Sturmtief "Elli" friert uns ein: Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich

Deutschland - Sturmtief "Elli" schneit Deutschland ein und bringt Sturmböen und Winterwetter in die Bundesrepublik. Jetzt droht zudem Glatteis.

Auf den Straßen ist in den nächsten Tagen Vorsicht geboten.
Auf den Straßen ist in den nächsten Tagen Vorsicht geboten.  © Lars Penning/dpa

Nachdem der hohe Norden in den vergangenen Tagen am meisten unter den Schneemassen gelitten hatte, konnte am Samstag zumindest der S-Bahn-Betrieb in Hamburg wieder aufgenommen werden. Der Fernverkehr ist bis Sonntag aber immer noch stark eingeschränkt.

Derweil ging es im Rest des Landes am Samstag teilweise erst richtig zur Sache, vielerorts bescherte "Elli" den Spaziergängern und Kälte-Resistenten aber auch herrliche Winter-Landschaften.

Doch die Nachwehen kündigen sich schon an: Zum Wochenstart herrscht in großen Teilen Deutschlands akute Glatteisgefahr!

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TAG24 berichtet im Ticker über die aktuelle Lage.

10. Januar, 19.22 Uhr: Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich

Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen - die vierte von fünf Warnstufen.

Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden, hieß es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.

In den Alpen herrscht nach den Wintereinbruch durch Sturmtief "Elli" akute Lawinengefahr.
In den Alpen herrscht nach den Wintereinbruch durch Sturmtief "Elli" akute Lawinengefahr.  © Frank Rumpenhorst/dpa

10. Januar, 15.06 Uhr: Bahnverkehr im Norden bis Sonntag stark eingeschränkt

Wegen des Wintereinbruchs fällt der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus.

Betroffen sind unter anderem die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt sowie die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte.

Zahlreiche Menschen sind am Hauptbahnhof Hamburg unterwegs.
Zahlreiche Menschen sind am Hauptbahnhof Hamburg unterwegs.  © Bodo Marks/dpa

10. Januar, 14 Uhr: Norddeutschland nach "Elli" - Am Montag droht Glatteis

Norddeutschland hat die schlimmsten Auswirkungen von Sturmtief "Elli" hinter sich.

Für den heutigen Samstag sei nur noch im südlichen Niedersachsen und an der Ostseeküste mit einigen Schneeschauern zu rechnen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Allerdings bleibt das Wetter winterlich. In der Nacht zu Sonntag soll es bitterkalt werden, in der Nacht zu Montag droht dann Glatteisgefahr.

In der kommenden Nacht werde die trockene Luft "arktisch kalt", sagte der Wetterkundler. Im Binnenland von Schleswig-Holstein und Niedersachsen dürften minus 10 Grad Celsius "das höchste der Gefühle in Sachen Wärme" werden. An den Küsten sollen die Temperaturen bei minus 5 bis minus 3 Grad Celsius liegen. Der Sonntag selbst wird dann überwiegend ohne Niederschlag erwartet.

10. Januar, 12.23 Uhr: Aufatmen nach Schnee und Hochwasser in Schleswig-Holstein

Nachdem Sturmtief "Elli" mit Schnee und Ostseehochwasser über Schleswig-Holstein gefegt ist, stehen die Zeichen erst einmal auf Entspannung.

Probleme gab es am Samstag noch in Teilen des Bahnverkehrs. Die Sturmflut an der Ostseeküste blieb überwiegend unter den erwarteten Höchstständen.

Die Polizei berichtete von zahlreichen Unfällen im Land. Das Wetter soll nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes zumindest am Wochenende noch winterlich bleiben. Weitere Schneeschauer und Frost sind angekündigt.

Nachdem Sturmtief "Elli" mit Schnee und Ostseehochwasser über Schleswig-Holstein gefegt ist, stehen die Zeichen erst einmal auf Entspannung.
Nachdem Sturmtief "Elli" mit Schnee und Ostseehochwasser über Schleswig-Holstein gefegt ist, stehen die Zeichen erst einmal auf Entspannung.  © Bernd Wüstneck/dpa

10. Januar, 11.40 Uhr: S-Bahn-Betrieb in Hamburg läuft wieder an

Die Wetterlage am Samstag hat den Hamburger S-Bahn-Verkehr am Vormittag zunächst stark beeinträchtigt. Nun fahren alle S-Bahnlinien mindestens wieder in einem 20-Minuten-Takt, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Teilweise fuhren Züge am Morgen nur eingeschränkt, Strecken wie zwischen Harburg Rathaus und Neugraben oder zwischen Othmarschen und Blankenese waren zeitweise unterbrochen, der Airport wurde nur teilweise bedient. Ersatzbusse verkehrten stündlich, unter anderem auf der Linie S5 zwischen Stade und Neugraben.

10. Januar, 11.30 Uhr: Unwetterwarnung und weiter Störungen im Bahnverkehr in NRW

Nach dem Tauwetter am Freitag hat das Sturmtief "Elli" auf seiner Rückseite wieder frostige Temperaturen und Schnee nach Nordrhein-Westfalen gebracht.

