenny (33) und Jonatan Rodríguez Pérez (37) lieben den Tanz. Leidenschaftlich gern geben sie als Lehrer ihr Wissen weiter. Die Pandemie bremst sie dabei aus, bedroht ihre berufliche Existenz.
Jenny (33) und Jonatan Rodríguez Pérez (37) lieben den Tanz. Leidenschaftlich gern geben sie als Lehrer ihr Wissen weiter. Die Pandemie bremst sie dabei aus, bedroht ihre berufliche Existenz.  © Petra Hornig

25. April: Tanzschulen weiter außer Tritt

Einen Schritt vor und einen zurück: Corona sorgt dafür, dass Jenny (33) und Jonatan Rodríguez Pérez (37) als neue Inhaber der Tanzschule Riesa kaum Tritt fassen können. Der Tanzlehrer mit spanischen Wurzeln erzählt: "Wir durften Ende Mai wieder langsam starten, haben dann bis zum Sommer die unterbrochenen Kurse zu Ende geführt."

Die Anzahl der Neuanmeldungen nach dem Lockdown und dem Sommer fiel deutlich geringer aus als zum Start ihrer Tanzschule vor dem Lockdown. Seit Mitte November befindet sich ihre Schule – so wie alle Tanzschulen in Sachsen – nun wieder im Teil-Lockdown.

Nur noch Kinderkurse und zwei einzelne Jugendkurse mit Teenagern (U 16) können durchgeführt werden.

Das einstige Profi-Tanzpaar blickt sorgen- und angstvoll in die Zukunft. Jenny und Jonatan haben erneut auf Online-Unterricht in den Clubs umgestellt.

Sie berichten berührt: "Von unseren Club-Mitgliedern, die uns auch im Lockdown monatlich unterstützt haben, sind alle Paare noch dabei. Sie haben uns sehr geholfen und unterstützt. Dafür möchten wir von Herzen 'Danke!' sagen."

30. Mai: Reiselust überraschte den Experten

Im Mai warnte der Tourismus-Experte Frank Aepfelbach (54) vor einem Exodus in der Reisebranche: "Wenn die staatlichen Hilfen auslaufen, rechne ich damit, dass 20 bis 25 Prozent der rund 10.500 Reisebüros in Deutschland vom Markt verschwinden." Es kam anders.

"Tatsächlich wurden aufgrund der Krise etwa vier bis sieben Prozent Geschäftsaufgaben registriert", weiß er heute. "Bei 50 Prozent davon waren die Inhaber über 60 Jahre alt, zogen wohl die Schließung und damit ihren Ruhestand vor."

Auch die zurückgekehrte Reiselust der Deutschen hat ihn positiv überrascht: "Die Buchungsnachfrage zwischen Januar und Oktober 2021 stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 390 Prozent. Bei Reisen nach Griechenland war die Buchungslage im September und Oktober bei manchen Veranstaltern sogar leicht höher als im Vorkrisenjahr 2019."

Seine Vorhersage, dass der Kunde im Reisesommer 2021 König sei, bestätigte sich jedoch: "Ich war selbst geschäftlich auf dem griechischen Festland. Vom besonnenen und top organisierten Ablauf der Corona-Maßnahmen bei der Einreise können sich die deutschen Behörden eine Scheibe abschneiden."

Auch die Reisebüros hatten es 2021 nicht einfach, doch laut Tourismus-Experte Frank Aepfelbach (54) hat niemand mit der großen Nachfrage nach Fernreisen gerechnet. (Symbolbild)
Auch die Reisebüros hatten es 2021 nicht einfach, doch laut Tourismus-Experte Frank Aepfelbach (54) hat niemand mit der großen Nachfrage nach Fernreisen gerechnet. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

"Extremsport" geht auch mit Handicap

Der Künstler Olaf Stoy (62) durfte Thüringens 2-Euro-Münze mitgestalten.
Der Künstler Olaf Stoy (62) durfte Thüringens 2-Euro-Münze mitgestalten.  © Eric Münch

13. Juni: Prägendes Jahr für Kunst-Allrounder

Für den Künstler Olaf Stoy (62) aus Rabenau gab es in diesem Jahr manches zu feiern. Die 2-Euro-Münze für Thüringen mit dem Abbild der Wartburg, die er gestalten durfte, wurde bereits von der Staatlichen Münze Berlin erfolgreich zur Probe geprägt.

