Kleinbus mit neun Jugendlichen kracht frontal in Lkw: Ersthelfer leistet Großartiges

Landkreis Hersfeld-Rotenburg - Im August 2018 war auf der A7 bei Kirchheim in Nordhessen ein Kleinbus mit neun jugendlichen Insassen in einen schweren Frontalzusammenstoß verwickelt. Dass keiner der Beteiligten bleibende Schäden oder sogar Schlimmeres davongetragen hat, grenzt an ein kleines Wunder.

Bärbel Schäfer (62) hat sich mit Opfern und Helfern des "Horrorcrashs auf der A7" unterhalten.
Bärbel Schäfer (62) hat sich mit Opfern und Helfern des "Horrorcrashs auf der A7" unterhalten.  © Sat.1/Willi Weber

Vor allem die Einsatzkräfte und hier insbesondere ein Ersthelfer hatten großen Anteil daran, dass das Unglück den Umständen entsprechend einigermaßen glimpflich ausgegangen ist.

Im Rahmen eines "Notruf Spezial" mit dem Titel "Horrorcrash auf der A7: Das Wunder von Kirchheim" sprach Moderatorin Bärbel Schäfer (62) mit Opfern und Helfern.

Am 3. August 2018 befand sich der Kleinbus mit drei jungen Betreuerinnen und sechs minderjährigen Teenagern auf dem Rückweg von einer Freizeit in Norwegen. Plötzlich geriet ein auf der A7 vor ihnen fahrender Lkw ins Schlingern, drehte ein und der Kleinbus krachte frontal ins Führerhaus des Lasters.

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Dabei hatten die meisten Insassen großes Glück, standen zwar unter Schock, aber kamen mit leichten Verletzungen davon. Am Schlimmsten erwischt hatte es Betreuerin Alena, die auf dem Beifahrersitz eingeklemmt worden war: Ihr Bein steckte im zusammengestauchten Armaturenbrett fest.

Der nächste Glücksfall hieß Daniel Reuter, der sich ebenfalls gerade auf dem Rückweg aus dem Urlaub befand, Zeuge des Unfalls wurde, anhielt und sofort zu Hilfe eilte. Und als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sowie ausgebildeter Ersthelfer wusste er sofort, was zu tun ist.

Banges Warten auf die Rettungskräfte

Die schwer verletzte Alena wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Dort gab es dann eine erste Entwarnung. (Symbolbild)
Die schwer verletzte Alena wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Dort gab es dann eine erste Entwarnung. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Daniel sorgte zunächst dafür, dass die anderen Jugendlichen nicht in ihrem Schockzustand über die A7 liefen. Dann wies er einen Fernfahrer an, seinen Laster querzustellen und damit die Unfallstelle abzusichern. Zudem alarmierte er die Rettungskräfte und kümmerte sich um die schwer verletzte Alena bis zu deren Eintreffen.

"Ich hatte Angst, dass das Leben, worauf ich mich gefreut habe, einfach nicht mehr stattfinden wird", beschreibt Alena heute ihren damaligen Gefühlszustand. Denn zu diesem Zeitpunkt war völlig unklar, wie schwer ihre Verletzungen wirklich sind.

Erst nachdem sie von Feuerwehrleuten aus dem Fahrzeugwrack befreit und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden war, gab es leichte Entwarnung: Sie hatte zwar mehrere Brüche, aber keine inneren Verletzungen erlitten! Dennoch musste sie zwölf Tage im Krankenhaus verbringen, es folgte eine sechswöchige Reha, aus der sie vollkommen genesen zurückkehrte.

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Kleine, aber feine Randnotiz: Alenas Vater hatte im Nachhinein die Namen der beteiligten Einsatzkräfte und auch von Ersthelfer Daniel Reuter ausfindig gemacht, sodass sich seine Tochter noch einmal persönlich bedanken konnte. "Das habe ich noch nicht erlebt", freute sich der sichtlich gerührte Daniel im interview mit Bärbel Schäfer.

Zu sehen ist "Notruf Spezial" kostenfrei beim Streamingdienst "Joyn".

Titelfoto: Sat.1/Willi Weber

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