Droht NRW ein neuer Rockerkrieg? Kaltblütig ermordeter Mann war anscheinend Hells Angel
Wassenberg (Nordrhein-Westfalen) - Am Montagabend wurde in Wassenberg im Kreis Heinsberg ein Mann erschossen. Die Täter sind noch immer flüchtig. Doch jetzt scheint zumindest das Motiv klar zu sein, denn bei dem Opfer handelte es sich wohl um ein Mitglied einer Rockerbande.
Denn wie "Bild" erfahren haben will, soll es sich bei dem getöteten Mann um den Hells Angel Ömer handeln.
Und nicht nur das: Es soll bereits einen Anschlag auf den Mann gegeben haben. Damals hatte er jedoch überlebt.
Daher hatte er das Wohnhaus, in dem er mit seiner Familie lebte, gesichert wie eine Festung. Überall ließ er Überwachungskameras anbringen, sodass er jeden Winkel auf dem Grundstück im Auge hatte. Dieses wurde von meterhohen Betonwänden umschlossen.
Auch auf ein Namensschild an der Klingel verzichtete der Hells Angel. Anstatt dessen verzierte er die Hauswand mit einem Schild einer Securityfirma.
Kontakt mit seinen Nachbarn baute er auch nicht auf, diese kannten ihn nur vom Sehen. Wenn es mal eine Begegnung gab, soll er aber stets freundlich gegrüßt haben.
Doch die meiste Zeit verbrachte er mit seiner Familie hinter den meterhohen Betonmauern.
Mutmaßliche Täter könnten in die Niederlande geflohen sein
Gebracht hat der ganze Aufwand am Ende alles nichts. Denn am späten Montagabend wurden mehrere Schüsse auf Ömer abgegeben. Die Schussverletzungen waren so schwer, dass man nichts mehr für ihn tun konnte.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll ein Mann aus einem Wagen gestiegen sein und auf den Vater von zwei kleinen Kindern geschossen haben.
Der mutmaßliche Täter sprang schnell wieder in das Auto und raste, gemeinsam mit einem anderen Mann, der in dem Wagen gewartet hatte, davon.
Trotz einer Großfahndung, bei der auch ein Helikopter eingesetzt wurde, konnte das Fluchtfahrzeug nicht ausfindig gemacht werden.
Die Vermutung liegt nahe, dass sich die beiden Männer in die Niederlande abgesetzt haben, denn die Grenze ist nur acht Kilometer entfernt.
Bislang machten Polizei und Staatsanwaltschaft auch noch keine Angaben zu dem möglichen Motiv. Sollte der Mord aber tatsächlich mit dem Rocker-Milieu in Verbindung stehen, könnte Nordrhein-Westfalen ein neuer Rockerkrieg drohen.
Titelfoto: Justin Brosch/dpa