Stoy: "Ab dem 1. Februar 2022 wird die Münze ausgegeben." Insgesamt 30 Millionen Exemplare des Geldstücks werden in Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg geprägt und danach in Umlauf gebracht.

Im Juni konnte der Künstler, der nicht nur als Porzellan-Gestalter und Medailleur, sondern auch als Maler und Dichter von sich reden macht, zudem einen weiteren Ausscheid für sich entscheiden.

Olaf Stoy glücklich: "Ich habe den Wettbewerb zur Sammlermünze '20-Euro / Rückkehr der Wildtiere - Kegelrobbe' gewonnen. Diese Münze wird in Gold geprägt. Ausgabe soll Juni 2022 sein."

27. Juni: Keine Angst vor großen Touren

Der querschnittgelähmte Pirnaer Veit Riffer (53) lotet als Radsportler mit Handicap gern Leistungsgrenzen aus. Nach seinem Fichkona-Coup im Juni (ein Nonstop-Trip vom Fichtelberg zum Kap Arkona) erklomm er im Sommer mehrere Alpenpässe mit dem Handbike.

Aktuell schmiedet er wieder Pläne für eine große Tour: Anfang September 2022 möchte er mit Daria Krenn (46) ebenfalls nur mit Armkraft die Großglockner-Hochalpenstraße bezwingen.

Veit Riffer: "Wir planen die Tour von Salzburg bis zum Wörthersee in vier Etappen. Für Daria ist es im Handbike die erste große Unternehmung dieser Art, und ich werde sie als 'Alter Hase' begleiten."

Daria Krenn (46, li.) und ihr Mann haben Veit Riffer (53, re.) schon in Pirna besucht. Gemeinsam bereiten die drei die große Tour vor.
Daria Krenn (46, li.) und ihr Mann haben Veit Riffer (53, re.) schon in Pirna besucht. Gemeinsam bereiten die drei die große Tour vor.  © privat

Abschied von einer TV-Legende

Vor fünf Monaten verstarb Herbert Köfer. Er wurde stolze hundert Jahre alt.
Vor fünf Monaten verstarb Herbert Köfer. Er wurde stolze hundert Jahre alt.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

25. Juli: Köfer-"Festspiele" im MDR

Am 17. Februar feierte DEFA-Legende Herbert Köfer seinen 100. Geburtstag. 80 Jahre davon war er als Schauspieler aktiv, auf der Bühne, im Radio und im Fernsehen. Ein Leben voller Anekdoten, das am 24. Juli leider ein Ende nahm.

Doch vergessen wird Herbert Köfer nicht. Denn seine Filme und Serien sind Kult. So zeigte der MDR seit 24. Dezember bis 2. Januar jeden Morgen zwei Folgen von "Rentner haben niemals Zeit".

Außerdem mit Herbert Köfer im Programm: "Hauptmann Florian von der Mühle" (31.12./10.05 Uhr/MDR), "Frühstück im Bett" (1.1./7.35 Uhr/MDR) und "Maxe in Blau" (1.1./9 Uhr/RBB).

25. Juli: Wald steht weiter unter Stress

Borkenkäfer haben sich auch dieses Jahr wieder in den heimischen Wäldern breit gemacht. Allein in der Dresdner Heide mussten 30.000 Bäume geschlagen werden. Betroffen waren hauptsächlich Fichten und Kiefern.

"Das sind etwa 30 Prozent weniger als im Vorjahr", sag Heiko Müller (55) vom Sachsenforst. "Allerdings sind viele Fichtenbestände ja in den letzten Jahren bereits verschwunden." Verbessert habe sich Wassersituation in den Waldböden. "Die Defizite der Trockenjahre konnten aber nicht ausgeglichen werden."

Ein weiterer Schädling, der Eichenprozessionsspinner, hatte sich 2021 über die gesamte Heide verbreitet. Gut 80.000 Euro musste der Forstbezirk für die Beseitigung seiner Nester ausgeben.

"Für die Bäume selbst ist das Insekt weniger gefährlich als für die Menschen. Die Nesselhaare können starke Hautreizungen hervorrufen", sagt Müller.

