Gas-Reserven in Deutschland: So voll sind die Speicher, so angespannt ist die Lage

Bonn - Trotz weggefallener Gas-Lieferungen aus Russland hat Deutschland seine Gasspeicher weiter füllen können. Sie seien inzwischen zu 93,03 Prozent gefüllt, teilte die Bundesnetzagentur am Freitag mit.

Klaus Müller (51) ist Chef der Bundesnetzagentur und verantwortlich für die Gasversorgung.
Klaus Müller (51) ist Chef der Bundesnetzagentur und verantwortlich für die Gasversorgung.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Zuletzt hatte es binnen eines Tages ein Plus von 0,28 Punkten gegeben - der Füllstand ging also deutlich nach oben.

Das Ziel, am 1. November bei 95 Prozent zu sein, wird vermutlich früher erreicht.

Deutschland kauft auf dem Weltmarkt Gas zu vergleichsweise hohen Preisen ein, um sich für den Herbst und Winter zu wappnen.

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In der kalten Jahreszeit wird der Gasverbrauch deutlich ansteigen.

Schon in der vergangenen Woche zog der Verbrauch von Haushalten und Gewerbekunden an und lag oberhalb des Mittelwerts vergangener Jahre.

Man betone "ausdrücklich die Bedeutung eines sparsamen Gasverbrauchs", hieß es in dem Lagebericht der Bonner Behörde, die schon länger Energiespar-Appelle an die Bevölkerung richtet.

Alles in allem sei die Lage angespannt. "Eine weitere Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden."

Einsparungen beim Gasverbrauch notwendig

Die Heizungen in Deutschland werden häufig mit Gas befeuert. (Symbolbild)
Die Heizungen in Deutschland werden häufig mit Gas befeuert. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa

Der Verbrauch der privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden lag in der vergangenen Woche fast 10 Prozent über dem Niveau der Vorjahre.

Behördenchef Klaus Müller (51) verlangt deshalb mehr Sparbemühungen. Der Hauptgrund für den gestiegenen Verbrauch ist offensichtlich.

Deutschland werde eine Gasnotlage im Winter ohne mindestens 20 Prozent Einsparungen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich kaum vermeiden können, betonte Müller bereits am Donnerstag.

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"Die Lage kann sehr ernst werden, wenn wir unseren Gasverbrauch nicht deutlich reduzieren."

Titelfoto: Montage: Rolf Vennenbernd/dpa / Jens Büttner/dpa

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