SWR-Moderator Thomas Schmidt (†62): So rührend verabschiedet sich Kollege Wolfgang Heim

Stuttgart - Der Schock über den plötzlichen Tod von SWR-1-Moderator Thomas Schmidt (†62) sitzt tief bei Hörern und Kollegen. Nun hat sich Schmidts Kollege Wolfgang Heim (64, "SWR1 Leute") mit rührenden Worten verabschiedet.

Wolfgang Heim verabschiedete sich am Freitag von seinem verstorbenen Kollegen.
Wolfgang Heim verabschiedete sich am Freitag von seinem verstorbenen Kollegen.  © SWR

"Es gibt Nachrichten, die alles andere mit einem Schlag klein und unwichtig machen", schreibt Heim auf der Homepage des SWR am Freitag. "Ich bekam diese Nachricht abends kurz vor acht."

Heim beschreibt die Situation so: "Es war ein Schock, für mich, für alle in der Redaktion, für Freunde, Kollegen, für Hörerinnen und Hörer."

35 Jahre hätten er und Schmidt sich gekannt. "Wir waren nicht beste Freunde, aber wir mochten uns und haben, was das Radio angeht, ähnlich getickt."

Als Thomas Schmidt noch die Frühsendung moderierte, sei Heim oft zu ihm ins Studio, um auf die "Leute"-Sendung hinzuweisen: "Es war ein stillschweigendes Arrangement, das immer funktioniert hat: 'Nix schriftliches' – und: 'Frag, was Du willst'!"

Heim beschreibt den langjährigen Radio-Moderator abseits des Mikrofons als guten Zuhörer und genauen Beobachter.

Das Radio war Thomas Schmidts großes Glück

Thomas Schmidt war jahrzehntelang am Mikrofon tätig. Am Donnerstag ist er gestorben.
Thomas Schmidt war jahrzehntelang am Mikrofon tätig. Am Donnerstag ist er gestorben.  © SWR

Dinge mit Niveau leicht zu machen, gehöre mit zum schwierigsten, das es in ihrem Beruf gebe: "Thomas hat, lange bevor die Populisten und Selbstgerechten unserer Zeit durchs Netz brüllen, die Figur des Jupp Kölsch aus Nippes erfunden: ein selbstverliebter Spießer, der nur die eigenen Maßstäbe gelten lässt und sich selbst genügt."

Das Radio sei Schmidts großes Glück gewesen, sonst hätte der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte "bis zur Rente die Versicherungsbeiträge anderer Leute durchrechnen müssen".

Heim erinnert sich an "herrliche Zeiten mit großen Freiräumen, in denen man auch mal Grenzen verschieben und Formate sprengen konnte, ideal für einen Freigeist wie ihn".

Und doch sei der kultige Radio-Mann bei allem, was er tat, immer "konzentriert, immer souverän, immer professionell" gewesen.

Den Miterfinder der längsten Hitparade der Welt (zusammen mit Stefan Siller moderierte Schmidt 1989 fünf Tage nonstop!) würdigt Heim abschließend so: "Müsste man eine Hitparade machen der Besten und der Beliebtesten, der Freundlichsten und der Kreativsten und der Kollegialsten – Thomas wäre ganz weit vorne."

Wie berichtet, war der 62-Jährige am Donnerstag bei sich daheim zusammengebrochen und gestorben. Schmidt hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.

Update: 15.50 Uhr

Immer mehr Fans verabschieden sich vom Kult-Moderator

Auch am Tag nach der Schock-Nachricht reißen die Beileidsbekundungen der Hörer nicht ab. Unter dem Facebook-Posting von SWR1 Baden-Württemberg zum Tode Schmidts wächst die Zahl der Kommentare immer weiter an. Derzeit sind es über 1500.

"Du warst auch mein Begleiter in den schweren Stunden meines Lebens", schreibt ein Nutzer. "Ich hoffe, Dir geht e sdort, wo Du jetzt bist, genau so gut oder vielleicht noch besser wie hier". Ein anderer kommentiert: "Danke Thomas Schmidt für all die tollen Momente im Radio mit Dir."

Ein weiterer Hörer hatte den Moderator offenbar kulinarisch bei seiner Arbeit unterstützt: "Habe ihm und Herrn Siller noch beim allerersten Hitparadenmarathon Pizza ins Funkhaus geliefert. Was war das für ein cooler Moment."

Einen anderen Fan begleitete die Stimme des Radio-Mannes nach eigenen Worten über dreißig Jahre lang: "Als wäre ein treuer bester Freund gegangen, so traurig bin ich über die Nachricht vom Tod von Thomas Schmidt."

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