Für die Höhenlagen im Sauerland, Bergischen Land und Siegerland hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) angesichts der wieder winterlichen Verhältnisse eine Unwetterwarnung herausgegeben. Bis zum Samstagmittag können örtlich laut Prognose bis zu 25 Zentimeter Schnee fallen, wodurch weiter mit Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr zu rechnen ist.

Die Lage im Straßenverkehr war am frühen Morgen weitestgehend ruhig. Kurz vor 09.00 Uhr wurden insgesamt 30 Kilometer Stau im Land gemeldet. Der Fernverkehr bei der Bahn ist vor allem im Norden Deutschlands weiter massiv gestört, auch mit Auswirkungen auf NRW.

Ein Schneepflug der Kreismeisterei versucht einen Gehweg von den Schneeverwehungen zu befreien.
Ein Schneepflug der Kreismeisterei versucht einen Gehweg von den Schneeverwehungen zu befreien.  © Lars Penning/dpa

10. Januar, 11.24 Uhr: Winterdienst in Hamburg nach Sturmtief im Großeinsatz

Nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Elli" ist der Winterdienst in Hamburg erneut im Großeinsatz.

In der Nacht startete die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ab 2 Uhr ihren inzwischen neunten Großeinsatz in diesem Jahr. Rund 728 Einsatzkräfte mit etwa 360 Fahrzeugen waren unterwegs, um Straßen und Wege von Schnee und Glätte zu befreien.

Geräumt und gestreut wurden vor allem Hauptverkehrsstraßen, Busstrecken, Verbindungsstraßen, ein ausgewähltes Radwegenetz sowie Bushaltestellen, Busbuchten und Fußgängerüberwege. Einen besonderen Schwerpunkt legte die SRH auf Haltestellen und Busbuchten, dabei arbeitete sie eng mit der Hamburger Hochbahn zusammen. Nebenstraßen außerhalb dieses Netzes wurden nicht bearbeitet.

10. Januar, 11 Uhr: Leipziger Hauptbahnhof wieder in Betrieb

Der Hauptbahnhof Leipzig ist weitestgehend wieder anfahrbar. Laut Deutscher Bahn kommt es aber noch zu Verzögerungen auf den zu- und ablaufenden Strecken.

Weichentrupps stehen an den neuralgischen Punkten bereit.

Der Hauptbahnhof Leipzig ist weitestgehend wieder anfahrbar.
Der Hauptbahnhof Leipzig ist weitestgehend wieder anfahrbar.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

10. Januar, 10.38 Uhr: Fernverkehr rollt laut Bahn erst ab Mittag wieder an

Nach Wintersturm "Elli" mit starkem Schnee soll der ausgesetzte Fernverkehr in der nördlichen Hälfte Deutschlands anders als zunächst erwartet doch erst ab Mittag wieder anrollen.

Die ersten Fernzüge sollten statt ab 10 Uhr doch erst ab mittags wieder fahren, sagte eine Deutsche-Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur und korrigierte damit vorherige Prognosen. "Der Zugverkehr bleibt insgesamt stark eingeschränkt."

Zunächst sollten auf der Achse Berlin-Hannover-Ruhrgebiet wieder Züge fahren. Die Nord-Süd-Verbindungen, etwa zwischen Berlin und Hamburg, dürften erst im Laufe des Tages wieder den Betrieb aufnehmen, hieß es.

10. Januar, 8.29 Uhr: Sturmtief bringt bis zu 50 Zentimeter Neuschnee

Schnee, Verwehungen und Sturmböen: Wegen Sturmtief "Elli" herrscht in Teilen Baden-Württembergs am Wochenende Unwettergefahr.

Bis in die Nacht zum Sonntag gilt für mehrere Regionen im Schwarzwald eine Unwetterwarnung der Stufe 3 von 4 des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wer unterwegs ist, sollte sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Den ganzen Samstag über rechnet der DWD mit starkem Schneefall, vor allem im Schwarzwald. Oberhalb von 600 Metern sei mit Mengen zwischen 20 und 40 Zentimetern Neuschnee zu rechnen. In Hochlagen des Schwarzwaldes könnten bei unwetterartigem Schneefall bis zu 50 Zentimeter fallen.

Manche Regionen können sich vor Schnee kaum retten.
Manche Regionen können sich vor Schnee kaum retten.  © Moritz Frankenberg/dpa

10. Januar, 8 Uhr: Schneepflug stürzt Abhang hinunter

Ein Schneepflug ist auf einer Bundesstraße im Nordschwarzwald ins Rutschen geraten und einen Abhang hinuntergestürzt.

Das Räumfahrzeug überschlug sich dabei und blieb am Fuß des Abhangs liegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen.

Den Angaben zufolge war die Fahrbahn der B462 bei Forbach (Kreis Rastatt) glatt. Wegen der Bergungsarbeiten ist die Bundesstraße gesperrt.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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