Markenware statt leerer Läden: In Pirna träumt man vom "City-Outlet"

Pirna - Für florierende Einkaufsstraßen ist Pirna undankbar gelegen, schließlich ist Dresden gleich nebenan. Der steigende Leerstand in der City nagt an den Nerven der Stadtplaner. Sie träumen von einem "City-Outlet".

So könnte eine shoppingfreundliche Gartenstraße einmal aussehen.
So könnte eine shoppingfreundliche Gartenstraße einmal aussehen.  © Norbert Neumann

Henryk Vogel (60) aus Pirna brachte den Stein ins Rollen. "Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Im Laufe des letzten Jahres habe ich mich hingesetzt und überlegt, was eigentlich aus Pirna geworden ist."

Seine Feststellung: Das Handelskonzept in Pirna geht nicht auf, zu viele Geschäfte stehen leer. "Daraus ist die Idee entstanden, über ein City-Outlet für Pirna nachzudenken."

City-Outlet bedeutet: Leerstehende Geschäftsflächen in attraktiven Innenstadtlagen werden an Markenhersteller vermietet, die darin günstige Outlet-Ware anbieten.

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Das soll den Handel in der Stadt ankurbeln - auch im Interesse der bestehenden Läden.

Investoren zeigen sich interessiert

Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Pirna Hauke Haensel (56, l.), Projektinitiator Henryk Vogel (60), ecostra-Geschäftsführer Joachim Will (64) und der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, Christian Flörke (58), auf der Gartenstraße. Sie haben eine Vision: ein City-Outlet für Pirna.
Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Pirna Hauke Haensel (56, l.), Projektinitiator Henryk Vogel (60), ecostra-Geschäftsführer Joachim Will (64) und der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft, Christian Flörke (58), auf der Gartenstraße. Sie haben eine Vision: ein City-Outlet für Pirna.  © Norbert Neumann

Für seine Idee fand Vogel schnell Unterstützer, darunter die Stadtentwicklungsgesellschaft und die Volksbank Pirna.

Auch eine neue Machbarkeitsstudie, die von Vogel und seinen Mitstreitern beim Unternehmen "ecostra" in Auftrag gegeben wurde, befindet: Pirna sei als Standort für ein City-Outlet geeignet, die malerische Altstadt eine ideale Kulisse, niedrige Flächenmietpreise attraktiv.

"Von den Bürgern haben wir bislang nur positives Feedback bekommen", freut sich Stadtplaner Christian Flörke (58). Laut Projektinitiator Henryk Vogel sind auch mit Stadträten und Investoren bereits Gespräche geführt worden.

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Billig soll die Umsetzung des Vorhabens jedenfalls nicht werden: "In Summe könnte man sich durchaus vorstellen, dass wir im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen werden", prognostiziert Vogel.

Denn um Straßenzüge, etwa die Gartenstraße, optisch aufzuwerten, wären Baumaßnahmen notwendig.

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann

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