Naturschützer kämpfen mit Nashornkäfer gegen Neubau

Callenberg - Käferaufstand in Callenberg. Mithilfe des Nashornkäfers, der auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten steht, wollen Naturschützer eine XXL-Straßenmeisterei verhindern.

René Engelhardt (45) findet immer wieder tote Tiere und setzt sich für den Erhalt der geschützten Nashornkäfer ein.
René Engelhardt (45) findet immer wieder tote Tiere und setzt sich für den Erhalt der geschützten Nashornkäfer ein.  © Maik Börner

Der Landkreis plant den Neubau, eine 2400 Quadratmeter große Halle für 7,5 Millionen Euro. Sie ersetzt die alten Straßenmeistereien in Glauchau und Hermsdorf. Und entsetzt die Anwohner.

Die Bürgerinitiative "Grünes Band" und eine neue Ortsgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) möchten das Megaprojekt gern verhindern. "Es wird die erste Straßenmeisterei in einem Wohngebiet. Der Lkw-Lärm wird unerträglich", sagt BUND-Aktivist Heiko Scheu (55). 

Das wüssten auch die Callenberger. Von gut 1200 Einwohnern hätten 624 gegen das Vorhaben unterschrieben.

Im Januar eilte den Naturschützern der Nashornkäfer zu Hilfe. Das seltene Tier wurde nahe der alten Erzbahnstrecke unter einem Mulchhaufen entdeckt. Danach fuhren offenbar Baufahrzeuge den Mulch über den Haufen. Viele Käfer starben.

Ein toter Nashornkäfer: Umweltschützer sehen die gesamte Population durch den Neubau einer Straßenmeisterei bedroht.
Ein toter Nashornkäfer: Umweltschützer sehen die gesamte Population durch den Neubau einer Straßenmeisterei bedroht.  © Maik Börner

"Es ist erschütternd, dass die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis sich nicht um die Nashornkäfer kümmert", schimpft René Engelhardt (45).

Auf Anfrage teilte der Landkreis Zwickau mit, dass das Vorkommen "des besonders geschützten Nashornkäfers" im Bereich der neuen Straßenmeisterei bekannt sei. Die Naturschutzbehörde werde diesen Umstand im Verfahren prüfen.

Titelfoto: Maik Börner

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