Eltern machen ihr Baby mit Wodka und Bier betrunken

Wellington - Was stimmt mit diesen ignoranten Eltern nicht, die ihren Säugling mit Alkohol "füttern"?

Wenn Babys bereits vor ihrer Geburt Alkohol ausgesetzt sind, kann das bei ihnen schreckliche körperliche Folgen haben. (Symbolbild)
Wenn Babys bereits vor ihrer Geburt Alkohol ausgesetzt sind, kann das bei ihnen schreckliche körperliche Folgen haben. (Symbolbild)  © 123rf.com/Irina Schmidt

In Neuseeland sorgt derzeit ein schlimmes Video für einen Shitstorm. Zuerst tauchte es bei Facebook auf, wurde dort aber offensichtlich vom Urheber inzwischen wieder entfernt. Allerdings hatte es sich bis dahin schon anderweitig verbreitet...

Zu sehen ist, wie eine Mutter ihrem Baby, das auf der Couch liegt, eine Flasche an den Mund hält und ihm daraus Alkohol zu trinken gibt. Der Vater sitzt seelenruhig daneben und hält sie nicht davon ab.

In der Flasche ist wohl ein Wodka-Mixgetränk, laut "The New Zealand Herald" enthält die 320-ml-Flasche 4,8 Prozent Alkohol. Es ist unklar, wie viel dem kleinen Kind davon gegeben wurde.

Wie die Polizei inzwischen mitteilte, sei das Filmmaterial "entsetzlich", aber momentan könne aufgrund viel zu geringer Informationen nicht bestätigt werden, ob eine Straftat vorliegt. Möglicherweise ändert sich das aber bald.

Denn der Vater legte auf Snaphat noch einmal nach, indem er ein Foto veröffentlichte, das zeigt, wie er dem Würmchen nun ein Glas Bier zu trinken gab. Darüber informiert der "Herald" in einem weiteren Bericht.

Alkohol vor der Geburt kann zu heftigen Problemen führen

Die stellvertretende Direktorin des neuseeländischen Gesundheitsministeriums, Dr. Harriette Carr, sagte, sie sei "entsetzt", von diesem Video zu hören.

"Das Ministerium empfiehlt, Babys oder Kindern keine alkoholischen Getränke zu geben. Es hat sich gezeigt, dass Alkohol schädlich für das ungeborene Kind, Babys und Kinder ist und insbesondere die Entwicklung des Gehirns beeinflusst", warnte sie.

Babys, die vor der Geburt Alkohol ausgesetzt sind, können eine fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) entwickeln und etwa mit einem zu niedrigen Gewicht, einem Herzfehler oder sogar einer geistigen Behinderung auf die Welt kommen.

Keine Warnhinweise der Hersteller

Doug Sellman, Professor für Psychiatrie und Suchtmedizin an der Universität von Otago, erklärte, dass das Video noch ein viel tieferes Problem zeige: So seien die beiden Erwachsenen unverantwortlich, aber das sei "die Alkoholindustrie insgesamt auch".

Der lasche Umgang mit Alkohol und der starke Alkoholkonsum seien ein "normales Stück Kultur in Neuseeland geworden". Über die negativen Auswirkungen würde nicht genügend aufgeklärt werden, ebenso fehlen Warnhinweise auf alkoholischen Getränken.

Immerhin beträgt das gesetzliche Mindestalter für Alkoholkonsum in Neuseeland 18 Jahre.

Titelfoto: 123rf.com/Irina Schmidt

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