Wenn Offiziere Sandsäcke ziehen: In Dresden werden künftige Armee-Chefs fit für den Einsatz gemacht

Dresden - Die Zukunft der Bundeswehr liegt in Sachsen: Rund 650 Offizieranwärter aus ganz Deutschland machen sich diese Woche in der Offizierschule Dresden fit fürs Militär. Denn die Landeshauptstadt ist die zentrale Station für künftige Führungskräfte der Bundeswehr.

Die Offizieranwärter lernen an der "Offizierschule des Heeres" in Dresden nicht nur das Tragen der Verantwortung.
Die Offizieranwärter lernen an der "Offizierschule des Heeres" in Dresden nicht nur das Tragen der Verantwortung.  © Steffen Füssel

Die angehenden Offiziere waren in ihrer bisherigen Ausbildung über ganz Deutschland verstreut, doch zum Abschluss kommt der gesamte Jahrgang nach Dresden.

Hier absolvieren sie seit Montag an der "Offizierschule des Heeres" das neue Ausbildungsmodul "Heeresprägung". Dazu gehören Vorträge über Militärgeschichte genauso wie der Geschwindigkeitslauf mit vollen Metall-Kanistern in den Händen.

Das Kommando hat Brigadegeneral Olaf Rohde (55): "Alles, was wir im Heer machen, ist Gemeinschaftsarbeit." Daher will er die Kameradschaft unter den angehenden Soldaten stärken, aber auch die eigene moralische Entscheidungskraft.

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Doch die künftigen Offiziere werden nicht nur gefördert, sondern auch gefordert.


Rund 650 angehende Offiziere machen gerade für eine Woche Station in Dresden.
Rund 650 angehende Offiziere machen gerade für eine Woche Station in Dresden.  © Steffen Füssel
Buchstäblich schwere Arbeit: TAG24-Reporter Johannes Pittroff (32) probt das Ziehen der "Personen-Dummys".
Buchstäblich schwere Arbeit: TAG24-Reporter Johannes Pittroff (32) probt das Ziehen der "Personen-Dummys".  © Steffen Füssel
Offizieranwärter Jann-Malte Zimmermann (21) beim Laser-Schießen.
Offizieranwärter Jann-Malte Zimmermann (21) beim Laser-Schießen.  © Steffen Füssel
Fahnenjunker Corinna Zellner (20, r.) beim Geschwindigkeitslauf mit zwei Kanistern, je 18 Kilogramm schwer.
Fahnenjunker Corinna Zellner (20, r.) beim Geschwindigkeitslauf mit zwei Kanistern, je 18 Kilogramm schwer.  © Steffen Füssel

Führungsnachwuchs noch bis Freitag in Dresden

Brigadegeneral Olaf Rohde (55) lehrt die künftigen Soldaten Teamgeist und ethische Werte.
Brigadegeneral Olaf Rohde (55) lehrt die künftigen Soldaten Teamgeist und ethische Werte.  © Steffen Füssel

Eine willkommene Herausforderung für Fahnenjunker Corinna Zellner (20), die auf dem Trainingsplatz beim Ziehen der "Personen-Dummys" genannten Sandsäcke alles gibt: "Ich wiege etwas mehr als 50 Kilo - und der Sack wiegt auch 50 Kilo. Aber ich will zeigen, dass es auch so geht."

Auch Offizieranwärter Jann-Malte Zimmermann (21) legt sich für die Soldatenkarriere ins Zeug, ob beim Schießen mit dem Laserlicht-Gewehr oder der Mountainbike-Tour in der Dresdner Heide. "Ich will ein gutes Beispiel sein", sagt er. Ebenso wie die körperliche zählt auch die geistige Fitness.

"Wir haben im Gegensatz zu anderen Armeen keine Befehlstaktik, sondern eine Auftragstaktik", erklärt Hauptmann Luana Hofmann (35). Soldaten müssen daher selbst entscheiden, wie sie eine Aufgabe lösen - und ob der Auftrag rechtens ist oder nicht.

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Bis Freitag übt der Führungsnachwuchs der Bundeswehr noch in Dresden - dann geht es für die meisten von ihnen für ein vierjähriges Studium nach München oder Hamburg.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

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