Heiko Müller (55) vom Forstbezirk Dresden.
Heiko Müller (55) vom Forstbezirk Dresden.  © Thomas Türpe

Träume werden in die Tat umgesetzt

Der Tierpark in Geithain musste bereits im September schließen. Er darf erst wieder öffnen, wenn sachkundiger Zootierpfleger gefunden ist.
Der Tierpark in Geithain musste bereits im September schließen. Er darf erst wieder öffnen, wenn sachkundiger Zootierpfleger gefunden ist.  © Uwe Meinhold

12. September: Tierpark bleibt vorerst zu

Personalengpass! Wegen fehlender Sachkunde der ehrenamtlichen Mitarbeiter wurde der Tierpark Geithain behördlich geschlossen. Das Veterinäramt des Landkreises Leipzig untersagte dem Verein, die Tiere weiterhin zur Schau zu stellen.

Inzwischen setzten sich einige Tierpark-Freunde auf die Schulbank, legten Qualifikationen und Sachkunde-Nachweise für Ziegen, Schafe und Vögel ab. Vereinschef Thomas Muhl: "Derzeit ist die Qualifikation für den Schweine-Schein aber leider nicht möglich, der Tierpark muss vorerst weiter geschlossen bleiben."

Abhilfe wird wohl erst geschaffen, wenn ein pensionierter Zootierpfleger gefunden wird, der zur Hauptfütterungszeit anwesend sein kann.

24. Oktober: Dritter Band kommt raus

Den Traum vom Schreiben träumte Uta Pfützner (52) schon lange. Ähnlich fasziniert war sie auch vom Norden mit all seiner Mystik. In diesem Jahr brachte sie beide Leidenschaften zusammen – und wie!

Die Mohornerin schrieb mit viel Fantasie und Disziplin gleich drei Bücher über "Odins Sohn". Während die ersten beiden Bände der Trilogie schon zu haben sind ("Odins jüngster Sohn – Das Schiff", "Odins jüngster Sohn – Das Schwert"), soll der dritte und letzte Teil bald folgen. Die Veröffentlichung, freut sich die Autorin, "wurde mir für den Januar 2022 zugesagt". Wie immer im Legionarion Verlag.

Weitere Projekte sind übrigens schon in Arbeit.

Uta Pfützner (52) entführt ihre Leser in eine Welt voller Mystik, die aber trotzdem viele Bezüge zum echten Leben hat.
Uta Pfützner (52) entführt ihre Leser in eine Welt voller Mystik, die aber trotzdem viele Bezüge zum echten Leben hat.  © PR

Krankenschwester leidet eineinhalb Jahre nach Corona-Infektion noch immer

"Ich wäre fast an Corona gestorben.": Doch in diesem Jahr gab's auch Freude für Jenny (55) und Ehemann René Fischer (59). Tochter und Sohn haben geheiratet und sie sind erneut Großeltern geworden.
"Ich wäre fast an Corona gestorben.": Doch in diesem Jahr gab's auch Freude für Jenny (55) und Ehemann René Fischer (59). Tochter und Sohn haben geheiratet und sie sind erneut Großeltern geworden.  © Ove Landgraf

Long-Covid noch nicht besiegt

"Ich bin bis heute nicht richtig gesund", sagt Corona-Patientin Jenny Fischer (55) aus Rietschen (bei Niesky). Die Nachtschwester steckte sich Gründonnerstag 2020 auf der Arbeit im Krankenhaus Emmaus Niesky bei Patienten an.

Sie musste vier Tage ins Koma versetzt, sieben Tage künstlich beatmet werden und lag 14 Tage auf der Intensivstation. Doch auch nach einer Reha-Kur in Bad Salzungen (Thüringen) und in Bad Gottleuba-Berggießhübel gegen ihre Angststörung leidet sie bis heute unter Long-Covid.

Seit Juni geht sie zwar wieder arbeiten, ist aber immer wieder krankgeschrieben: "Ich leide weiter unter Rückenschmerzen, Müdigkeit und Schmerzen beim tiefen Luftholen. Die Ärzte sind ratlos, haben mir Physiotherapien verschrieben. Doch die helfen wenig."

In ihrem Urlaub will sie sich jetzt im Dezember Rat bei der Post-Covid-Ambulanz der Leipziger Uniklinik holen. "Ich habe mich sogar boostern lassen, weil ich mich geimpft sicherer fühle."

Titelfoto: Bildmontage / Kristin Schmidt / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa / Ove Landgraf

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