Dresden - Aral, alles super? Der Konzern hat den Slogan vor einer Weile in "Aral, alles supereasy" geändert. "Aral, alles superteuer" trifft es derzeit besser. Es wäre zumindest ehrlicher gewesen. Denn "supereasy" dürfte das Tanken gerade den wenigsten Autofahrern fallen. In Dresden wurde am Donnerstagmittag an der Aral-Tanke in der Meißner Landstraße gesichtet, dass Super E5 für 2,33 Euro zu haben war - obwohl der Ölpreis am selben Tag an der Börse um etwa ein halbes Prozent gefallen ist. Was läuft da nur alles schief?
Der ADAC hat am Donnerstag die hohen Preise auseinandergenommen und das Preisniveau als "deutlich überhöht" bezeichnet, obwohl davon auszugehen ist, dass sie weiter steigen werden.
Gute und schlechte Gründe kann der Automobilclub zumindest eine Reihe nennen. Natürlich wäre da der US-Präsident Donald Trump (80), der den Iran-Krieg erneut eskalieren lässt - inklusive eines weiteren Dramas um die Straße von Hormus.
Denn die wird kaum noch von einem Tanker, der Öl bringen könnte, passiert - auch wenn die US-Regierung immer mal wieder so tut, als sei all das kein großes Problem mehr. Der Ölpreis stand am Donnerstagmittag bei etwa 85 US-Dollar (gut 74 Euro). Da gab es schon höhere Preise - und parallel niedrigere an den Tankstellen.
Der Krieg kann die aktuelle Lage also nicht vollständig erklären. Dementsprechend hat der ADAC weitere Gründe ausgemacht.
Diesel steigt fast doppelt so stark wie E10
So sind es vor allem die Sommerferien und der damit einhergehende Reiseverkehr. Ob in Boom- oder in Krisenzeiten - Deutsche Urlauber kennen das Spiel grundsätzlich. Kaum stehen Feiertage oder Ferien an, schnellen die Spritpreise nach oben.
Besonders heftig trifft es in diesem Fall die Diesel-Nutzer. Denn während E10 innerhalb einer Woche im Bundesschnitt um 5,9 Cent teurer geworden ist, müssen Dieselfahrer im Schnitt 11,7 Cent mehr berappen! Warum? Diesel muss laut ADAC importiert werden und ist grundsätzlich volatiler in Krisenzeiten.
Zu guter Letzt schlägt vor allem der Tankrabatt mit voller Wucht zu. Seit dem 1. Juli ist er Geschichte - und damit knapp 17 Cent mehr für Sprit zu blechen. Dieses toxische Gemisch aus Iran-Krieg, Sommerferien und entfallenem Tankrabatt lässt die Tankpreise so durch die Decke gehen.
Wer da noch sparen will, sollte sich zwischen 11 und 11.59 Uhr an den Zapfhahn begeben. Denn um 12 Uhr ist der einzige Zeitpunkt, an dem die Preise in Deutschland erhöht werden dürfen - und dann explodieren sie regelmäßig!
Gibt es noch Gewinner? Natürlich die Ölkonzerne, die vermutlich mal wieder mehr draufschlagen, als sie müssten. Aber auch unter den Autofahrern können sich wenigstens Berliner und Saarländer freuen - hier sind die Spritpreise bundesweit zurzeit am niedrigsten.
Urlaub in Hessen oder auch Sachsen wird dagegen teuer. Hier werden derzeit besonders hohe Preise verzeichnet.